Überprüft

hansbaer Januar 20th, 2010

Der schwedische TÜV ist jedes Jahr fällig, und so durfte ich ziemlich genau ein Jahr nach der Ummeldung meines Autos vorfahren.

Das ganze Verfahren ist typisch schwedisch effizient. Man kann einen Termin online buchen, und als mir der geplante Termin dann doch nicht so gut lag, konnte ich bequem umbuchen. Die Suche ist auch auf so etwas abgestimmt und zeigt andere Stationen in der Umgebung gleich mit an. Allerdings wird das wohl nur hier in Stockholm so gut funktionieren, wo zahlreiche Stationen angesiedelt sind. So landete ich also nicht in Nacka, wo ich ursprünglich hin wollte, sondern in Sundbyberg.

Vor dem Eingang steht ein Anmeldungsautomat, wo man mit Hilfe der Nummer des Kennzeichens “einchecken” kann. Digitalanzeigen weisen dann den Weg, sobald eine Einfahrt frei ist. Großartig.

Der Kontrolleur wollte das Warndreieck sehen. Meines ist zwar wohl älter als das Auto selbst, aber einwandfrei, was ich aber erst in diesem Moment herausfand. Kontrolliert wurden auch die Türen und die Sicherheitsgurte. Bei ersteren war ich ganz froh, dass es nur -1°C hatte, denn andernfalls hätte es gut sein können, dass die Türen nicht zu öffnen gewesen wären, womit ich nicht durchgekommen wäre. Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal vor Wintereinbruch vorfahren, um das Problem zu umgehen.

Zum Abschluss nahm der Kontrolleur den Wagen zum Bremsentest mit.

Ergebnis: alles OK – die Stoßdämpfer sind anscheinend schon etwas abgenutzt, aber noch in Ordnung. Begeisternd auch, dass der Kontrolleur gleich noch das Licht eingestellt hat, das etwas zu hoch.

Beeindruckender Zusatzservice, und das alles für schlappe 300 kr.

Einziger Nachteil der Aktion: um den Termin am früheren Nachmittag wahrzunehmen, den ich ursprünglich hatte, bin ich zum ersten Mal mit dem Auto zur Uni gefahren. Das kostete nicht nur Maut, sondern auch ein Vermögen an Parkgebühren – alles unnötig im Nachhinein.

Es kostete aber auch Zeit. Mit dem Auto brauchte ich genauso lange wie mit öffentlichen Verkehrsmitteln. All diejenigen, die behaupten, die Umgehung für den Großraum Stockholm sei unnötig, sind anscheinend noch nie morgens dort unterwegs gewesen.

Ich bin ganz froh, dass ich mir dieses zweifelhafte Vergnügen nicht öfter geben muss.

Bisschen frisch

hansbaer Januar 10th, 2010

 

Thomas hat schon vor einigen Tagen vollkommen korrekt angemerkt: es ist ein bisschen frisch draußen. Meine Temperaturanzeige im Browser verkündet -17°C, was immer noch etwas über den kältesten Tagen der letzten Zeit liegt.

Mein Auto findet das nicht gut. Nicht nur, dass die Türen nicht mehr so richtig aufgehen wollen. Auch die Batterie streikte am Tag vor Silvester. Nicht einmal die Kilometerstandsanzeige funktionierte noch. Und mein nagelneues Ladegerät auch nicht, weswegen ich mit dem Taxi kurz vor Ladenschluss noch zu Biltema hetzte, um ein anderes zu kaufen. Das tat dann seinen Dienst, und die Batterie erholte sich auch wieder.

Trotz dieser Beschwerlichkeiten ist dies irgendwie eine tolle Jahreszeit. Der Schnee ist frisch, und beim Neujahrsspaziergang schienen sich ausnahmsweise alle Schwedenklischees zu erfüllen (siehe oben). Die Kälte macht auch bemerkenswert wenig aus. Ob -5°C oder -15°C macht im trockenen Klima hier kaum einen Unterschied.

Dummerweise weiß man, dass dieser Schnee lange liegen bleiben wird und es bald bei weitem nicht mehr so schön sein wird.

Interessanterweise friere ich in der Wohnung mehr als draußen, was vielleicht auch daran liegen könnte, dass ich versucht habe, mich den ganzen Herbst für die Kälte etwas abzuhärten.

Derzeit könnte ich zur Abhilfe einen Heizlüfter anschließen, denn noch zahle ich meine Miete warm. Anscheinend in einem Anflug von sozialistischem Idealismus plante man vor rund 40 Jahren Wohnung noch ohne eigene Stromzähler. Die Solidaritätsgemeinschaft der Mieter sollte die Stromkosten wohl gemeinsam decken, und das soll sie bis heute.

Leider haben sich auf der Welt aber nicht alle lieb, und die Großzügigkeit der Gemeinschaft befördert vielfach den Egoismus des Einzelnen. Bislang kann jeder alle Elektrogeräte nach Belieben laufen lassen, denn die Gemeinschaft trägt ja dieses Verhalten mit.

