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	<title>Delengkal Weblog &#187; Deutschland</title>
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	<description>Sinnfragen von einer Insel vor Stockholm</description>
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		<title>Das schwedische Du (und sein vermeintlicher Niedergang)</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 10:15:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hansbaer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>
		<category><![CDATA[Duzen]]></category>
		<category><![CDATA[Magdalena Ribbing]]></category>
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		<description><![CDATA[<p class="wp-caption-text">Werden noch gesiezt: König Carl XVI. Gustaf und seine Frau Silvia (Foto: Holger Motzkau 2010, Wikipedia/Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0)</p> <p>Gerade kam mir dieser Artikel in der FAZ unter. Dort schreibt Sebastian Balzter darüber, dass die schwedische formelle Anrede, vergleichbar mit dem deutschen Siezen, wieder etwas in Mode käme.</p> <p>Er beginnt mit einem Klischee, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<g:plusone href="http://delengkal.de/2012/02/das-schwedische-du-und-sein-vermeintlicher-niedergang/"  size="standard"   annotation="none"  ></g:plusone><div id="attachment_3493" class="wp-caption alignnone" style="width: 303px"><a href="http://delengkal.de/wp-content/uploads/2012/02/King_and_Queen_of_Sweden.jpg"><img src="http://delengkal.de/wp-content/uploads/2012/02/King_and_Queen_of_Sweden-293x300.jpg" alt="" title="King_and_Queen_of_Sweden" width="293" height="300" class="size-medium wp-image-3493" /></a><p class="wp-caption-text">Werden noch gesiezt: König Carl XVI. Gustaf und seine Frau Silvia (Foto: Holger Motzkau 2010, Wikipedia/Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0)</p></div>
<p>Gerade kam mir <a href="http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/debatte-in-schweden-duzen-siezen-nizen-11629575.html" target="_blank">dieser Artikel in der FAZ</a> unter. Dort schreibt Sebastian Balzter darüber, dass die schwedische formelle Anrede, vergleichbar mit dem deutschen Siezen, wieder etwas in Mode käme.</p>
<p>Er beginnt mit einem Klischee, das aber meiner Erfahrung nach stimmt: viele Deutsche, die in Schweden Urlaub machen, finden es so schön, unkompliziert und freundlich, dass man sich in Schweden gemeinhin duzt. Mit Ausnahme der königlichen Familie gilt das Duzen hier schließlich für alle.</p>
<p>Aber dann:</p>
<blockquote><p>
Seit einigen Jahren aber greift unter den jungen Schweden eine Unsicherheit um sich, die diese positiven Vorurteile in Frage stellt. Gesiezt wird zwar auch weiterhin niemand zwischen Malmö und Kiruna. Das Nizen aber macht dem Duzen zusehends Konkurrenz. „Wenn wir darüber reden, gibt es immer Streit“, berichtet die Stilratgeberin Magdalena Ribbing, die in der Tageszeitung „Dagens Nyheter“ eine Kolumne über gute Manieren schreibt.</p>
<p>Vor allem im Geschäftsleben, in Restaurants und Kaufhäusern, gebrauchen nach ihrer Erfahrung jüngere Angestellte gegenüber älteren Kunden oder Gästen zunehmend die altertümliche Anredeform „Ni“. Dazu werden sie bisweilen sogar von ihren Vorgesetzten aufgefordert.
</p></blockquote>
<p>Ich war doch einigermaßen verwirrt &#8211; das &#8220;Ni&#8221; hielt ich für eine vollkommen abgeschaffte Anrede, und im Alltag ist sie mir in den letzten Jahren noch nicht bewusst begegnet. Allerdings bin ich wohl noch nicht alt genug, dass man mir so begegnen würde.</p>
<p>Nach einer Recherchen ist mir der Begriff des &#8220;Ny-Niandet&#8221; (&#8220;Neusiezen&#8221;) untergekommen. Besonders <a href="http://gunillasdagbok.blogspot.com/2008/01/jag-r-blott-en-enda-person.html" target="_blank"> im Dienstleistungsbereich sei das so</a>. In der <a href="http://www.dn.se/blogg/etikettfragan/2011/11/18/nibesvarande/" target="_blank">Kolumne der erwähnten Magdalena Ribbing</a> ging es<a href="http://www.dn.se/blogg/etikettfragan/2009/11/17/ny-niande-5332/" target="_blank"> auch schon</a> <a href="http://www.dn.se/blogg/etikettfragan/2009/09/23/nia-kund-4769/" target="_blank">öfters darum</a>. Soweit stimmt das also.</p>
<p>Jedoch denke ich, dass Balzter ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen ist. Eine &#8220;Debatte&#8221;, wie sie die FAZ erkannt haben will, würde ich das nicht nennen. <a href="http://www.alba.nu/motvallsbloggen/?p=552" target="_blank">Dahingehende Blogeinträge</a> sind teilweise über 5 Jahre alt, und für mich ist nicht ersichtlich, was nun plötzlich eine &#8220;Unsicherheit&#8221; hervorrufen sollte. Es mag sein, dass <a href="http://www.sprakradet.se/startsida" target="_blank">der Sprachrat</a>, der im Artikel erwähnt, irgendwann langsam tätig werden musste und das vielleicht irgendeine nachrichtenrelevante Rolle spielt &#8211; aber bei dem wurde ich auch nicht fündig. </p>
<p>Es ist aus meiner Sicht eine Randerscheinung, ein vorübergehender Trend &#8211; da hat der Artikel wiederum recht &#8211; aber keine Sache, die an den Fundamenten rüttelt, die Ende der 1960er Jahre gelegt wurden. Es fehlt schlicht der Neuigkeitswert, und auch der gesellschaftliche Disput, der da suggeriert wird.</p>
<p>Ein Punkt stellt der Artikel auch leider nicht richtig, was sehr bedauerlich ist. Ich konnte immer nur mit Kopfschütteln auf die deutsche Interpretation des schwedischen Du reagieren. Die Begeisterung der Deutschen für diesen schwedischen Brauch <del datetime="2012-02-05T17:59:24+00:00">rührt</del> <ins datetime="2012-02-05T17:59:24+00:00">beruht</ins> meines Erachtens nämlich auf einem grundlegenden Missverständnis.</p>
<p>Das deutsche Sie drückt zwar auch Respekt gegenüber Mitmenschen aus, insbesondere älteren. Jedoch ist ein weiterer wichtiger Aspekt die Schaffung eines Abstands zwischen einem selbst und der gesiezten Person. Das Sie drückt aus, dass man der angesprochenen Person nicht nahesteht. Das Du hat hingegen einen jovialen Charakter und findet bei einer Begegnung auf Augenhöhe zwischen jüngeren Menschen Anwendung.</p>
<p>Die Deutschen, die sich über das schwedische Du so freuen, glauben, es sei dasselbe wie das Deutsche. Ist es nicht. Wenn buchstäblich jeder mit Du angesprochen wird, dann hat es keine Bedeutung mehr. Der Polizist spricht einen Mörder bei der Verhaftung genauso mit Du an wie die Braut ihren Ehemann bei den Flitterwochen. Es ist vollkommen wertungsneutral. Wenn man also in Schweden geduzt wird, dann ist das vielleicht ein Bekenntnis zu geschwundenen Klassenunterschieden, aber es wohnt dem im Prinzip nichts joviales oder freundliches inne. Es geht nicht darum, eine Nähe zu schaffen, und wenn man glaubt, dem wäre so, dann ist das die Interpretation des Empfängers, nicht die Absicht des Senders.</p>
