Wie schon erwartet worden war, wurde Christine S. heute erneut wegen zweifachen Mordes verurteilt.

Aus der Pressemitteilung des Gerichts:

Das Oberlandesgericht (Svea hovrätt) hat heute eine Frau aus Deutschland wegen des Mordes an zwei Kinder sowie des Mordversuchs an der Mutter der Kinder zu lebenslanger Haft und Ausweisung verurteilt. Das Gericht ändert das Urteil der ersten Satz nur insofern ab, als dass der Schadensersatz für die Eltern der Kinder […] auf 100.000 Kronen angehoben wird.

[…]

In beiden Verfahren hat die Mutter die deutsche Frau als Täterin identifiziert. Die erste Instanz zweifelte im Hinblick auf die schweren Kopfverletzungen der Mutter daran, dass sie authentische Erinnerungen hatte […]. Das Gericht beurteilt dies teilweise anders und sieht es als untersucht an, dass die Mutter gewisse Erinnerungsfragmente von der Tat hat […]. Diese Umstände sind keine direkte Identifizierung, aber ein starkes Indiz […].

Die übrige Beweisführung zeigt u.a., dass die deutsche Frau sich zur Tatzeit in Arboga befand und dass sie unrichtige Angaben über den Grund des Besuchs gemacht hat, dass sie Zugang zu einem mittlerweile verschwundenen Hammer gehabt hat und dass sie unrichtige Angaben über ein Paar verschwundener Schuhe gemacht hat, deren Sohlenmuster mit einem Abdruck übereinstimmt, der am Tatort hinterlassen wurde.

Zusammengefasst findet das Hovrätt, dass die Beweiskette eine solche Stärke hat, dass sie die Frau an die angeklagten Taten bindet. Die Untersuchung gibt keinen Raum für einen anderen Täter. Es ist offenkundig, dass sie von ihrem früheren Freund besessen war, eine Besessenheit, die sich mit der Zeit steigerte und zu einer fortgeschrittenen Form der Verfolgung mit manipulativen Zügen überging. Die Mutter und die Kinder hinderten die Frau daran, dass sie eine Beziehung und ein gemeinsames Leben mit ihrem ehemaligen Freund haben konnte. Das Gerichte befindet, dass ohne begründeten Zweifel feststeht, dass sie die Kinder getötet hat und versucht hat, deren Mutter zu töten. Die Frau wird deshalb wegen Mord und Mordversuch verurteilt. Eine andere Folge als lebenslange Haft kann es nicht geben. Sie wird weiterhin für alle Zukunft aus Schweden ausgewiesen.

Damit bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen – will die Verurteilte den eigentlich aussichtslosen Versuch unternehmen, vor dem höchsten schwedischen Gericht in Berufung zu gehen?