Offenbar hat man die Schwäche dieses Konzepts eingesehen. Vor einem Jahr, als ich hier einzog, fand eine Mieterversammlung statt, in der über die bald anstehende Installation von Stromzählern berichtet wurde. Groteskerweise machten sich die meisten Mieter Sorgen darüber, dass jemand illegal ihren Strom anzapfen könnte und dann auf ihre Kosten lebt. Keinem schien einzufallen, dass dies manche vielleicht jetzt auch schon tun, nur vollkommen legal und zum Schaden aller.

Ganz so bald war dann der Wechsel dann doch nicht. Nächste Woche, also 13 Monate später, soll der Stromzähler kommen, und so kommt im Winter auch der Teilwechsel von Warm- zu Kaltmiete.

Teilweise deswegen, weil die Heizung davon unabhängig bleibt. In den Häusern dieser Generation scheint es üblich zu sein, dass der Vermieter bestimmt, welche Temperatur zu herrschen hat. Immerhin ist darin wenig Missbrauchspotential seitens der Mieter enthalten. Wir haben die Heizung immer auf 100% stehen, was im Allgemeinen genau Zimmertemperatur entspricht.

Mit der Einführung des Stromzählers wird die Miete natürlich gesenkt – und wir sind vorbereitet. Stromsparlampen haben wir schon in den meisten Teilen der Wohnung. Gestern habe ich die verbleibenden Geräte überprüft. Der Fernseher verbraucht überraschend nur 60 Watt. Die unscheinbare Stehlampe hingegen unglaubliche 140 Watt, was immer noch 10 Watt unter dem ist, was die Birne verkündet. Ähnlich dreist ist auch der Digitalreceiver fürs Kabelfernsehen: 6 Watt im Standby, 7 Watt im Betrieb. Nicht viel, aber man muss sich schon fragen, für was dann ein Standby-Modus gut sein soll. Insbesondere, weil der Receiver trotzdem mehrere Sekunden braucht, um anzuspringen.

Die letzten Optimierungen sind vorgenommen.

Die Frage ist nur: werden wir irgendwas sparen?

Weihnachtsgeschenkvorschlag: Standheizung

hansbaer Dezember 20th, 2009

Mitte dieser Woche brach der Winter über Stockholm (wie auch anderswo in Europa) herein. Das ist ungewöhnlich, weil hier der Schnee normalerweise erst im Januar kommt, zur Seite geschoben wird und langsam hart, schmutzig und rutschig wird. Ende März schmilzt er dann weg. Der Fachmann nennt das Frühling. Zurück bleiben Berge von Rollsplit, die zwischenzeitlich drüber gestreut wurden.

Aber auch die Schneemenge ist ungewöhnlich. Es war so viel, dass die Schneepflüge nicht mehr hinterherkamen. Einen halben Tag lang wurde der Busverkehr östlich von Stockholm komplett eingestellt. Es erinnerte etwas an das “Snökaos” (Schneechaos) vor 3 Jahren, als Leute stundenlang in ihren Autos feststeckten. Ursache damals war unter anderem, dass Leute ohne Winterreifen den Verkehr lahmlegten.

Die alleine machen es aber nicht aus. Mitteleuropäische Winterreifen sind laut einem Test, den ich neulich gelesen habe, weniger gut geeignet als die hier üblichen Reifen, ob nun ohne Spikes oder mit. In der Tat rutscht bei 10 cm Schnee auf den Straßen lustig hin und her. Es kann freilich sein, dass es den nordisch bereiften Fahrer nicht viel anders erging.

Die Busse verhalten sich aber auch interessant in solchen Verhältnissen. Die Gelenkbusse machen komische Verrenkungen, und nun weiß ich auch, für was die Anzeige “TC” im Armaturenbrett stett: Traktionskontrolle. Die Teilsperrung einer Linie wegen Rutschgefahr versüßte mir den Arbeitstag, weil man da auch mal wirklich als Dienstleister wahrgenommen wird. Ganz angenehm nach dem gestrigen Tag, als ich innerhalb einer Runde gleich dreimal den Fall hatte, dass Leute mir uralte Tickets zeigten und bei Nachfrage ein erneutes Vorzeigen verweigerten. Erst als ich ankündigte, dass der Bus dann solange steht, bis der Wachdienst die Sache geklärt hat, tat sich etwas. In dem Job gibt es irgendwie immer wieder was neues.

Die Krönung des ganzen Schneespaßes war gestern und heute aber definitiv das Autofahren. Nicht nur, weil ich dreimal den ganzen neuen Schnee wegfegen durfte. Die Probleme begannen schon beim Einsteigen. Dass mir die Fahrertür zufriert, hatte ich schon erlebt, aber das mir alles bis auf die Heckklappe zufriert, war neu.

Also bin ich durch den Kofferraum eingestiegen – und wünschte mir, dass ich eine Standheizung hätte.

Neues im Auswandererguide

hansbaer Dezember 14th, 2009

Nach der Änderung bei den Spikereifen neulich habe ich heute gesehen, dass sich bei den Führerscheinen die Verantwortlichkeiten bei den Behörden zum 1. Januar ändern. Das war ein guter Anlass, eine Reihe von Verbesserungen in den Teilen zum Führerschein und zum Auto anzubringen.