<p>Im Umkehrschluss würde ich auch davon ausgehen, dass das schwedische &#8220;Ni&#8221; &#8211; übrigens die zweite Person Plural, nicht die dritte wie im Deutschen &#8211; eine prinzipiell eher untertänige und respektvolle Haltung transportiert. Ich möchte bezweifeln, dass einem schwedischen Polizisten einfallen würde, einen Mordverdächtigen mit Ni anzusprechen, denn Respekt hat er für den sicherlich nicht.</p>
<p>Das Problem, das einige der verlinkten Webseiten ausdrücken, ist, dass das Ni von älteren Menschen auch falsch als kränkend empfunden werden kann &#8211; wohl in dem Sinne, dass junge Menschen ironisch Ni verwenden und sich der angesprochene veralbert fühlt. Interessanterweise hat sich daher noch eine weitere Form herausgebildet, nämlich die Anrede in der dritten Person Singular mit Titeln. Das habe ich schon bei Interviews mit dem König gesehen, <del datetime="2012-02-05T18:04:52+00:00">dem dann statt z.B. statt</del> <ins datetime="2012-02-05T18:04:52+00:00">der dann statt z.B.</ins></p>
<blockquote><p>Was sagen Sie dazu?</p></blockquote>
<p>gefragt wurde</p>
<blockquote><p>Was sagt der König dazu?</p></blockquote>
<p>Klingt seltsam, aber hat sich anscheinend etabliert.</p>
<p>Jenseits aller Missverständnisse und Feinheiten muss aber auch eines gesagt werden: die schwedische Lösung ist mir deutlich lieber als die deutsche. Dieses Herumrätseln, ob man nun schon Du sagen darf, weil man es mal angeboten bekommen hat, oder eben nicht, fand ich immer schwierig. Man hat im Schwedischen immer eine Lösung, ohne überlegen zu müssen. Zudem finde ich diese Konsequenz, mit der man versucht hat, eine gleichgestellte Gesellschaft zu erreichen, beachtlich. Zwar wird eine Gesellschaft dadurch nicht automatisch gleicher, aber es kann als Symbol durchaus dienen. Ich sehe auch nicht, wieso man das in Deutschland nicht könnte. Immerhin hat man es geschafft, das Fräulein abzuschaffen. Dann sollte es doch auch möglich sein, das Siezen loszuwerden.</p>
<p><strong>Update 5.2.</strong>: Asche auf mein schnellschreibendes Haupt. Der letzte Aspekt des missverstandenen Du seitens der Deutschen wird in dem Artikel am Ende durchaus noch angesprochen.</p>
 <p><a href="http://delengkal.de/?flattrss_redirect&amp;id=3490&amp;md5=6112cd22bb8a7c00d84240c30f17ce55" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://delengkal.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gut, dass wir mal drüber gesprochen haben</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 09:27:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hansbaer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Fundera på livet]]></category>
		<category><![CDATA[Dänemark]]></category>
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		<description><![CDATA[<p class="wp-caption-text">So soll der Tunnel einmal von innen aussehen (Bild: Femern A/S)</p> <p>Es hat ja lange gedauert, aber der geplante Tunnel zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rödby in Dänemark hat es endlich auch in die schwedischen Medien geschafft. Vor gut zwei Wochen war dieser Artikel im Svenska Dagbladet, der im Wesentlichen die Fakten auf den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<g:plusone href="http://delengkal.de/2011/11/gut-dass-wir-mal-druber-gesprochen-haben/"  size="standard"   annotation="none"  ></g:plusone><div id="attachment_3348" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><a href="http://delengkal.de/wp-content/uploads/2011/10/Tunnel-interior.jpg"><img src="http://delengkal.de/wp-content/uploads/2011/10/Tunnel-interior-400x300.jpg" alt="" title="Tunnel interior" width="400" height="300" class="size-medium wp-image-3348" /></a><p class="wp-caption-text">So soll der Tunnel einmal von innen aussehen (Bild: Femern A/S)</p></div>
<p>Es hat ja lange gedauert, aber der geplante Tunnel zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rödby in Dänemark hat es endlich auch in die schwedischen Medien geschafft. Vor gut zwei Wochen war <a href="http://www.svd.se/naringsliv/jattetunnel-planeras-pa-ostersjons-botten_6537877.svd" target="_blank">dieser Artikel</a> im Svenska Dagbladet, der im Wesentlichen die Fakten auf den Tisch legt und durchscheinen lässt, dass die deutsche Seite so aus der Affäre gezogen hat, dass sie minimale Verantwortung und minimale Kosten hat.</p>
<p>Viel mehr aufgefallen ist mir aber <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1539668/" target="_blank">dieser Beitrag</a>, der schon Ende August im Deutschlandfunk lief. Er entstand aus dem Anlass, dass ein &#8220;Dialogforum&#8221; zum Bau der festen Querung eingerichtet wurde. Ich habe auch schon <a href="http://delengkal.de/2011/02/nachtrag-fehmarn-21/">zuvor keinen Hehl daraus gemacht</a>: spätestens seit die geplante Brücke durch einen Tunnel ersetzt wurde, bin ich vorbehaltlos für dieses Projekt. Die Umweltfolgen sind gering, der langfristige Nutzen erheblich.</p>
<p>Daher bin ich auch bei dem Dialogforum etwas skeptisch. Es wirkt nämlich wie eine Überreaktion der Politik, die bei einem Bürgerprotest gleich ein neues Stuttgart 21 befürchtet. Also bietet man an, über etwas zu reden. Nur wie bei S21 sind Verträge geschlossen, so dass es im Grunde eigentlich nichts mehr zu bereden gibt und damit die Gegner nicht zufrieden sein kann. Das &#8220;Ob&#8221; steht außer Frage, nur das &#8220;wie&#8221; ist noch gestaltbar. Der Vergleich mit S21 hinkt aber an so vielen Stellen, dass es ein Witz ist, auch nur andeutungsweise beides auf eine Ebene zu stellen. Das beginnt schon damit, dass nicht einmal die Fehmarner selbst voll hinter den Gegnern stehen.</p>
<p>Das Forum könnte allenfalls die sinnvolle Planung der Hinterlandbindung unterstützen, aber darum geht es den Gegnern des Projekts wiederum nicht. Insofern sehe ich nicht, wohin eine solche Plattform führen soll. Ich bin gespannt, wie sich die Sache weiter entwickelt &#8211; und hoffe, dass die nächsten Beiträge sich eher mit den Plänen beschäftigen als mit der übersteigerten Reaktion auf Protest.</p>
 <p><a href="http://delengkal.de/?flattrss_redirect&amp;id=3298&amp;md5=77d97ff19f1929775f043ec011afabdf" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://delengkal.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Japanskor, Japanskor, överallt japanskor</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jul 2011 16:12:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hansbaer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Es ist nicht mehr unbedingt nötig, sich noch weiter über die gestrige Niederlage auszulassen. Natürlich war ich auch etwas geknickt. Bis zum Halbfinale hätte es schon weitergehen können und sollen.</p> <p>Man muss das Positive sehen &#8211; Fußball ist aus zwei Gründen ein interessanter Sport. Zum Ersten, weil wenige Tore fallen und damit ein einziges Tor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<g:plusone href="http://delengkal.de/2011/07/japanskor-japanskor-overallt-japanskor/"  size="standard"   annotation="none"  ></g:plusone><p>Es ist nicht mehr unbedingt nötig, sich noch weiter über die gestrige Niederlage auszulassen. Natürlich war ich auch etwas geknickt. Bis zum Halbfinale hätte es schon weitergehen können und sollen.</p>
