Lauf-Countdown

Archive

In den Nachrichten

Heute morgen fielen mir schon zwei Artikel in der Zeitung auf. Jetzt ist noch ein drittes Thema des Tages dazu gekommen, was die beiden natĂŒrlich ĂŒberstrahlt.

  • Zum Verfahren ĂŒber die Morde von Arboga ist eigentlich alles gesagt. Heute wurde das endgĂŒltige Urteil gesprochen: die deutsche Studentin Christine S. wurde heute wegen zweifachen Mordes und Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt. Danach wird sie auf Lebenszeit aus Schweden ausgewiesen. Weiterhin muss sie 457.829 schwedische Kronen Schadensersatz an die Mutter bezahlen, und weitere 131.329 Kronen an die ĂŒbrigen KlĂ€ger. Da Deutschland ein Abkommen nicht unterzeichnet hat, das die ÜberfĂŒhrung eines Verurteilten gegen seinen Willen in sein Heimatland erlaubt, kann man sie nicht zwingen, ihre Strafe in Deutschland zu verbĂŒĂŸen. Das wird sie auch nicht wollen, denn sie hat ja Berufung eingelegt. Allerdings scheint noch nicht bekannt zu sein, wann sich die höheren Instanzen mit dem Fall beschĂ€ftigen werden.
  • Um einen harten Schwenk ins AmĂŒsante zu machen: in echt schwedischer Manier gibt es Aufrufe, Ryanair zu boykottieren. Wer jetzt erwartet, dahinter stecke die fast schon dreiste Art, Preise zu verschleiern und einem “Zusatzleistungen” anzudrehen, der liegt falsch. Der schwedische Werberat fand nĂ€mlich eine Werbung von Ryanair sexistisch, bei der ein leicht bekleidetes MĂ€dchen fĂŒr tolle Preise zum Schulanfang warb. Dieses Schwerverbrechen gegen die Gleichberechtigung wird aber noch dadurch verschĂ€rft, dass Ryanair seine Missetat nicht einmal einsieht. Sie nennen den Werberat einen “Spielverderber” und verkĂŒndet auf der Homepage, auch “kĂŒnftig das Recht der schwedischen Frauen zu verteidigen, die leicht bekleidet sein möchten.”. Was wieder einmal beweist, dass die Ryanair-Chefetage nicht nur derben Humor mag, sondern sich auch immer wieder gerne als politische Partei geriert, wenn es dazu dient, mehr Flugtickets zu verhökern. Birgitta Ohlsson, Abgeordnete der der liberalen Volkspartei, findet das jedenfalls so skandalös, dass sie zum Boykott aufruft. Was Birgitta nicht begreift: genau solche Publicity will Ryanair haben. Sich darĂŒber aufzuregen bringt nichts. Im Übrigen ist diese Werbung auch eine Ausnahme – es ist ja nicht so, dass Ryanair öfters sexistische Reklame einsetzen wĂŒrde. Und die hehren Absichten der Birgitta möchte ich ehrlich gesagt auch bestreiten, denn wenn man es mit so einem KĂ€se in die Zeitungen schafft, dann ist das wohl auch nicht ganz uneigennĂŒtzig.
  • Jan Lewenhagen, Korrespondent der DN in Berlin, schrieb heute morgen ĂŒber Bo Lundgren. Diese ist Chef der RiksgĂ€lden, einer Art Verwaltungsbehörde fĂŒr die Staatsschulden Schwedens. Bo war im ZDF groß prĂ€sentiert, was Lewenhagen dazu veranlasste, ihn zu einem kĂŒnftigen schwedischen Markenzeichen fĂŒr die Deutschen zu erklĂ€ren. In einer Reihe mit Pippi Langstrumpf und IKEA. Leider ist der Artikel nicht online, aber ich vernahm in dem Unterton, dass das wohl nicht ganz so ernst gemeint ist. Hoffentlich.

1 comment to In den Nachrichten

  • Alex

    Bo war im ZDF groß prĂ€sentiert, was Lewenhagen dazu veranlasste, ihn zu einem kĂŒnftigen schwedischen Markenzeichen fĂŒr die Deutschen zu erklĂ€ren. In einer Reihe mit Pippi Langstrumpf und IKEA.

    Leider lieber Fabian,
    da vermute ich eher, dass das VOLLER ERNST ist – die Schweden machen aus
    allem einen Wettbewerb und Schweden als Vorbild der Welt zu propagandieren ist sicherlich
    sogar Chefsache. Damit ist nicht zu spaßen.
    AmĂŒsant finde ich eher, wie man aus einer totalen Schlappe (Finanzkrise 1990 -
    Schweden ist das einzige Land in Europa, das eine solche bisher ĂŒberhaupt kreieren konnte)
    nun die Verwandlung zu einem Super-Krisen-Retter schaffen kann.

Leave a Reply

  

  

  

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>