Umstrukturierung des Auswandererguides

hansbaer Mai 23rd, 2009

Lange habe ich überlegt, wie ich den doch recht beliebten Auswandererguide weiterführen soll. Vieles ist dort unvollständig, manches irreführend oder gar falsch. Bislang habe ich immer wieder Nachträge veröffentlicht, was zwar den chronologischen Charakter der Sache betont, aber sehr unübersichtlich ist. Das musste ich erst kürzlich wieder feststellen, weil in meinem Bericht zur Ummeldung meines Autos noch fehlte, wie die Abmeldung in Deutschland gelaufen ist. Da hilft ein Nachtrag nichts, weil dieser nicht so leicht aufzufinden ist.

Daher strukturiere ich das Ganze um. Aus Beiträgen, die wie ein Zeitungsartikel nachträglich nach Möglichkeit gar nicht oder nur wenig geändert werden sollen, werden Seiten, die einem Wiki gleich bei Bedarf abgeändert werden. Das ist in erster Linie eine technische Änderung, hat aber zur Folge, dass die Texte aus dem chronologischen Ablauf herausgenommen sind und mehr oder weniger zeitlos (wie z.B. die Laufliste) auf der Seite stehen. Wenn es nennenswerte Änderungen gibt, werde ich dann in entsprechenden Beiträgen darüber berichten.

Der erste Artikel, der auf diese Art eine statische Seite wird, ist der genannte zum Thema Autoanmeldung. Weitere werden folgen.

Auswandererguide Nachschlag (2) Update die zweite

hansbaer Februar 16th, 2009

  • Tag 35 (Montag): Es ist vollbracht. Heute erhielt ich die Mitteilung, dass mein Auto abgemeldet wurde, und zwar rückwirkend zum Tag 14. Dem Finanzamt und der Versicherung wird das mitgeteilt. Ich brauche nichts weiter zu tun. Damit war eigentlich schon nach 13 Tagen die Ummeldung komplett erfolgt, und nach 15 Tagen hätte ich schon mit schwedischen Kennzeichen in den Verkehr gehen können. Tolle Sache, würde ich sagen.

Auswandererguide Nachschlag (2) Update

hansbaer Februar 13th, 2009

Mittlerweile hat sich auch die Ummeldung des Autos weiterentwickelt:

  • Tag 25 (Freitag): Ich stelle online eine Anfrage an das Transportstyrelsen, an welche Behörde in Deutschland die Ummeldungsmitteilung verschickt wurde und wann dies erfolgt ist.
  • Tag 31 (Donnerstag): Das Transportstyrelsen schickt mir die Steuerrechnung für das kommende Jahr. Das ist bislang so ziemlich das einzige, was ich an dem Verfahren kritisiere. Es ist etwas unsinnig, mir erst eine Rechnung für zwei Monate zuzuschicken, um dann kurz darauf noch eine hinterherzuschieben. Für Pfennigfuchser mag es auch ärgerlich sein, dass man dann nochmals die 43 kr Vägtrafikregisteravgift bezahlen muss, denn diese Gebühr wird normalerweise nur jährlich erhoben. Wie man an dem Link auch ersehen kann, ist es wohl auch kein Zufall, dass das Kennzeichen auf die Zahl 9 endet. Es musste so sein, weil ansonsten der Bezahlmonat Februar nicht passen würde. Ansonsten aber keine Überraschungen: 1495 kr beträgt die ganze Steuer, davon 1452 kr jährliche Steuer auf Basis des Gewichts. Außerdem hat das Transportstyrelsen auf meine Online-Anfrage geantwortet. Die Mitteilungen über Ummeldungen werden täglich verschickt – die Geschwindigkeit dieser Behörde ist bemerkenswert, wenn man mal von der Beantwortung dieser Anfrage absieht.
  • Tag 32 (Freitag): Ein Anruf beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg ergibt, dass die Mitteilung an die Zulassungsstellen weitergeleitet werden (wie ich auch erwartet hatte), von wo es dann auch zu den Versicherungen geht. Das ganze Verfahren dauert üblicherweise um die drei Wochen. In der Zulassungsstelle erreiche ich niemanden, also schicke ich eine E-Mail, was schon einmal gut funktioniert hat. Die Frage, die noch bleibt, ist, ob man postalisch darüber benachrichtigt wird, wann das Auto abgemeldet wurde. Außerdem wollte ich natürlich noch wissen, ob von meiner Seite noch weitere Schritte notwendig sind.

Auswandererguide Nachschlag (2): Wie man nun wirklich ein Auto ummeldet

hansbaer Februar 8th, 2009

Update (23. Mai 2009): ab sofort wird hier fortlaufend aktualisiert. Deshalb enthält der Artikel nun auch das Ende des Abmeldeprozesses.

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Vor längerer Zeit habe ich für meinen Auswandererguide einen Artikel über die Ummeldung eines Autos in Schweden. So manches stimmt darin nicht (mehr), und manche interessante Details fehlen.
Nur deswegen habe ich im mutigen Selbstversuch ein Auto nach Schweden umgemeldet. Ich war mir nicht zu schade, mein eigenes hierfür zur Verfügung zu stellen.

Es handelt sich um einen VW Golf Variant, Baujahr 1994, Benziner.