<p>Man muss das Positive sehen &#8211; Fußball ist aus zwei Gründen ein interessanter Sport. Zum Ersten, weil wenige Tore fallen und damit ein einziges Tor den Spielverlauf komplett umwerfen kann. Lange Zeit war es im Frauenfußball aber so, dass Spiele erdrutschartig in wenigen Minuten gewonnen wurden. Das ist vorbei. Zum Zweiten ist es wichtig, dass Spiele unerwartet ausgehen können. Das ist bei den Männern so, wenn Griechenland Europameister wird und Frankreich in der Vorrunde sieg- und torlos ausscheidet. Das ist bei den Frauen nun auch so. <a href="http://taz.de/1/sport/wm-2011-aufm-platz/artikel/1/das-ist-fussball/" target="_blank">Frauenfußball ist eben normaler Fußball geworden.</a> Gut so.</p>
<p>Ich kann immerhin noch auf mein zweites Pferd umsatteln: Schweden. Die sind nämlich auch unerwartet, aber unerwartet gut. Vielleicht schaffen die es ja, die Japanerinnen zu besiegen.</p>
<p>Die Überschrift ist übrigens die weibliche Variation eines geflügelten Wortes im schwedischen Fußball &#8211; vielleicht vergleichbar mit &#8220;Aus, aus, das Spiel ist aus&#8221;. Es geht auf den unerwarteten Sieg Japans über Schweden bei den Olympischen Spielen 1936 zurück, bei dem der Radioreporter Sven Jerring den verzweifelten Ausruf:</p>
<blockquote><p>Japaner, Japaner, överallt Japaner!</p></blockquote>
<p>oder zu deutsch</p>
<blockquote><p>Japaner, Japaner, überall Japaner!</p></blockquote>
 <p><a href="http://delengkal.de/?flattrss_redirect&amp;id=3214&amp;md5=9fc73e573bef49ec73f70abe95566618" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://delengkal.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nächster Halt Baku</title>
		<link>http://delengkal.de/2011/05/nachster-halt-baku/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 May 2011 18:23:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hansbaer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Der beste Beitrag kam gleich zu Beginn des Abends:</p> <p></p> <p>Besser geht&#8217;s nicht &#8211; Raab ist einfach großartig, und zwar so sehr, dass man über das eher peinliche Englisch hinwegsehen kann. Man merkte auch: das Moderationsteam hat sich aufeinander abgestimmt. Raab schien mir am Donnerstag als überschüssig &#8211; Rakers und Engelke hätten die Show auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<g:plusone href="http://delengkal.de/2011/05/nachster-halt-baku/"  size="standard"   annotation="none"  ></g:plusone><p>Der beste Beitrag kam gleich zu Beginn des Abends:</p>
<p><iframe width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/4UCfArwPNSQ" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Besser geht&#8217;s nicht &#8211; Raab ist einfach großartig, und zwar so sehr, dass man über das eher peinliche Englisch hinwegsehen kann. Man merkte auch: das Moderationsteam hat sich aufeinander abgestimmt. Raab schien mir am Donnerstag als überschüssig &#8211; Rakers und Engelke hätten die Show auch alleine geschmissen. Gestern war er Gold wert.</p>
<p>Die meisten Beiträge waren ja schon bekannt. Das zweite Halbfinale, welches an dieser Stelle noch nicht behandelt wurde, fand ich im Allgemeinen eher schwach. Während ich im ersten Halbfinale auf Anhieb eine Reihe brauchbarer Titel fand, fiel mir das beim zweiten schwer.</p>
<p>Auch die Titel der Big Five plätscherten größtenteils an mir vorbei. Mit dem italienischen Titel konnte ich nicht so wahnsinnig viel anfangen, aber dass er etwas ambitionierter ist, merkte man schon. Man musste Italien fast eine Stimme geben, damit sie den Wettbewerb nicht wieder für die nächsten 15 Jahre boykottieren. Beim französischen Titel schien es mir so, dass sich da einer in der Tür geirrt hat. Blue waren im Vorfeld genauso unnötig hochgejubelt wurden wie die gefönten Iren. Und Spanien trat wie immer mit einem netten Titel an, der nachher auf den hinteren Plätzen an.</p>
<p>Und dann Lena.</p>
<p><iframe width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/nOss8589XoA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>In Sachen Show war er definitiv einer der besten Titel. Musikalisch nicht der schlechteste. Aber ob man damit nochmal den gesamteuropäischen Nerv treffen kann, war mehr als fraglich.</p>
<p>Saades Titel fand ich von Anfang an ganz ok, aber nicht großartig. Er ist eben zu sehr Euro-Dance-Trash, der einem vom ESC so bekannt vorkommt: dort erfolgreich, aber eben nur dort. Irgendwie passend dazu ist das Ergebnis.</p>
<p>Mir schien kaum vorstellbar, dass der Titel so einschlagen würde, aber als der Sieg möglich schien, hoffte ich natürlich darauf. Im Globen den ESC zu haben wäre schon cool. Trotzdem: es wäre schade irgendwo, wenn man ausgerechnet mit einem Beitrag gewonnen hätte, dem einfach irgendwo das Format fehlte.</p>
<p>Letzten Endes also Aserbaidschan, was bemerkenswerterweise einer meiner Favoriten war. Aber: mit Finnland und Schweiz lag ich vollkommen daneben. Finnland hatte auch den Nachteil des frühen Startplatzes. Für die Schweiz gilt das freilich nicht. Ich hatte nicht gedacht, dass dieses nette Lied mit der ebenso netten Sängerin derart abgestraft wird. Es zeigt sich wieder einmal, dass die Halbfinals hervorragende Vorsortierer sind: der Schweizer Beitrag hatte es mit nur einem Punkt Vorsprung ins Finale geschafft.</p>
<p>Deutschland braucht sich nicht zu schämen: ein passabler 10. Platz und eine gute Show.</p>
<p>Nächstes Jahr also Baku, und das ist das einzig bittere daran: Aserbaidschan ist ein autoritär regierter Staat und damit nicht viel besser als Weißrussland. Man wird damit einem höchst fragwürdigen Regime eine Bühne bieten.<br />
Ich finde, man (d.h. Deutschland oder Schweden) sollte deshalb nächstes Jahr wieder gewinnen, damit der Wettbewerb nicht in falsche Hände gerät <img src='http://delengkal.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
 <p><a href="http://delengkal.de/?flattrss_redirect&amp;id=3117&amp;md5=894ff34e024489764ee2f2f584fdb4a2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://delengkal.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein historischer Tag</title>
