An den Zugriffen stelle ich fest: das Interesse am Arboga-Mord ist nach wie vor groß.

Am heutigen Mittwoch endet die Beweisaufnahme. Am Montag stehen noch die Schlussplädoyers an.

Gestern berichtete der Gerichtsmediziner von den Verletzungen der getöteten Kinder. Der Junge wurde laut diesem mit mindestens 15, seine Schwester mit mindestens 10 kräftigen Schlagen mit einem Gegenstand getötet, bei dem es sich mutmaßlich um einen Hammer handelte.

Am Tatort sollen sich nach der Tat 14 Personen der Polizei und des Rettungsdienstes aufgehalten haben, die bei ihrer Arbeit wohl auch einige wichtige Spuren verwischt haben, die Aufschluss über den Täter geben könnten.

Die Anklage will vor dem Montag keine Stellungnahmen mehr abgeben, aber die Vertreterin der überlebenden Mutter meldete sich zu Wort. Ihre Aussagen in der Zeitung enthalten aber eine Verbindung zwischen zwei wichtigen Details, die ich im letzten Beitrag zum Thema erwähnt habe.

Die Angeklagte, die anscheinend gerade 32 gewordene Christine S., hat in ihrer Beschreibung des Tattages behauptet, sie wäre nach Ankunft um 14 Uhr vom Bahnhof direkt zu einer verfallenen mittelalterlichen Burg bei Arboga gegangen und danach direkt wieder zurück, um dann gegen 19 Uhr abzufahren. Allerdings ergab sich nachher, dass die von ihr genannten Zeiten so nicht stimmen konnten, weil das nicht mit dem Fahrplan übereinstimmte. Daraufhin gab sie an, Freunde aus Köping hätten sie mitgenommen, deren Namen sie aber nicht angeben wolle. Es konnten aber keine Beweise gefunden werden, die diese Angaben stützen. Mit ihrem Handy wurdem an diesem Tag keine Anrufe nach Köping getätigt und das Handy hat sich auch zu keiner Zeit in Köping befunden.
Die Vertreterin der Mutter meint, dass die Angeklagte lügt.

Vielleicht ist es in der Tat so, dass man durch die Presse beeinflusst wird, aber auch seriöse Blätter schreiben wenig, was die Geschichte der Angeklagten glaubwürdig erscheinen lässt. Bei der Charakterisierung der Angeklagten wirkt es immer ein bisschen so, als würde diese die Sache nicht so richtig ernst nehmen. Das wirkt kühl und arrogant, und so fällt es noch schwerer zu glauben, dass hier eine arme Unschuldige auf der Anklagebank sitzt. Christine S. hat meinem Eindruck nach auch praktisch nichts dafür getan, die Vorwürfe gegen sie zu entkräften. Die ganze Verteidigung schien sich darauf zu verlassen, dass die Polizei keine handfesten Beweise findet. Es gibt keine Fotos von der angeblich besuchten Burg und auch keine Zeugen, die sie woanders zur Tatzeit gesehen haben wollen.

Die entscheidende Frage ist daher, ob eine Menge Indizien gepaart mit einer von Schwachpunkten gespickten Aussage der Angeklagten die Abwesenheit von stichhaltigen Beweisen ersetzen können.

Ich bin gespannt auf den Montag.