Ablauf der Ummeldung

Hier der Ablauf, wie er sich bei mir verhielt (zur Kostenauflistung siehe weiter unten):

  • Tag 1 (Dienstag): ich gehe auf die Webseite des Transportstyrelsen. Diese Behörde wurde am 1. Januar 2009 neu geschaffen und hat viele Aufgaben des Vägverket übernommen, darunter auch die Fahrzeugverwaltung. Ich gehe zum “Ansökan om ursprungskontroll“, also den Antrag auf Ursprungskontrolle. Wie bisher muss auch weiterhin überprüft werden, ob das Fahrzeug nicht gestohlen ist oder etwas in der Art, wozu eben diese Ursprungskontrolle dient. Ich wähle als Importvariante “Eget Bruk” (Eigengebrauch) aus, denn die Anforderungen für Umzugsgut könnte ich nur mit Verrenkungen erfüllen – das muss nicht sein. Als Angaben reichen vergleichsweise wenige Dinge. Neben der Personnummer muss man nur ein paar Angaben zum Fahrzeug machen, darunter die Fahrgestellnummer. Auf die Angabe des Kilometerstandes kann man beispielsweise verzichten. Man muss sich auch entscheiden, ob man eine vorläufige Registrierung beantragen möchte. Hat das Auto ein Kennzeichen, das gerade ausläuft oder in Kürze wegen des Besitzerwechsels nicht mehr in Schweden gefahren werden darf, ist diese wichtig, um das Fahrzeug weiterhin in Schweden bewegen zu können. Allerdings ist es gut, wenn man dies vermeiden kann, denn vor allem eine Versicherung für diese dreimonatige vorläufige Anmeldung des Autos ist nicht billig (habe etwas von 1700 kr gehört). Ich verzichte darauf, da ich noch mit dem deutschen Kennzeichen fahren kann. Wenn man alle Daten eingegeben hat, kann man schonmal die Rechnung ausdrucken und diese gleich online bezahlen. Möchte man das nicht tun, kann man auch warten, bis die Rechnung per Post kommt – das Transportstyrelsen beginnt aber erst mit der Bearbeitung, wenn das Geld da ist. Ich bezahle natürlich sofort. Weiterhin gibt es ein Deckblatt zum Ausdrucken, denn man muss auch einige Dokumente einschicken.
  • Tag 2 (Mittwoch): ich schicke den Fahrzeugbrief, den Fahrzeugschein und eine Kopie des Kaufvertrages ein. Die Fahrzeugpapiere müssen im Original sein – Kopien werden nicht akzeptiert! Sie werden einbehalten und archiviert. Man erhält bei erfolgreicher Ummeldung neue schwedische Papiere. Der Kaufvertrag sollte beglaubigt sein. Das geht in Schweden so, dass man jemanden bittet, auf der Kopie zu unterschreiben – möglichst mit dem Namen im Klartext und vielleicht dem Wort “vidimering” oder “vidimeras” dabei. Ich schicke die Papiere aus hoffentlich nachvollziehbaren Gründen als Einschreiben, auf schwedisch “rekommenderat” oder kurz “rek”.
  • Tag 8 (Dienstag): das Transportstyrelsen teilt mir per Post mit, dass die Ursprungskontrolle erfolgreich war. Ich könne mich nun bei Bilprovningen, dem schwedischen TÜV, melden, um eine Registreringsbesiktning zu buchen. Dazu habe ich eine “Ärendenummer”, also eine Art Aktenzeichen. Die Registreringsbesiktning ist keine Untersuchung des technischen Zustandes, sondern eine Überprüfung, ob das vorgefahrene Auto auch wirklich das ist, welches im Antrag angegeben wurde. Die Buchung der Zeit geht im Gegensatz zur üblichen Kontrollbesiktning (=technische Überprüfung wie beim TÜV) leider nicht online, sondern nur beim Telefon. Da ich erst abends nach hause komme, muss das warten.
  • Tag 9 (Mittwoch): Man sollte sich vor Anruf auch darüber informieren, welche Filialen von Bilprovning überhaupt die Registreringsbesiktning machen, denn das sind längst nicht alle. Die von mir aus nächstgelegene wäre die in Nacka, aber die macht das nicht. In Stockholm gibt es hierfür nur 4 Stationen, wovon mir Västberga am ehesten liegt, weil ich die Gegend schon kenne. Ich rufe an, um einen Termin zu bekommen. Man bietet mir einen Termin für den Tag darauf (!) an. Damit hatte ich nicht gerechnet, und es passt mir auch nicht so gut. Stattdessen nehme ich einen Termin am darauffolgenden Montag.
  • Tag 13 (Sonntag): Ich überprüfe noch einige Kleinigkeiten wie das Licht und den Ölstand, denn wenn die Registeringsbesiktning erfolgreich ist (wovon ich ausgehe), kommt gleich die Kontrollbesiktning. Diese dürfte das Auto zwar überstehen, aber man will ja nicht nochmal vorfahren müssen, weil ein Bremslicht nicht funktioniert.