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		<pubDate>Thu, 12 May 2011 12:37:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hansbaer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Winfried Kretschmann]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ich musste schon eine Träne verdrücken, als Winfried Kretschmann heute morgen zum Minischderpräsident des Landes Baden-Württemberg gewählt wurde. Dass nach der Wahl Ende März nun das Realität wird, was ich nie zu erleben glaubte. Dass ein Nicht-CDU-Mann in dieses Amt gewählt wird, haben nicht einmal meine Eltern erlebt.</p> <p>Geradezu erbärmlich dieses mitleidige Gelaber im Fernsehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<g:plusone href="http://delengkal.de/2011/05/ein-historischer-tag-2/"  size="standard"   annotation="none"  ></g:plusone><p>Ich musste schon eine Träne verdrücken, als Winfried Kretschmann heute morgen zum Minischderpräsident des Landes Baden-Württemberg gewählt wurde. Dass nach der Wahl Ende März nun das Realität wird, was ich nie zu erleben glaubte. Dass ein Nicht-CDU-Mann in dieses Amt gewählt wird, haben nicht einmal meine Eltern erlebt.</p>
<p>Geradezu erbärmlich dieses mitleidige Gelaber im Fernsehen über die CDU-Abgeordneten, die nun ihre Lebensträume durchkreuzt sehen. Wer <a href="http://delengkal.de/2011/03/heute-volksabstimmung-in-baden-wurttemberg/">Wahlen als Bestätigungsveranstaltungen</a> ansieht und eine politische Karriere als unaufhaltsamen Karrierezug, der kann einem bestenfalls leid tun, dass er ein Produkt der Verfilzung Baden-Württembergs ist. <a href="http://bwuntergang.tumblr.com/">Demokratieverständnis muss bei der CDU erst noch einsickern.</a> Vielleicht ist das auch schonmal der erste positive Effekt dieses Wechsels.</p>
<p>Ich bin aber auch Realist genug, zu wissen: in 5 Jahren ist es wieder vorbei. In einer gigantischen Ausnahmesituation wurde die CDU unter 40% gedrückt und die FDP fast über den 5%-Abgrund geschoben. Die grün-rote Regierung, die das allein durch überzeugende Arbeit noch einmal schaffen will, kann ich mir kaum vorstellen. Dazu waren die letzten Woche zu verhalten und unharmonisch, als dass man allzu große Hoffnungen haben könnte. Selbst wenn die Regierung ihre Arbeit gut macht, wird es für eine Wiederholung kaum reichen.</p>
<p>Eigentlich müssten sie jetzt 5 Jahre lang regieren, als ob es keinen Morgen gäbe. Eine spektakuläre Maßnahme nach der anderen, damit die Leute auch etwas davon merken, dass sie von jemand anderem regiert werden. Nur ist Deutschland nicht anfällig für einen reißerischen Politikstil, und Baden-Württemberg schon zweimal nicht. Natürlich wäre dann auch die Frage, ob dabei etwas vernünftiges herauskäme, und das darf doch in den klassischen Landespolitikfeldern Bildung und Justiz bezweifelt werden.</p>
<p>Aber die Zeiten ändern sich auch und mit ihr die politische Landschaft. Es bleibt eben nicht immer alles so, wie es ist &#8211; und das ist ab heute auch in Baden-Württemberg so. Ich wünsche Winfried Kretschmann jedenfalls viel Erfolg bei ihrer Arbeit. Sie haben einiges vor sich.</p>
<p>[Danke an Franzi für den Link]</p>
 <p><a href="http://delengkal.de/?flattrss_redirect&amp;id=3110&amp;md5=5139a54ef0e2615115b0a891c17c8189" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://delengkal.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>ESC 2011: Halbfinale 1</title>
		<link>http://delengkal.de/2011/05/esc-2011-halbfinale-1/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 May 2011 11:44:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hansbaer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Fundera på livet]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Engelke]]></category>
		<category><![CDATA[Aserbaidschan]]></category>
		<category><![CDATA[Eurovision Song Contest]]></category>
		<category><![CDATA[Finnland]]></category>
		<category><![CDATA[Judith Rakers]]></category>
		<category><![CDATA[San Marino]]></category>
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		<category><![CDATA[Stefan Raab]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ich beginne diesen Beitrag standesgemäß:</p> <p></p> <p>Man mag vom Eurovision Song Contest halten, was man will: es ist eine der meistbeachteten Veranstaltungen der Welt.</p> <p>Ich gebe gerne zu, dass ich ihn jedes Jahr schaue. Meine Europabegeisterung lässt die Albernheit der ganzen Angelegenheit zurücktreten.</p> <p>Auch wenn ich gestern nicht mitwählen durfte, so wollte ich doch einmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<g:plusone href="http://delengkal.de/2011/05/esc-2011-halbfinale-1/"  size="standard"   annotation="none"  ></g:plusone><p>Ich beginne diesen Beitrag standesgemäß:</p>
<p><iframe width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/-ui5_MP3Vws" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Man mag vom Eurovision Song Contest halten, was man will: es ist eine der meistbeachteten Veranstaltungen der Welt.</p>
<p>Ich gebe gerne zu, dass ich ihn jedes Jahr schaue. Meine Europabegeisterung lässt die Albernheit der ganzen Angelegenheit zurücktreten.</p>
<p>Auch wenn ich gestern nicht mitwählen durfte, so wollte ich doch einmal erleben, wie das nun mit Engelke, Raab und Rakers ist. Die Anfangsgags waren ESC-gewohnt zum Fremdschämen, aber Judith Rakers letztendlich im Green Room gut platziert. Und die Einlage von Anke Engelke und Stefan Raab, die die ESC-Teilnehmer diesen Kracher singen ließen, war dann doch ganz witzig:</p>
<p><iframe width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/hx0r0R6q5YQ" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Die Show gerissen hat freilich Anke Engelke, die nicht nur die zwei relevanten Fremdsprachen besser spricht als es Raab es jemals auch nur mit einer könnte. Es war fast schade, dass ihre Tanz- und Playbackeinlagen zu jedem der 10 Gewinnertitel nur kurz eingeblendet wurden.</p>
<p>Die Musik war wie immer mit vielen Belanglosigkeiten gespickt, die es zum Glück größtenteils nicht ins Finale geschafft haben.</p>
<p>Obskure Dinge waren kaum dabei, aber man darf sich schon fragen, ob die Portugiesen ernsthaft damit rechneten, mit diesem Song ins Finale einzuziehen:</p>
<p><iframe width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/gDBjUoty-zE" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Kein Land ist derart notorisch erfolglos wie Portugal: 44 Teilnahmen und das höchste der Gefühle waren ein 6. Platz. Aber man wird doch wohl nicht ernsthaft erwarten, mit einem auf portugiesisch vorgetragenen Satirepolitsong weiterzukommen.</p>
<p>Auf der anderen Seite ziehen auch immer Lieder ins Finale ein, wo ich nur den Kopf schütteln kann. Wieso beispielsweise Griechenland und Litauen weiterkamen, ist mir ein Rätsel.</p>
<p>Meine vier Favoriten waren übrigens:</p>
<ul>
