Auswandererguide Teil XVIII: Studieren in Schweden – Master und Doktor

hansbaer Juli 19th, 2009

Wie man an den bisherigen Ausführungen erkennen konnte, ist die Aufnahme eines Grundstudiums in Schweden nicht ohne Tücken. Neben den eventuell hohen Anforderungen in Sachen Sprache, belegte Fächer und Noten gibt es eventuell auch finanzielle Probleme zu meistern.

Ein Fortsetzungsstudium in Schweden ist daher für viele die ideale Möglichkeit, nach Schweden zu kommen – da bin ich mit eingeschlossen. Mit Fortsetzungsstudium ist gemeint, dass man zuvor schon einen Bachelor oder Master (bzw. vergleichbares) erworben hat und nun in Schweden mit einem Master bzw. Doktor weitermachen möchte.

Finanziell ist es weniger kritisch, weil zumindest der Doktor bezahlt ist. Sprachlich ist es weniger kritisch, weil Fortgeschrittenen- und Graduiertenkurse häufig auf Englisch sind.

Masterprogramme

Hinzu kommt, dass Schweden eine große Bandbreite an internationalen Masterprogrammen anbietet, die speziell für ausländische Studenten gedacht sind und in denen komplett auf englisch unterrichtet wird. Allerdings sollte man bedenken, dass die Anforderungen in diesen Studiengängen auch speziell darauf zugeschnitten sind. Das soll heißen, das Bewerbungsverfahren stellt unter Umständen besondere Ansprüche, die zwar als Vorsichtsmaßnahme bei nichteuropäischen Studenten sinnvoll erscheinen, aber auf europäische Studenten nur befremdlich wirken.

Bei meiner Bewerbung wurde zum Beispiel verlangt, dass man zwei Empfehlungsschreiben und ein ärztliches Attest über einen guten Gesundheitszustand einreicht sowie den TOEFL-Test bestanden hat. Dies soll offenkundig verhindern, dass Leute von dubiosen Hochschulen sich nach Schweden schleichen oder jemand zum Schein ein Studium beginnt, um eine in seiner Heimat nicht bezahlbare medizinische Behandlung auf Kosten des schwedischen Staates machen zu lassen.
So streng war es letztendlich nicht bei mir. Den TOEFL hatte ich nicht, was nicht bemängelt wurde, und auch das Attest hätte ich mir vermutlich sparen können. Verlassen kann man sich aber nicht darauf, dass man als Europäer nicht alle Anforderungen erfüllen muss, denn ich kam von einer Partnerhochschule der KTH, was die Bewertung wohl etwas gnädiger ausfallen ließ.

Nur auf eines kann man sich verlassen: EU-Bürger dürfen nicht diskriminiert werden, was soviel heißt, dass die Hochschule keine Anforderung an EU-Bürger stellen darf, die sie nicht auch an Schweden stellt. Insofern gilt es, die Anforderungen sehr gründlich durchzulesen.

Die Bewerbung für solche Programme erfolgte früher manchmal direkt bei der Hochschule (auch in meinem Fall), mittlerweile aber praktisch flächendeckend über studera.nu, die dann analog zu dem vorher beschriebenen System die eingeschickten Unterlagen beurteilen. Leider gibt es anscheinend keine Liste der Masterprogramme auf studera.nu – also ist es besser, sich durch die einzelnen Hochschulseiten durchzuklicken, um herauszufinden, welche Programme es gibt. Ein gutes Stichwort ist “magisterprogramm” bzw. dessen bestimmte Form “magisterprogrammet”.

Promotion

Spätestens im Postgraduiertenbereich wird ohnehin alles etwas internationaler und unabhängiger. Hier laufen die Bewerbungen natürlich direkt über die Hochschule, so dass es auch nicht mehr ganz so standardisiert ist. Daher kann ich hier nur sehr bedingt einen Überblick über die schwedischen Besonderheiten in diesem Bereich geben.

Man ist im Gegensatz zu Deutschland kein reiner Hochschulmitarbeiter, sondern auch noch Student – man spricht vom forskarstudent (Forscherstudent). Das äußert sich leider nicht nur in einem netten Studentenausweis, mit dem man die üblichen Vergünstigungen erhält, sondern auch daran, dass verlangt wird, eine bestimmte Menge von ECTS-Punkten zu erwerben. Allerdings ist das auch individuell verschieden – je nach Vorausbildung werden bestimmte Kurse erlassen.