  • Tag 14 (Montag): Schon auf dem Parkplatz kommt ein netter Mann von Bilprovningen und sagt mir, wohin ich das Auto stellen soll. Ich gebe ihm meinen Ausweis, damit er die Papiere schon einmal vorbereiten kann. Er überprüft die Fahrgestellnummer und wiegt den Wagen, denn bei Autos mit Baujahr vor 2006 zählen nur zwei Kriterien bei der Bestimmung der Steuer: Treibstoff und Gewicht. Bei ersterem geht es eigenlich nur um Diesel oder Nicht-Diesel. Beim Gewicht ist das “Tjänstevikt” gemeint, also das kleinste Gewicht, das das Auto im Betrieb hat. Soll heißen: mit Tankfüllung und Fahrer, aber ansonsten leer. Ich vermute, damit war die Registreringsbesiktning schon abgeschlossen. Gesagt hat der Mann nichts, sondern ging gleich dazu über, die Gurte und das Licht zu kontrollieren. Es folgten eine mir recht gründlich erscheinende Inspektion des Fahrwerks. Die abnehmbare Anhängerkupplung musste ich wider Erwarten nicht vorführen. Keine Rolle schien zu spielen, dass ein Kotflügel ein rostbedingtes Loch hat. Es folgte zum Abschluss ein kurzer Bremsentest. Dann kam er zurück: alles ok. Ich solle warten, bis er den restlichen Papierkram erledigt hat. Zehn Minuten später kam er zurück, und ich zahlte. Auf der Quittung fand ich zu meiner Überraschung das zukünftige Kennzeichen meines Autos. Offenkundig war der Kontrolleur der Meinung, mein Auto sei dunkelblau – soll mir recht sein. Er sagte, dass ich schon heute meine Versicherung abschließen könne. Damit hatte ich so schnell nicht gerechnet. Die ganze Prozedur dauerte vielleicht 45 Minuten.
    Die Versicherungssuche gestaltet sich aber schwieriger als erhofft. Da das Auto noch nie in Schweden angemeldet war, fehlen für automatisierte Versicherungsauskünfte die entsprechenden Daten im Register. So muss ich einzeln anfragen. Eine Anfrage stelle ich bei Folksam, weil ich dort schon Kunde bin und daher auf Rabatte hoffe. Weiterhin gehe ich zu Insplanet, einer Maklerfirma, die verschiedene Versicherungen im Angebot hat. Zuletzt stelle ich auf Anregung meiner Freundin eine Anfrage an Länsförsäkringen, da sie dort Kunde ist und wir eventuell Rabatt erhalten können. Die Kriterien sind bei allen Anbietern ähnlich: jährliche Fahrstrecke, üblicher Fahrzeugstandort (Wohnort und Art des üblichen Parkplatzes), schadensfreie Jahre und, ob es Fahrer unter 25 gibt. Natürlich möchte ich nur die billigste Versicherung haben, denn bei einem 15 Jahre alten Auto ist eine Teilkasko (Halvförsäkring) oder gar Vollkasko (Helförsäkring) unnötig.
    Gegenüber Versicherungen bin ich ohnehin schon skeptisch, aber bei einem Makler wie Insplanet erst recht, denn natürlich geht es hier um Prämien. Dementsprechend ist auch der Service: der Anruf kommt fast sofort. Im Laufe des Tages trudeln die ersten Angebote ein. Ich beschließe aber, noch einen Tag zu warten. Zuviel Eile habe ich ohnehin nicht, denn ohne Kennzeichen kann ich ohnehin nicht fahren.
  • Tag 15 (Dienstag): Der Typ von Insplanet nervt mich schon mit Anrufen. Da kommt endlich das Angebot von Länsförsäkringar. Nun kann ich den Vergleich machen. Mit Abstand am teuersten ist Folksam – trotz Mitgliederrabatt soll ich bei denen 3497 kr im Jahr bezahlen. Dann folgen die zwei von Insplanet eingeholten Angebote. Dort ist die billigste Gesellschaft SalusAnsvar, die knapp 3100 kr haben will. Allerdings hat dieser Versicherer nicht einmal eine vernünftige Homepage, was ich etwas fragwürdig finde. Die Entscheidung erübrigt sich aber ohnehin, denn Länsförsäkringar ist mit 2182 kr die billigste Versicherung. Hier sind 15% Mitgliederrabatt drin, aber selbst wenn man diesen nicht hätte, läge man bei ca. 2500 kr. Dabei handelt es sich, soweit ich es beurteilen kann, um eine seriöse Sache. Die Versicherung hat anscheinend einen guten Ruf. Auch spricht für sie, dass ich eine Eigenbeteiligung von nur 1000 kr habe. Bei anderen Anbietern habe ich auch etwas von 3000 kr gesehen. Ich schließe die Versicherung ab – in Schweden geht so etwas per Telefon, was man fragwürdig finden kann, in diesem Fall aber einfach nur sehr praktisch ist. Den ersten Versicherungstag kann ich frei wählen, und ich nehme den Freitag. Dies wird anscheinend in einer zentralen Datenbank gespeichert, so dass Transportstyrelsen gleich feststellen kann, ob das Auto wirklich versichert ist.