<li><strong>Finnland</strong>: Paradise Oskars liebenswürdig-ironische Weltverbesserungsliedchen hat fast schon Ohrwurmqualitäten. Er kam auch prompt weiter, ist im Finale aber auf Startplatz 1 gesetzt, was seine Chancen natürlich verringert. <iframe width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/h65xXOVrQzQ" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></li>
<li><strong>Schweiz</strong>: Auch ein beschwingt süßes Lied, das es genau deswegen ganz weit bringen könnte und auch ins Finale einzog.<iframe width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/cXA2OMsBOFk" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></li>
<li><strong>Aserbaidschan</strong>: eine nette Bombast-Ballade, die es ebenso ins Finale geschafft hat.<iframe width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/eG2uNbNRkAw" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></li>
<li><strong>San Marino</strong>: Die Sängerin war zwar bis vor kurzem wohl noch nie in dem Land, aber das ist ihr in dem Fall wohl auch nicht vorzuwerfen. Jedenfalls haben sie keine allzu schlechte Wahl getroffen. Den Titel fand ich ganz nett, aber mehr auch nicht. Er schaffte es auch nicht ins Finale.</li>
</ul>
<p>Sehr beunruhigend finde ich, dass sich mein Geschmack offenbar zumindest in erheblichen Teilen mit dem der Allgemeinheit deckt. Das war bislang nie so und ist hoffentlich kein Zeichen meines fortschreitenden Alters.</p>
<p>Etwas peinlich war der Tonausfall während der Übertragung &#8211; das schwedische Fernsehen hatte ca. ein Drittel der Show gar keine Verbindung zu den Kommentatoren und behalf sich am Ende mit Telefonen. Das dürfte vor allem nicht ganz das sein, was die Europäer von den Deutschen erwarten. Gerüchteweise sollen Züge in Deutschland pünktlich sein.</p>
<p>Ich freue mich jedenfalls schon auf das morgige zweite Halbfinale. Dann hoffentlich mit Ton, und vielleicht schafft es Eric Saade sogar ins Finale.</p>
 <p><a href="http://delengkal.de/?flattrss_redirect&amp;id=3106&amp;md5=1b17379c28a5e6a25a0bbb04d08ba0e1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://delengkal.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Cat Stevens in Stockholm</title>
		<link>http://delengkal.de/2011/05/cat-stevens-in-stockholm/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 May 2011 08:04:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hansbaer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Fundera på livet]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>
		<category><![CDATA[Cat Stevens]]></category>
		<category><![CDATA[Gävle]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Stockholm]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das Schöne daran, in einer Hauptstadt zu leben, ist, dass so gut wie jeder interessante internationale Gast hier Halt macht. Man braucht eigentlich nur mit wachen Augen durch die Straßen zu gehen und wird früher oder später ein Plakat entdecken, das ein vielversprechendes Event anpreist. Ich wäre neulich z.B. gerne zu den Söhnen Mannheims gegangen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<g:plusone href="http://delengkal.de/2011/05/cat-stevens-in-stockholm/"  size="standard"   annotation="none"  ></g:plusone><p>Das Schöne daran, in einer Hauptstadt zu leben, ist, dass so gut wie jeder interessante internationale Gast hier Halt macht. Man braucht eigentlich nur mit wachen Augen durch die Straßen zu gehen und wird früher oder später ein Plakat entdecken, das ein vielversprechendes Event anpreist. Ich wäre neulich z.B. gerne zu den Söhnen Mannheims gegangen. Nicht weil ich sie besonders mag, aber wann verirren sich schon einmal mittelmäßig bekannte deutsche Künstler nach Schweden?</p>
<p>An internationaler Bekanntheit dürfte es Cat Stevens freilich nicht mangeln. Aber diese kommt frei Haus mit dem Wissen, dass er seit 30 Jahren Yusuf Islam heißt und sich mehr der religiösen Erleuchtung als der Musik widmet. Daher zögerte ich nicht, als ich die Anzeige <a href="http://www.yusufislam.com/news/2011/exclusive-photos-and-set-list/">für sein Konzert</a> auf einer Werbefläche eines Parkscheinautomaten sah: da muss ich hin.</p>
<p>Plätze waren nicht leicht zu bekommen, was aber nicht zuletzt an der grottenschlechten Platzsuchesoftware von Ticnet liegt. So wurden es sündhaft teure Tickets mit guter Sicht am linken Rand.</p>
<p><strong>Stimme: immer noch so gut &#8211; Konzept: vielleicht nicht ganz so</strong></p>
<p>Der Mann ist zwar gealtert &#8211; 62 ist er mittlerweile, und er wirkt mit Sicherheit keinen Tag jünger &#8211; aber seine Stimme ist so gut wie vor 35 Jahren. Das Konzept des Konzerts war allenfalls etwas durcheinander: erst begann er autobiographisch über seine Anfänge zu erzählen. Dabei erwähnte er auch zur Freude des Publikums, dass er in Gävle einmal zur Schule ging &#8211; seine Mutter war Schwedin &#8211; aber leider kaum noch schwedisch spricht. Er streute aber immer wieder kleine Fetzen schwedisch ein. Er wechselte thematisch dann zu einem Musical, das er anscheinend gerade schreibt und neue wie alte Lieder kombiniert. Die Bühne füllte sich nach und nach, beginnend mit seinem alten Weggefährten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Alun_Davies_(guitarist)">Alun Davies</a>. Zur Pause standen 8 Musiker auf der Bühne.</p>
<p>Bis dahin waren von den richtig bekannten Titeln nur &#8220;Matthew &#038; Son&#8221; und &#8220;The First Cut is the deepest&#8221; gekommen &#8211; er stachelte das Publikum etwas an, indem er auf die Titel &#8220;Moonshadow&#8221; und &#8220;Father &#038; Son&#8221; hin leitete, sie anspielte und dann abrupt sagte, dass er das für später aufhob. Zwischendrin begannen schon einige Zuschauer nach bekannten Titeln zu rufen, worauf Yusuf sie zu vertrösten suchte.</p>
<p>Das Musical wurde in Teilen präsentiert, aber es blieb bei einer Art Vorschau. Es folgte eine 30-minütige Pause, nach der ich eigentlich einen Gassenhauer nach dem anderen erwartete.</p>
<p><strong>Das Warten auf &#8220;Wild World&#8221;</strong></p>
<p>Daraus wurde leider erstmal nichts. Für meinen Geschmack dauerte das zu lange &#8211; aber es ist auch irgendwo verständlich, denn wie jeder Altkünstler hat Stevens das Problem, dass alle nur kommen, um die bekannten Uralthits zu hören. Zwar verfügt Cat Stevens über ein beachtliches Œuvre, aber die bekannten Titel füllen eben keinen Abend. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, er hätte wie in der ersten Hälfte mehr Hits eingestreut. Indem er die Spannung bis zum Schluss aufhob, war das Publikum dann aber auch schlagartig begeistert, als er &#8220;Morning Has Broken&#8221; spielte, gefolgt von &#8220;Wild World&#8221; &#8211; da standen die Leute schon &#8211; und &#8220;Father &#038; Son&#8221;. Die Zugabe enthielt dann auch noch &#8220;Moonshadow&#8221; und &#8220;Peace Train&#8221;.</p>
