Normalerweise beteilige ich mich nicht an dem schwedischen Sensationsjournalismus, der jeden Mord zu einem Ereignis nationaler Bedeutung hochstilisiert. Dieser Fall ist allerdings eine schwedisch-deutsche Angelegenheit.

In Arboga, ca. 150 km westlich von Stockholm, wurde am Montagabend eine 23-jährige Frau und ihre beiden kleinen Kinder, ein und drei Jahre alt, von dem Lebensgefährten der Frau mit schweren Stichverletzungen gefunden. Die beiden Kinder konnten nicht mehr gerettet werden. Die Frau ist schwer verletzt und nicht bei Bewusstsein.
Noch in der Tatnacht wurde der Ex-Mann der Frau festgenommen, aber am Mittwoch wieder freigelassen, da er ein Alibi von seiner jetzigen Lebensgefährtin hat.
Die Polizeit bittet alle, die im entsprechenden Zeitraum im Zug von Arboga nach Stockholm unterwegs waren, um Hinweise.
Eine 31-jährige Deutsche, die als Untermieterin mit einer gleichaltrigen Frau zusammen im Süden Stockholms lebt, wurde mit europäischen Haftbefehl gesucht. Sie war und ist die einzige Verdächtige, wird aber nicht als Hauptverdächtige angesehen – es gebe nur einen berechtigten Verdacht. Sie wurde von ihrer Mutter darüber informiert und wandte sich daraufhin in Hannover an die nächste Polizeistreife, um sich zu stellen. Sie wollte aber keine Aussage machen und verlangte nach einem Anwalt. Die Hintergründe sind aber weiter unklar, denn außer der vagen Information, dass sie eine Bekannte des Lebensgefährtens der 23-jährigen Frau sei, ist kaum etwas bekannt. Sie gab an, nichts mit der Tat zu tun haben und wehrt sich gegen die Auslieferung. Darüber wird in der kommenden Woche entschieden. Man wird die weitere Entwicklung abwarten müssen.
Die Menschen in Arboga sind verständlicherweise schockiert.

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