  • Tag 16 (Mittwoch): Fahrzeugbrief und Kennzeichen treffen ein. Der Fahrzeugbrief ist zweiteilig: Teil 1 scheint dem Fahrzeugschein zu entsprechen, Teil 2 dem Fahrzeugbrief. Wichtig ist der “Behörighetskod”. Diesen braucht man, um das Auto in Betrieb zu nehmen. Das mache ich natürlich sofort, und zwar auf den Freitag, damit es auch mit der Versicherung übereinstimmt. Die Inbetriebnahme erfolgt hierbei online. Man kann sich direkt einen Beleg ausdrucken, der einem bescheinigt, dass das Auto angemeldet ist. Ab nun hat man knapp einen Monat Zeit, die Steuern zu bezahlen. Hier zu wird einem eine Rechnung zugeschickt.
  • Tag 18 (Freitag): Ab heute könnte ich theoretisch schon mit den schwedischen Schildern fahren. Leider ist die Steuermarke noch nicht angekommen. Ohne diese könnte ich zwar fahren, aber das Risiko, von der Polizei angehalten zu werden, ist natürlich viel größer.
  • Tag 21 (Montag): Die Steuerrechnung samt einer vorläufigen Steuermarke kommt an. Anscheinend erhalte ich eine dauerhafte Steuermarke, sobald ich bezahlt habe. Seltsamerweise werden mir aber nur die ersten zwei Monate berechnet. Ich nehme an, nächsten Monat kommt die endgültige Rechnung. Interessanterweise war bei dieser Rechnung nochmals der erste Teil des Fahrzeugbriefes dabei, so dass ich diesen jetzt doppelt habe.
  • Tag 25 (Freitag): Ich stelle online eine Anfrage an das Transportstyrelsen, an welche Behörde in Deutschland die Ummeldungsmitteilung verschickt wurde und wann dies erfolgt ist.
  • Tag 31 (Donnerstag): Das Transportstyrelsen schickt mir die Steuerrechnung für das kommende Jahr. Das ist bislang so ziemlich das einzige, was ich an dem Verfahren kritisiere. Es ist etwas unsinnig, mir erst eine Rechnung für zwei Monate zuzuschicken, um dann kurz darauf noch eine hinterherzuschieben. Für Pfennigfuchser mag es auch ärgerlich sein, dass man dann nochmals die 43 kr Vägtrafikregisteravgift bezahlen muss, denn diese Gebühr wird normalerweise nur jährlich erhoben. Wie man an dem Link auch ersehen kann, ist es wohl auch kein Zufall, dass das Kennzeichen auf die Zahl 9 endet. Es musste so sein, weil ansonsten der Bezahlmonat Februar nicht passen würde. Ansonsten aber keine Überraschungen: 1495 kr beträgt die ganze Steuer, davon 1452 kr jährliche Steuer auf Basis des Gewichts. Außerdem hat das Transportstyrelsen auf meine Online-Anfrage geantwortet. Die Mitteilungen über Ummeldungen werden täglich verschickt – die Geschwindigkeit dieser Behörde ist bemerkenswert, wenn man mal von der Beantwortung dieser Anfrage absieht.
  • Tag 32 (Freitag): Ein Anruf beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg ergibt, dass die Mitteilung an die Zulassungsstellen weitergeleitet werden (wie ich auch erwartet hatte), von wo es dann auch zu den Versicherungen geht. Das ganze Verfahren dauert üblicherweise um die drei Wochen. In der Zulassungsstelle erreiche ich niemanden, also schicke ich eine E-Mail, was schon einmal gut funktioniert hat. Die Frage, die noch bleibt, ist, ob man postalisch darüber benachrichtigt wird, wann das Auto abgemeldet wurde. Außerdem wollte ich natürlich noch wissen, ob von meiner Seite noch weitere Schritte notwendig sind.
  • Tag 35 (Montag): Es ist vollbracht. Heute erhielt ich die Mitteilung, dass mein Auto abgemeldet wurde, und zwar rückwirkend zum Tag 14. Dem Finanzamt und der Versicherung wird das mitgeteilt. Ich brauche nichts weiter zu tun. Damit war eigentlich schon nach 13 Tagen die Ummeldung komplett erfolgt, und nach 15 Tagen hätte ich schon mit schwedischen Kennzeichen in den Verkehr gehen können. Tolle Sache, würde ich sagen.