<p>Das stark durchwachsene Fazit von <a href="http://www.expressen.se/noje/musik/1.2429015/dahlbom-cat-stevens-har-inget-klos">Anders Dahlbom von Expressen</a> würde ich jedenfalls nicht teilen. Man kriegte im Endeffekt das, für das man bezahlt hatte, wenn auch etwas später als erwartet. Die Rezension in DN war auch freundlicher, ist aber leider nicht online.</p>
<p>Da ich mich vor dem Konzert damit nicht beschäftigt hatte, erfuhr ich erst jetzt, dass es sich <a href="http://www.thelocal.se/33596/20110505/">um das erste Konzert der ersten Europa-Turnee seit 30 Jahren</a> handelt. Ab Morgen ist er übrigens <a href="http://www.yusufinconcert.com">in Deutschland, später auch noch in Rotterdam, Paris, Wien und Brüssel</a>. Das sollte man nicht verpassen &#8211; es könnte das letzte Mal sein.</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Die <a href="http://www.dn.se/kultur-noje/musik/yusuf-islamcat-stevens">Rezension von Dagens Nyheter</a> ist mittlerweile auch online.</p>
 <p><a href="http://delengkal.de/?flattrss_redirect&amp;id=3097&amp;md5=628099f8003eaec580ec05b85be8aa5e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://delengkal.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Eine unabhängige Meinung zu Eric Saade</title>
		<link>http://delengkal.de/2011/05/eine-unabhangige-meinung-zu-eric-saade/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 May 2011 07:17:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hansbaer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>
		<category><![CDATA[Düsseldorf]]></category>
		<category><![CDATA[Eric Saade]]></category>
		<category><![CDATA[Eurovision Song Contest]]></category>
		<category><![CDATA[Lukas Heinser]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Niggemeier]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wer es noch nicht gemerkt hat, sei darauf hingewiesen: in weniger als einer Woche startet der Eurovision Song Contest, und zwar in Düsseldorf &#8211; eine Folge der fast für unmöglich gehaltenen Tatsache, dass Deutschland diesen Wettbewerb im letzten Jahr gewann, obwohl damit in den nächsten 5000 Jahren nicht mehr zu rechnen war.</p> <p>Der streitbare Medienjournalist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<g:plusone href="http://delengkal.de/2011/05/eine-unabhangige-meinung-zu-eric-saade/"  size="standard"   annotation="none"  ></g:plusone><p>Wer es noch nicht gemerkt hat, sei darauf hingewiesen: in weniger als einer Woche startet der Eurovision Song Contest, und zwar in Düsseldorf &#8211; eine Folge der fast für unmöglich gehaltenen Tatsache, dass Deutschland diesen Wettbewerb im letzten Jahr gewann, obwohl damit in den nächsten 5000 Jahren nicht mehr zu rechnen war.</p>
<p>Der streitbare Medienjournalist <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/">Stefan Niggemeier</a> und sein Kollege Lukas Heinser sind nach <a href="http://duslog.tv/category/oslog2010/">ihrer grandiosen Oslo-Reportageserie</a> im letzten Jahr nach Düsseldorf gepilgert, um zwei Wochen lang das ganze Elend in Ton und Bild der Menschheit zu bringen. Das Resultat ist wie immer unterhaltsam.</p>
<p><iframe width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/lGWxg8-vOy4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Besonders auffällig ist <a href="http://duslog.tv/335/ach-und-krachgeschichten/">in der gestrigen Folge</a> das ausgiebige Bashing des schwedischen Teilnehmers Eric Saade. Das beginnt eher harmlos mit einer Frage eines Journalisten, der nahelegt, dass sein Beitrag nicht nur Frauen-, sondern auch bestimmte Männerherzen höher schlagen lässt, und sich erkundigt, ob dies denn Absicht oder Zufall sei.</p>
<p>Zufall, versichert Saade, was mich nicht verwundert, denn in Schweden schwärmen die Mädels für ihn. So sieht er aus:</p>
<div id="attachment_3089" class="wp-caption alignnone" style="width: 229px"><a href="http://delengkal.de/wp-content/uploads/2011/05/Eric_Saade_1c310_7098.jpg"><img src="http://delengkal.de/wp-content/uploads/2011/05/Eric_Saade_1c310_7098-219x300.jpg" alt="" title="Eric_Saade_1c310_7098" width="219" height="300" class="size-medium wp-image-3089" /></a><p class="wp-caption-text">Eric Saade, Interpret des diesjährigen schwedischen Beitrags im Eurovision Song Contest (Bild: Janwikifoto, http://artist.in2pic.com ; Lizenz: CC)</p></div>
<p>Das ist auch wohl der Hauptgrund seines Sieges beim nationalen Vorentscheid. Der Junge wurde ziemlich hochgejubelt, und als die Glasscheiben zersplitterten, hatte er den Sieg in der Tasche.</p>
<p><iframe width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/Nfx0OMM2u0A" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Mein Favorit war übrigens dieser Titel hier:<br />
<iframe width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/J98-P5dQxdU" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Wenn die Schweden aber mal einen Titel gewählt haben, dann stehen sie zu ihm und glauben, es sei der beste Titel des Jahrhunderts &#8211; mindestens. Da erfreut es fast schon, das eher mittelmäßig vernichtende Urteil der beiden aus Düsseldorf zu hören, um nicht allzu hohe Erwartungen zu haben.</p>
<p>Gut möglich, dass es wirklich ein Debakel gibt und sich ganz Schweden wieder einmal fragt, <a href="http://delengkal.de/2010/05/satz-mit-x/">wie das nur passieren konnte</a>. Aber vielleicht liegen die beiden auch falsch &#8211; in diesem Wettbewerb ist schließlich alles möglich.</p>
<p>In jedem Fall lohnt es sich, als Einstimmung auf das Spektakel täglich <a href="http://duslog.tv/">Duslog.tv</a> anzuschauen.</p>
 <p><a href="http://delengkal.de/?flattrss_redirect&amp;id=3088&amp;md5=cca14b1266dd868cfa104670f170b35c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://delengkal.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Mehr im Geldbeutel &#8211; was die Regierung so plant</title>
		<link>http://delengkal.de/2011/04/mehr-im-geldbeutel-was-die-regierung-so-plant/</link>
		<comments>http://delengkal.de/2011/04/mehr-im-geldbeutel-was-die-regierung-so-plant/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 09:03:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hansbaer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>
		<category><![CDATA[Borgarna]]></category>