Auch ist das Doktorandenstudium länger als in Deutschland. Vier Jahre sind hier üblich. An vielen Stellen kann man auch fünf Jahre machen und dann 20% der Zeit für andere Dienste am Institut verbringen. Oft sind das Aufgaben in der Lehre wie die Betreuung eines Tutoriums, aber es können auch andere Dinge sein. Dies ist für Schweden oft nicht uninteressant, da sie dadurch 5 Jahre lang eine gesicherte Anstellung haben und Pensionsansprüche erwerben.

An vielen Hochschulen gibt es zudem das Licentiat. Es handelt sich dabei um ein Zwischenexamen, das nach zwei Jahren abgelegt wird – sozusagen als Generalprobe für die Doktorarbeit. Es ist für sich genommen zwar auch ein akademischer Grad, aber kaum jemand dürfte danach direkt aufhören. International ist es ohnehin unbekannt.

Als Doktorand wird man üblicherweise bezahlt. Jedoch haben auch hier die Hochschulen ihre Tricks, Geld zu sparen. So wird bei vielen Doktoranden über Teile der vier Jahre statt eines Lohns ein sogenannter Utbildningsbidrag (Ausbildungsbeitrag) bezahlt. Es ist eine Art Stipendium, und da es kein Lohn im formellen Sinne ist, kann sich die Hochschule die üblichen Arbeitgeberabgaben sparen. So kommt das gleiche Netto bei weniger Kosten für die Hochschule heraus. Als Doktorand hat dies den Nachteil, dass darauf nicht die gleichen Pensionsleistungen entrichtet werden wie auf einen Lohn. Also fallen hier eventuell Ansprüche weg. Auch im Falle von Krankheit oder Arbeitslosigkeit (zugegebenermaßen unwahrscheinlich) kann dies Schwierigkeiten machen, da man natürlich keinen Lohnersatz erhalten kann, wenn man gar keinen Lohn erhalten hat.

Zur Höhe der Bezahlung sei noch gesagt, dass man davon leben kann, es aber für schwedische Verhältnisse meist am unteren Ende der Lohnskala liegt. Ich erhalte beispielsweise rund 1500 € brutto – als Vollzeitbusfahrer wären es gut 30% mehr.

Auswandererguide Teil XV: Studieren in Schweden – Austausch

hansbaer Juli 19th, 2009

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Freizeitaktivitäten für Austauschstudenten: Begrüßungspicknick

Die ohne Frage leichteste Art, nach Schweden zu kommen, ist ein Austauschstudium. Nicht nur, weil die Anmeldeprodezur oft unkompliziert ist und ein Platz leicht zu bekommen ist. Die Hochschule unterstützt bei der Wohnungssuche, das Studium ist locker und zudem wird auch noch ein Freizeitprogramm angeboten.

Das klingt nach einem halben bzw. einem ganzen Jahr Müßiggang mit Party in internationaler Gemeinschaft. Und das ist es oft auch – es kann aber auch eine Chance sein, Kurse zu machen, die in der Heimat nicht angeboten werden. Gelegenheiten wie z.B. Praktikumsangebote wahrzunehmen, die sich im Lebenslauf gut machen. Oder gleich die Fühler für eine eventuelle spätere Promotion auszustrecken.

Die Möglichkeiten, die ein Austausch bietet, sind also vielfältig.

Da fast aller europäischer Austausch im Rahmen des Erasmus-Programms abläuft, beschränke ich mich hier darauf.

Erasmus-Programm

Das Erasmus-Programm fällt in vieler Hinsicht aus dem Rahmen, weil nur wenige, die mit dessen Hilfe nach Schweden kommen, beabsichtigen, länger zu bleiben. Recht wenig dürfte Schweden als Erasmus-Ziel von anderen Ländern unterscheiden, was den allgemeinen administrativen Ablauf angeht. Dieser Abschnitt ist bewusst allgemein gehalten, denn ich kann und möchte keine Liste aller Erasmus-Kooperationen zwischen den Hochschulen im deutschsprachigen Raum mit den Hochschulen in Schweden präsentieren. Ansprechpartner an der eigenen Hochschule zu finden ist nun auch nichts, was einen halbwegs begabten Studenten überfordern dürfte.

Schweden ist bei deutschen Studenten recht beliebt. Wenn man diese Statistik anschaut, so sieht man für das akademische Jahr 2006/2007, dass Schweden auf Platz 4 der beliebtesten Ziele lag, und mit einem Anteil von 8,3% deutlich vor den anderen nordischen Ländern und sogar vor Italien. Für eine relative kleine Nation ist Schweden also überproportional beliebt. In besagtem Jahr kamen 27,6% der Austauschstudenten in Schweden aus Deutschland, weitere 4,8% aus Österreich. Wenn man dann die Schweizer dazu nehmen könnte (die leider in der Liste fehlen), landete man wohl bei ca. einem Drittel deutschsprachiger Austauschstudenten.