Nach ca. 3 Wochen also konnte ich unauffällig im Straßenverkehr umherfahren. Wenn ich mich noch etwas mehr mit dem TÜV und der Versicherung beeilt hätte, wäre es sogar in zwei Wochen zu schaffen gewesen.

Wie ich von anderen Seiten gehört habe, ist die Abmeldung in Deutschland nicht immer so reibungslos. Daher ist es wohl anzuraten, den Kontakt zur entsprechenden Zulassungsstelle zu suchen.

Kostenauflistung

Wie schon erwähnt, wurde die Ummeldung erst einmal auf zwei Monate gemacht, so dass hierfür schon einmal Gebühren und Steuern anfallen. Danach tritt das Auto regulär in Betrieb, wozu gehört, dass man alle 12 Monate zur Überprüfung muss und natürlich auch die Steuern zahlen muss.

Hier nun die Auflistung meiner Kosten (Kleinvieh wie Fahrt zu Billprovningen und Telefonkosten nicht mitgerechnet):

  • Antrag zur Ursprungskontrolle: 500 kr
  • Einschreiben zum Transportstyrelsen: ca. 60 kr
  • Registeringsbesiktning und Kontrollbesiktning bei Bilprovningen: 1520 kr
  • Haftplichtversicherung (mit 15% Mitgliederrabatt, Eigenanteil im Schadensfall 1000 kr): pro Jahr 2128 kr, wobei das Jahr schon begonnen hatte und ich erst einmal nur 1959 kr für die Zeit bis zum 1. Januar 2010 bezahlen musste.
  • Vägtrafikregisteravgift (jährliche Abgabe, die bei der Ummeldung anfällt und dann nochmal zum Beginn des Steuerjahres): 43 kr
  • Skyltavgift (Schildergebühr, vermutlich für die Anfertigung der Schilder) : 120 kr
  • Gewichtbasierte Steuer: 242 kr für die ersten beiden Monate. Für ein Jahr sind es dann 1452 kr.

Dies Gesamtkosten betrugen für mich bislang also 4444 kr. Allerdings sind hier ja schon die laufenden Kosten der Steuer und Versicherung enthalten. Wenn man diese wegrechnet, landet man bei 2243 kr, die wohl nur einmalig anfallen. Die Gebühr zur Inbetriebnahme eines Autos, die 50 kr beträgt, fällt bei der ersten Inbetriebnahme in Schweden nicht an.

Korrekturen zum Auswandererguide.

In ein paar Punkten ist der Auswandererguide wenig hilfreich.

Es heißt dort u.a., man müsse eine vorläufige Versicherung abschließen. Wie man an meinem Beispiel sieht, ist das nur notwendig, wenn das Auto keine gültige Anmeldung mehr in Deutschland hat (z.B. wegen Besitzerwechsels). Diese vorläufige Anmeldung macht die ganze Angelegenheit aber erheblich teurer. Für die 3 Monate temporäre Versicherung zahlt man anscheinend alleine schon rund 1700 kr. Hinzu kommt noch eine Gebühr vom Transportstyrelsen. Wenn man das also vermeiden kann, ist das recht attraktiv.

Auch ist es fraglich, ob es lohnenswert ist, die Ummeldung als “Flyttsak” (“Umzugsgut”) zu benutzen. Zwar werden dort weniger strenge Standards angelegt, aber dies betrifft vor allem die Abgasvorschriften, was de facto nur Autos, die mehr als 20 Jahre alt sind, betreffen dürfte. Die Beantragung ist zudem teurer. Ein Vorteil hat es aber: die Ummeldung per “eget bruk” (“Eigengebrauch”) ist auf ein Fahrzeug pro Jahr beschränkt, was auf das Umzugsgut nicht zutrifft.

Bei der Steuer muss ich ebenso noch etwas anfügen. Zwar kommen in der Tat viele Faktoren zusammen, wenn man die Steuer eines beliebigen Fahrzeugs bestimmen will, aber wenn man sich auf Autos beschränkt, wird es ziemlich simpel. Es zählen dabei nur:

  • Baujahr ab 2006 bzw. Erreichen der Umweltklasse 5: Steuer nach CO2-Ausstoß
  • Alle anderen: Steuer nach Gewicht, wobei unterschieden wird zwischen
    • Dieselbetriebene Fahrzeuge
    • Nicht-Dieselbetriebene Fahrzeuge

Also zählt in meinem Fall alleine das Gewicht. Das Maß ist dabei das “Tjänstevikt”, also das “Dienstgewicht”. Es handelt sich dabei um das Leergewicht des Autos plus Tankfüllung und Fahrer. In meinem Fall waren es 1250 kg, womit ich die Steuer einfach hier hätte nachsehen können.
Wenn man also ein Auto importieren möchte, das vor 2006 gebaut wurde, kann man das Leergewicht nehmen, noch gut 100 kg für Tankfüllung und Fahrer dazurechnen. Das Ergebnis kann dann für eine Schätzung dienen.

Wie man an meinem Beispiel sieht, ist aber die Steuer deutlich billiger als die Versicherung – und diese kann man leider nicht so leicht abschätzen. Wenn man schon in Schweden ist, kann man sich anscheinend eines Tricks bedienen. Man schreibt einfach die Nummer eines Autos auf, das dem eigenen ähnelt, und schaut dann Angebote auf den einschlägigen Vergleichsseiten nach. Das ist zwar nicht exakt, sollte aber eine grobe Vorstellung geben.