		<category><![CDATA[Steuern]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Nach dem gestrigen Beitrag sollte man vielleicht noch erklären, was die Regierung genau vorhat. Schweden kommt ziemlich gut aus der Krise, und das will die Regierung gleich zu weiteren Steuersenkungen nutzen.</p> <p>Eine Reihe Reformen wurde gerade auf den Weg gebracht:</p> Weitere Senkung der Einkommenssteuer: Nachdem die Regierung schon in der vorigen Legislaturperiode die Steuern gesenkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<g:plusone href="http://delengkal.de/2011/04/mehr-im-geldbeutel-was-die-regierung-so-plant/"  size="standard"   annotation="none"  ></g:plusone><p>Nach dem <a href="http://delengkal.de/2011/04/mehr-geld-im-geldbeutel-das-eigentumliche-verhaltnis-der-schweden-zum-kredit/">gestrigen Beitrag</a> sollte man vielleicht noch erklären, was die Regierung genau vorhat. Schweden kommt ziemlich gut aus der Krise, und das will die Regierung gleich zu weiteren Steuersenkungen nutzen.</p>
<p>Eine <a href="http://www.dn.se/ekonomi/atta-planerade-reformer">Reihe Reformen</a> wurde gerade auf den Weg gebracht:</p>
<ol>
<li><strong>Weitere Senkung der Einkommenssteuer</strong>: Nachdem die Regierung schon in der vorigen Legislaturperiode die Steuern gesenkt hat, will sie das wieder tun. Soweit ich das verstehe, funktioniert das so, dass je nach Bruttoeinkommen ein Teil des Einkommens als eine Art Grundfreibetrag abgezogen wird. Dieser Teil soll nun nochmals erhöht werden. Genaueres kann man <a href="http://www.jobbskatteavdrag.se/">hier berechnen lassen</a>.</li>
<li><strong>Die Grenze zur staatlichen Einkommenssteuer wird erhöht</strong>: im schwedischen Steuersystem wird abzüglich der erwähnten Freibeträge alles Einkommen einer Steuer unterworfen, die an die Kommunen und die Provinzen geht. Erst ab einer gewissen Grenze wird das darüber hinausgehende Einkommen mit eine Steuer belegt, die an den Gesamtstaat geht. Diese Grenze soll nun angehoben werden.</li>
<li><strong>Für im Ausland Wohnende wird die Steuer gesenkt</strong>: wer sich weniger als das halbe Jahr in Schweden aufhält, unterliegt einer anderen Besteuerung. Dies soll nun auch gesenkt werden.</li>
<li><strong>Absenkung der Mehrwertsteuer für Catering- und Restaurantdienste</strong></li>
<li><strong>Steuersenkung für Pensionäre</strong>: diese profitieren nicht von den oben erwähnten Steuersenkungen und erhalten getrennt eine Senkung.</li>
<li><strong>Mehr Geld an die Justiz</strong></li>
<li><strong>Weiterhin gesenkter &#8220;Vorteilswert&#8221; für umweltfreundliche Autos (bis 2013)</strong>: besonders umweltfreundliche Autos werden in einigen Bereichen steuerlich besser gestellt. Der <a href="http://www.alltombilen.com/tjanstebil.asp">&#8220;Vorteilswert&#8221; (Förmånsvärde)</a> betrifft Dienstwagen. Da die Bereitstellung eines solchen einen geldwerten Vorteil darstellt, wird der Wagen berechnet wie eine Art zusätzliches Einkommen, das dann zu versteuern ist. Der &#8220;Vorteilswert&#8221; gibt die Höhe dieses zusätzlichen Einkommens an. Durch den gesenkten Vorteilswert ist es also steuersparend, einen solchen Dienstwagen zu haben anstatt eines weniger umweltfreundlichen Modells.</li>
<li><strong>Absetzbarkeit von Spenden an gemeinnützige Organisationen</strong>: bisher kann man spenden, soviel man will &#8211; steuerlich macht es keinen Unterschied.</li>
<li><strong>Steuern auf Alkohol und Tabak werden erhöht</strong>: die <a href="http://www.nyhetskanalen.se/1.2095751/2011/04/13/anders_borg_vi_ska_jobba_inte_roka_och_supa">einzige Steuererhöhung, die mir bislang untergekommen ist</a>. Zigaretten wird 10% höher besteuert, Snus 13%, Wein und Bier 12,7% sowie Spirituosen mit 5%.</li>
</ol>
<p>Am meisten Wellen schlägt freilich die zuerst genannte Steuersenkung für Arbeitnehmer &#8211; daher auch der gestrige Beitrag. Von linker Seite wird kritisiert, dass diese Steueränderungen die Reichen begünstigen. Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen.</p>
<p><strong>Geschönte Zahlen</strong></p>
<p>Das Finanzministerium führt nämlich <a href="http://www.dn.se/nyheter/politik/25-miljarder-finns-tillgangliga">in seinen Berechnungen</a> auf, dass eine Pflegehelferin mit 23.200 kr Bruttoeinkommen im Monat um ganze 189 kr Steuern erleichtert wird. Klingt gut, aber der Haken ist: man <a href="https://storstad.wordpress.com/2011/04/13/vardbitrade-med-23-200-krman-vem-da/">muss erstmal eine Pflegehelferin finden, die derart viel verdient</a>, um ihr die frohe Botschaft mitzuteilen. Schon 20.000 kr im Monat sind für diesen Job ziemlich ambitioniert. Auch die Krankenschwester mit 28.800 kr ist die absolute Ausnahme. Allgemein hat die Regierung also die Zahlen etwas aufgehübscht, um die Steuersenkungen größer aussehen zu lassen.</p>
<p>Ich bin allgemein sehr skeptisch gegenüber diesen Änderungen. Zwar entlasten sie den Bürger, aber wie ich gestern dargelegt habe, darf durchaus bezweifelt werden, dass dies zur Verbesserung der finanziellen Situation der Haushalte beiträgt. Es dürfte in erster Linie den Konsum ankurbeln.</p>
<p><strong>Verkomplizierung des Steuersystems</strong></p>
<p>Besonders kritisch sehe ich es in der Hinsicht, dass die Stärke des schwedischen Steuersystems die Einfachheit ist. Mit zusätzlichen Detaillösungen und Korrekturen wird es komplizierter &#8211; und wie das deutsche System eindrücklich zeigt, haben solche Verschiebungen oftmals kaum positive Effekte, machen das System aber weniger gerecht und erhöhen den bürokratischen Aufwand.</p>
<p>Ich frage mich auch, ob man damit nicht den Kommunen das Leben schwermacht. Die Einkommenssteuer geht schließlich größtenteils an die Kommunen, und mit einem weiteren Freibetrag sinkt das Steueraufkommen in diesem Bereich.</p>
<p><strong>Mehrwertsteuersenkung für Restaurants: Unfug</strong></p>
<p>Ziemlich ärgerlich finde ich die Mehrwertsteuersenkung für Restaurants und Catering.</p>
<p>Ich bin der Meinung, dass jegliche Mehrwertsteuerausnahmen nicht sinnvoll sind. Sie werden vom Verbraucher nicht wahrgenommen, weil sie in der allgemeinen Preisentwicklung untergehen &#8211; der Markt ist viel schneller als die Steuergesetzgebung, und jede Steuersenkung ist bald kaum noch wahrnehmbar. Will man sie abschaffen, ist das fast nicht mehr möglich, weil die betroffenen Gruppen aufschreien.</p>
<p>Das gilt insbesondere in diesem Fall. In Frankreich hat vor knapp zwei Jahren <a href="http://blog.stern-tours.de/frankreich/weniger-mehrwertsteuer-in-frankreich-restaurants-20090803.html">die Mehrwertsteuer in Restaurants massiv von 19,6% auf 5,5% gesenkt</a>. Dort wurde das heftig diskutiert, weil man zurecht befürchtete, die Restaurants würden einfach ihre Gewinnmarge erhöhen. Man verpflichtete die Restaurants zu Preissenkungen, und dies wird bis heute auf vielen Speisekarten dem Gast präsentiert.</p>
<p>Genau dies wird in Schweden angesichts der geringen Aufmerksamkeit kaum passieren. Ich gehe davon aus, dass schon wenige Monate nach der Steuersenkung die Preise wieder das vorige Niveau erreicht haben werden. Es landet dann nicht mehr im Steuersäckel sondern irgendwo anders &#8211; vermutlich nicht in den Lohntüten der Arbeitnehmer.</p>