Die Gründe hierfür kann man an verschiedenen Stellen suchen.

Soweit ich das bisher erlebt habe, nehmen beide Stockholmer Hochschulen äußerst bereitwillig Austauschstudenten auf. Dies ist alleine schon deswegen bemerkenswert, weil sie dabei auf erhebliche Probleme in der Unterbringung stoßen und teilweise schon auf Container als Wohnraum zurückgegriffen haben. Aber auch auf ganz Schweden bezogen scheint das so zu sein, denn Schweden liegt in der genannten Aufstellung auf Platz 5 der Gastländer – und damit vor Ländern mit erheblich größerer Bevölkerung. Letztendlich gehen auch viel weniger schwedische Studenten ins Ausland als die schwedischen Hochschulen an Austauschstudenten aufnehmen.

Die Beliebtheit Schwedens hat aber auch eine ganz simple Ursache: Sprachlernfaulheit. Denn die Schweden der akademischen Welt erwarten irgendwie auch gar nicht, dass man ihre Sprache lernt. Im akademischen Umfeld ist englisch hier oft nicht nur Zweitsprache, sondern sogar Erstsprache. Auch nach über 3 Jahren in Schweden habe ich keinen einzigen Kurs gemacht, der rein auf schwedisch abgehalten wurde. Auch die Studentenwohnheimsgesellschaft SSSB, die mein Studentenzimmer unterhielt, waren grundsätzlich alle Informationen zweisprachig. In nur wenigen Ländern wird man es so leicht haben in dieser Hinsicht.

Bei deutschen Studenten kommt sicherlich auch noch dazu, dass Schweden natürlich mit gewissen sentimentalen Vorstellungen behaftet ist. Die notorische Tendenz der Deutschen, dieses Land für ein großes Bullerbü mit blonden Menschen, Elchen und grandioser Natur zu halten, in dem alles besser sein muss (weil in Deutschland ja alles so furchtbar schlecht sei), dürfte zumindest unterschwellig die Entscheidung für ein Austauschland beeinflussen.

Soweit ich es beurteilen kann, sind die schwedischen Hochschulen sehr bemüht um ihre Austauschstudenten. Dass betrifft nicht nur den umfangreichen Einsatz bei der Unterkunftssuche, sondern auch ein recht umfängliches Programm mit Bootsfahrten nach Tallinn und Trips nach Russland, an denen Austauschstudenten aus ganz Schweden teilnehmen. Die Betreuung lässt also anscheinend wenig zu wünschen übrig.

Dem Ruf als größtes Reisebüro der Welt kann Erasmus jedoch auch in Schweden nicht entfliehen, denn ein Austauschjahr ist noch lange keine Garantie für Studienleistungen. Für viele Studenten ist ein Erasmus-Austausch Urlaub, in dem man einige Alibi-Punkte sammelt, um später sagen zu können, im Ausland studiert zu haben. An der KTH gab es zur Unterstützung dieses Unterfangens einen Kurs namens “Swedish Culture and Society”, der zu guten Teilen aus Studienbesuchen bestand und eine einfache Methode war, ECTS-Punkte zu erwerben. Flankiert wurde das ganze vom Anfänger-Schwedischkurs. Während die ersten zwei der insgesamt vier Kursniveaus noch gut besucht waren, nahm die Beteiligung darüber rapide ab. Letztendlich lief es also darauf hinaus, dass kaum ein Austauschstudent in der Lage war, auch nur einfaches Schwedisch im Alltag zu nutzen. Dass ein gutes Viertel der Austauschstudenten Deutsche sind, dürfte auch nicht gerade zur sprachlichen Kompetenzentwicklung beitragen.

Daher gilt wohl der allgemeine Rat für alle Erasmus-Studenten unabhängig vom Gastland: ein Jahr Ausland auf dem Lebenslauf sieht nett aus, beeindruckt heute aber für sich genommen keinen Chef mehr.

Trotzdem ist ein Erasmus-Jahr ohne Frage eine tolle Sache, die man sich keinesfalls entgehen lassen kann. Letztendlich ist es eine wertvolle Erfahrung, die mit keiner zuhause erreichbaren Studienleistung zu vergleichen ist. Wenn man es historisch sieht, dann dürfte das Erasmus-Programm zwar nicht unbedingt zur Förderung einer besseren Lehre beitragen, aber sicherlich zur Förderung der europäischen Verständigung.