Gedanken zum Tage

hansbaer Januar 27th, 2009

  • Etwas kurios ist dieser Artikel von Liza Marklund, der aus einem Merian-Heft stammt und bei SPIEGEL Online veröffentlicht wurde. Das ist schon deswegen so, weil Liza Marklund in letzter Zeit viel Kritik dafür bekommen hat, dass ein von ihr geschriebener dokumentarischer Roman wohl doch nicht ganz so faktentreu wahr, obwohl der Untertitel “eine wahre Geschichte” dies andeuten sollte. Marklund schreibt über ihr Stockholm, also anscheinend jenes für alle, die soviel Geld haben, dass der Preis keine Rolle mehr zu spielen scheint. Zu denen gehört sie offenkundig, und so ist ihre Beschreibung von Stockholm zwar irgendwo passend, aber auch ansatzweise snobistisch. Es ist nicht verwunderlich, dass sie nur einen Steinwurf vom Mälaren entfernt wohnt und ihr Büro in der Altstadt hat. Die Vorstädte erwähnt sie vor allem im Zusammenhang mit dem Arlanda Express, einem reichlich teuren Direktzug vom Flughafen in die Stadt. Von Betriebsunfällen spricht sie, wenn sie über diese hässlichen Betonburgen erzählt. Und sie hat recht. Aber man hat gut reden, wenn man in so privilegierter Lage wohnt, und unweit des Stureplan, der offiziellen Sammelstelle für unbezahlbare Nobelboutiquen, seine Klamotten einkauft. Kurios ist auch eine Bildunterschrift. Dort heißt es

    Starke Schwedenkrone: Der Kurswert Stockholms bei Touristen, die hier von Skeppsholmsbron nach Gamla Stan hinüberschauen können, ist genauso hoch

    Interessant, Anspielungen auf einen starken Kronenkurs zu machen, während die Krone gerade in der schwächsten Phase überhaupt ist und im letzten halben Jahr über 10% gegenüber dem Euro nachgegeben hat – vom Dollar erst gar nicht zu reden. Das ist fast schon ein Fall für die Spiegelkritik

  • Letzte Woche Mittwoch war mein Rekord leider vorbei. In den genau 1269 Tagen seit meiner Ankunft in Schweden hatte ich es geschafft, einen eisbedingten Sturz zu vermeiden. Ich bin gerutscht, aber nie gestürzt. Nun eben doch – der Weg vom Schwimmbad zur U-Bahn war spiegelglatt. Ich begann sofort einen neuen persönlichen Rekordversuch. Die 1269 Tage werden erst am 13. Juli 2012 vorbei sein. Drückt mir die Daumen!
  • Ich habe es endlich angegangen, mein Auto nach Schweden umzumelden. Das Verfahren ist unglaublich schnell. Vom Antrag am 13. Januar vergingen gerade einmal 6 Tage bis zur fertigen Bearbeitung. Gestern hatte ich dann den Termin bei Bilprovningen (schwedischer TÜV), bei dem die Identität des Autos und den einwandfreien technischen Zustand des Gefährts bescheinigt wurde. Die zukünftige Autonummer bekam ich gleich mit. Ab dem Moment war ich also aktenkundig, und das Auto ist als “stillgelegt” verzeichnet. Eine Versicherung zu buchen ist leider nicht so leicht, denn importierte Autos fehlen im Computer, so dass man nicht eben online nachschauen kann, was das denn kosten würde. Ich habe verschiedene Angebote eingeholt, die zwischen 210 € und 350 € pro Jahr schwanken. Da habe ich natürlich bei den 210 zugeschlagen. Derweil fertigt die neue Behörde Transportstyrelsen die Schilder. Sobald ich den neuen Fahrzeugbrief/-schein habe, kann ich das Auto in den Verkehr bringen, indem ich es einfach online anmelde und die Steuer entrichte. Manchmal ist die schwedische Bürokratie echt beeindruckend: vom Antrag bis zum ersten Tag im Verkehr sind es drei Wochen, wenn man sich etwas beeilt.
  • Interessant ist auch, dass ich dank der Steuersenkung der Regierung nun trotz Umzugs in eine höher besteuerte Kommune mehr Gehalt bekomme – glaube ich zumindest, denn ich weiß noch nicht, ob mein Umzug schon in die Berechnung mit einfließt.

SPIEGEL-Phänomene

hansbaer Januar 22nd, 2009

Nachdem mir Thomas gestern zwei Topthemen vor der Nase weggeschnappt hat, heute etwas ganz anderes. Irgendwie scheint mir der SPIEGEL momentan angesichts der Ereignisse in den USA so begeistert zu sein, dass er alles amerikanisch bebildern will.

So habe ich gerade das hier entdeckt:

Ausriss aus SPIEGEL-Artikel

Quelle: SPIEGEL Online

Interessant, dass ein Vorschlag der deutschen Bundesregierung mit einem Bild versehen wird, das allem Anschein nach in Amerika aufgenommen wurde – zumindest nach der Form der Schilder und der Modellauswahl zu urteilen. Vielleicht irre ich mich da aber. In jedem Fall wäre eine Reihe deutscher Autos passender gewesen.

Nicht minder verwirrend ist ein Countdown, der zwar schön herunterzählt, aber nicht für den recht vorhersehbaren Fall gerüstet ist, dass er auch mal vorbei sein wird.
bushende

Vielleicht ist das aber auch nur eine andere Art zu sagen, dass 8 Jahre Bush nun wirklich vorbei sind.

Nachtrag 14:18 Uhr: Dass dies ein deutscher Parkplatz sein soll, kann mir jetzt aber wirklich keiner mehr erzählen.

spiegel2

Quelle: SPIEGEL Online

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