<p><strong>Steuerbefreiung von Spenden</strong></p>
<p>Auch für die Steuerbefreiung von Spenden kann ich nicht viel erübrigen. Mir kommt gerade dies in Deutschland immer als eine Art Schattenwirtschaft vor, bei dem die Gelder hin- und hergeschoben werden, wobei vollkommen unklar ist, wieviel das Ganze der Allgemeinheit wirklich bringt. Haben denn gemeinnützige Organisationen in Schweden Finanzprobleme? Das Thema scheint vom heiteren Himmel zu fallen.</p>
<p><strong>Hätte man besser verwenden können</strong></p>
<p>Ich hätte es wieder einmal begrüßt, wenn man zuerst geschaut hätte, was man mit den Überschüssen so alles machen kann, anstatt sie sofort in Kanäle zu leiten, die vermutlich keinen großen Nutzen erbringen werden.</p>
<p>Eigentlich hätte man erwarten müssen, dass die Regierung diese Änderungen erst kurz vor der nächsten Wahl macht, um Popularität zu gewinnen. Vielleicht will sie aber  ihre Stammklientel beglücken, wie sie es schon vor vier Jahren machte. Restaurantbesuche, Dienstwagen und hohe Einkommenssteuer betreffen vor allem die Reichen. Man darf gespannt sein, welche Bonbons sie zum Ende der Legislaturperiode verteilen wollen.</p>
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		<title>Das E10-Debakel und warum es sich in Schweden wohl nicht wiederholen wird</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Mar 2011 08:16:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hansbaer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Die E10 ist eine Fernstraße von Luleå in Nordschweden nach Å in Nordnorwegen.</p> <p>Die Abkürzung dürfte in diesen Tagen mit etwas ganz anderem assoziiert werden: dem neuen Sprit an Deutschlands Tankstellen, bestehend aus 90% herkömmlichen Super-Kraftstoffs und 10% Ethanol.</p> <p>Deutschland ist mit diesem Schritt nicht alleine. Auch in Schweden wird ab Mai 2011 das herkömmliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<g:plusone href="http://delengkal.de/2011/03/das-e10-debakel-und-warum-es-sich-in-schweden-wohl-nicht-wiederholen-wird/"  size="standard"   annotation="none"  ></g:plusone><p>Die E10 ist eine Fernstraße von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lule%C3%A5">Luleå</a> in Nordschweden nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%85_i_Lofoten">Å</a> in Nordnorwegen.</p>
<p>Die Abkürzung dürfte in diesen Tagen mit etwas ganz anderem assoziiert werden: dem neuen Sprit an Deutschlands Tankstellen, bestehend aus 90% herkömmlichen Super-Kraftstoffs und 10% Ethanol.</p>
<p>Deutschland ist mit diesem Schritt nicht alleine. Auch in Schweden wird <a href="http://www.teknikensvarld.se/nyheter/110216-e10-bensin-95oktan/index.xml">ab Mai 2011 das herkömmliche als &#8220;95&#8243; bezeichnete Super durch E10 ersetzt</a>.</p>
<p>Der Ansatz in Sachen Biosprit könnte aber anders nicht sein. Ich gehe davon aus, dass das <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,748933,00.html">nicht so chaotisch verlaufen</a> wird wie derzeit in Deutschland.</p>
<p>Das E an der Tankstelle ist kein Unbekannter in Schweden. Schon seit einigen Jahren wird fast flächendeckend E85 verkauft &#8211; man kann es sich denken: das sind 85% Ethanol und 15% Super.  Schadstoffarme Autos, die auch mit diesem Sprit fahren können, sind erheblich steuerlich begünstigt und von der Maut in Stockholm ausgenommen. Auch der Verbraucher hat etwas davon, denn ein Auto, das von 0% bis 85% Ethanol alles schluckt, ist nicht auf ein dichtes Ethanoltankstellennetz angewiesen, was ja bei anderen Kraftstoffen wie Biogas immer ein Problem darstellt. Das alles zeigt Wirkung: die Autos verkaufen sich gut und haben auch als Gebrauchtwagen kaum Wertverlust.</p>
<p>Außerdem ist das für die Hersteller eine elegante Lösung, weswegen sie sich nicht sonderlich anstrengen brauchten. Da nur sich nur wenige Werkstoffe mit Ethanol nicht vertragen, mussten in erster Linie die Zündmechanismen angepasst werden. So leicht konnte man noch nie auf Bio machen.</p>
<p>Dabei ist der Umweltnutzen umstritten. Dass zur Herstellung Lebensmittel verwendet werden, was ethisch fragwürdig ist, und dass fast mehr zur Energie zur Herstellung gebraucht wird als nachher herauskommt, sind nur zwei Aspekte. Aber selbst wenn das nicht so wäre: das Umweltbewusstsein der Leute endet im Geldbeutel. Der Verbrauch mit E85 ist nämlich rund 30% höher, was soviel bedeutet, dass sich das nur lohnt, wenn die Ersparnis das ausgleicht. Solange der Ölpreis moderat ist, wird man der Bequemlichkeit halber beim Benzin bleiben, denn dann hält der Tank länger. Nur wenn die Preise in den Himmel schießen, rennen alle zu E85, was dann schonmal zu Knappheit führt.</p>
<p>Insgesamt kann man wohl trotzdem von einem Beispiel einer gelungenen Einführung sprechen, denn die neuen Autos sind in jedem Falle umweltfreundlicher als die alten.</p>
<p>Dem steht das deutsche Modell diametral entgegen, wie mir scheint. Es tut so gut wie nichts, um die Anschaffung schadstoffarmer und/oder biospritbetriebener Autos zu fördern. Das beginnt schon damit, dass man auch nach der letzten Reform daran festhielt, die Kfz-Steuer immer noch zu erheblichen Teilen nach dem Hubraum zu bemessen. Ein Sinn dahinter ist nicht zu erkennen, aber man kann wohl davon ausgehen, dass man in typisch deutscher Manier keinem auf die Füße treten wollte. Also führte man einen schadstoffbezogenen Teil in das System ein, aber sorgte dafür, dass Luftverpester nicht allzu schlecht wegkommen. Von dem Irrwitz der Abwrackprämie will ich erst gar nicht anfangen.</p>
<p>Nun also das Debakel mit der Einführung von E10. Natürlich war nicht Umweltfreundlichkeit die treibende Kraft hinter dem Entschluss der Einführung, sondern die Unabhängigkeit von Mineralöl. Eigentlich sollte es kein Problem darstellen, denn E5 hatte man ja schon seit längerem, und fast alle Autos vertragen den Sprit.</p>
<p>Dennoch war das Debakel absehbar. Der deutsche Verbraucher ist preisbewusst, und die Aussichten auf steigenden Verbrauch behagen ihm nicht. Die Preise sind derzeit allgemein sehr hoch, und als Schnäppchen kann man so den neuen Treibstoff kaum empfinden. Zudem sind Autos heilig, und die <a href="http://blogolade.wordpress.com/2011/02/25/e10/">Unsicherheit über die Verträglichkeit</a> des Stoffes kommt hier negativ hinzu. Kein Wunder also, dass alle lieber Super Plus tanken.</p>
<p>In Schweden hingegen sind beträchtliche Teile des Fuhrparks schon ethanoltauglisch und somit erst gar nicht betroffen. Ethanol ist nicht die große Unbekannte, die vielleicht die Autos zerstört. Es ist Normalität, und so wird das hierzulande wohl alles sehr unaufgeregt ablaufen.</p>
<p>Vielleicht sollte sich die deutsche Politik auch einmal überlegen, einen ähnlichen Weg einzuschlagen.</p>
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