Wer sich nach diesen ganzen Ausführungen fragt, wie er denn nun per Erasmus nach Schweden kommt. Ganz einfach: erst informieren, wann man denn überhaupt im Studium ins Ausland kann, denn in den ersten Semestern geht das selten. Dann das Akademische Auslandsamt der Heimatuni fragen, denn die wissen am besten bescheid, welche Austauschverträge bestehen, d.h. zu welchen schwedischen Hochschulen man kann.

Der Rest ergibt sich.

Auswandererguide Teil XIV: Studieren in Schweden – Allgemeines

hansbaer Juli 19th, 2009

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Beweis meiner bezahlten Beiträge: Studentenausweise

Es ist wieder einmal Zeit für eine lange geplante, aber immer wieder verschobene neue Staffel des Auswandererguides. Bei meinen Aktivitäten in Schwedenforen kommen öfters Fragen auf, wie man in Schweden studieren kann.

Die individuellen Fälle sind dabei sehr vielfältig – manche kommen nur für ein Jahr in Schweden, andere möchten ein Fortsetzungsstudium machen. Einige ganz ambitionierte wollen ihr ganzes Studium in Schweden absolvieren. Prinzipiell geht das alles, aber die Informationen hierzu zu finden ist mühsam.

Diese und die folgenden Seiten werden hoffentlich etwas erleuchtend diesbezüglich sein.

Allgemeines

Wenn man Berichte wie diesen liest, mag man in den Glauben verfallen, an schwedischen Hochschulen herrschten ganz und gar paradiesische Zustände. In der Tat ist einiges verschieden von deutschen Hochschulen, soweit ich dies aus meinen Erfahrungen an der KTH und der Stockholmer Universität im Vergleich zur Uni Karlsruhe, an der ich früher studiert habe, sagen kann.

Studiengebühren gibt es in diesem Sinne nicht. Es gab Diskussionen, sie für Nicht-EU-Bürger einzuführen, aber weit gediehen ist dies nicht. Zahlen muss man lediglich die sogenannte “kåravgift”, die der Studentenschaft zukommt. Die Höhe dieser Abgabe ist verschieden. Bei der KTH lag sie bei ca. 30 €, an der Stockholmer Universität ist sie etwas höher. An der KTH war zudem ein Teil der Abgabe optional. Wollte man z.B. das Studentenradio unterstützen (was ich natürlich tat), konnte man den Beitrag um einen festgelegten Satz erhöhen. Anscheinend ist es jedoch so, dass man auch studieren kann, wenn man die Abgabe nicht bezahlt. Will man jedoch sein Abschlusszeugnis beantragen, braucht man einen Nachweis, dass man gezahlt hat. Die Zahlungsmoral kann also von regelmäßig bis alles zum Schluss schwanken.
Die Abgabenpflicht soll aber nach dem Willen der derzeitigen Regierung zum Sommer 2010 abgeschafft werden. Und wie ich diese Regierung kenne, wird das auch so kommen.

Das Konzept von Abschlussprüfungen ist in Schweden anscheinend nicht bekannt. Viele Kurse werden in Seminarform abgehalten, und die klassische allesentscheidende Klausur am Ende gibt es zwar in manchen, aber längst nicht in allen Kursen. Ein Dozent sagte zu uns sogar mal ganz offen, dass dies im Arbeitsleben ja auch nicht passiere, dass man vom Chef 4 Stunden lang in ein Zimmer gesperrt wird und dann ohne Hilfsmittel ein Problem lösen muss. Diese Art von Praxisbezogenheit war mir in Deutschland nie begegnet. Studienabschlussprüfungen, bei denen man praktisch alles, was man einmal gelernt hat, parat haben muss, existieren daher meines Wissens nicht. Das Studium ist kumulativ angelegt, d.h. man sammelt seine Punkte in Pflicht- und Wahlkursen. Sobald man eine gewisse Punktzahl zusammen hat, kann man mit dem Schreiben einer Abschlussarbeit beginnen. Man kann während des Schreibens und danach weiterhin an Kursen teilnehmen, um alle Anforderungen des Studiengangs letztendlich zu erfüllen.

Die Abschlussarbeit hat je nach Fach und akademischem Grad unterschiedliche Bezeichnungen. Bacheloraspiranten schreiben beispielsweise einen “C-uppsats” (C-Aufsatz), Magister einen “D-uppsats”. Ich schrieb eine Examensarbete, was wohl in technischen Fächern die übliche Bezeichnung ist. Daher spricht man auch vom “Exjobb”, wobei es sich aber nicht um einen echten Job handelt, denn viele dieser Stellen sind unbezahlt. Das ist auch mit ein Grund, dass es zumindest in meinem Fach Physik nicht unüblich ist, diese Arbeit extern, also beispielsweise in einer Firma zu schreiben. Welche Firma hat nicht gerne einen jungen Forscher, der annähernd kostenneutral etwas entwickelt, was von Nutzen für den eigenen Betrieb sein könnte?

Das Studieren selbst läuft auch etwas anders ab. Eine Massenvorlesung habe ich noch nicht erlebt. Es gibt zwar eine Reihe größerer Vorlesungssäle, aber sowohl in Format als auch in der Anzahl war ich aus Karlsruhe anderes gewohnt. Der Kontakt mit den Dozenten ist wie in Schweden üblich von flachen Hierarchien und damit direktem Kontakt geprägt.

An Leseplätzen u.ä. hat es mir eigentlich nie gemangelt, wobei dies natürlich nicht repräsentativ sein kann. Was die Lehrmittel angeht, ist es jedoch ein erheblicher Unterschied zu Karlsruhe insofern, als dass dort die Standardkursliteratur in zigfacher Ausfertigung in den Regalen der Bibliothek stand und sich daher fast jeder Student für die Dauer des Kurses eines ausleihen konnte. In der Bibliothek hier gibt es bestenfalls zwei oder drei Ausgaben, wobei eigentlich nur ein weiteres Buch angeschafft wird, wenn eine neue verbesserte Auflage verfügbar ist. Mehrere Bücher identischen Inhalts wird man also kaum finden.

Einen Typus Student habe ich hier bislang kaum gesehen: den Bummelanten. Während einige Leute in Karlsruhe es sich zu ihrer Lebensaufgabe gemacht haben, die Aktivitäten im selbstverwalteten Wohnheim zu unterstützen, und die üblichen Verdächtigen, ihres Zeichens Studenten im 35+ Semester, regelmäßig in den einschlägigen Kneipen versumpften, habe ich hier zwar schon Studenten jeden Alters gesehen, aber keiner schien mir einer zu sein, der im Studium hängengeblieben ist. Dies mag auch an der Art der Studienförderung hier liegen (dazu mehr auf den folgenden Seiten).

Das Alter ist durchaus ein interessanter Aspekt, denn das lebenslange Lernen scheint in Schweden deutlich stärker vertreten zu sein als in Deutschland. Als ich hier anfing, hatte ich einen Kommilitonen jenseits der 40, und auch in anderen Vorlesungen saßen ernsthafte Studenten, die rund 10 Jahre älter als ich waren.

Immer diese High Society

hansbaer April 5th, 2009

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Ich bin mir ja meiner Prominenz vollkommen bewusst. Welche Gesellschaftsveranstaltung würde schon gerne auf mich verzichten?

Nun habe ich aber eine Einladung zur Diplomübergabe der KTH im Stadshuset erhalten. Kurz darauf flatterte auch noch eine Einladung zum Willkommensabend für Doktoranden an der Stockholmer Universität herein. Allerdings war ich bei beiden Veranstaltungen schon im letzten Winter zugegen.

Das finde ich dann doch etwas anbiedernd.

Change

hansbaer November 4th, 2008

Letzte Woche flatterte eine Benachrichtigung über ein Einschreiben ins Haus. Diese muss man in Schweden nämlich wie die meisten Pakete auch bei der Postagentur abholen.

Es war wie erwartet mein Zeugnis. Nun bin ich also auch offiziell ein “Master of Science”, mit einem “major in physics”, wer es genau wissen möchte. Es ist damit mein Lebenstraum erfüllt: endlich kann ich bei den ganzen unnötigen Meinungsumfragen, an denen ich teilnehme, “abgeschlossenes Hochschulstudium” als Ausbildung ankreuzen. Kann es ein größeres Glück geben?

Der Titel des Posts lautet aber “Change” nicht nur wegen meines geänderten Akademikerstatus, sondern wegen der Dinge, die sich auf der anderen Seite des Atlantiks heute abspielen. Ich werde heute nacht mitfiebern. Weil ich begeistert bin, was ein schwarzer Senator mit einer cleveren Taktik und großen Visionen in zwei Jahren geschafft hat und in den kommenden vier Jahren noch schaffen kann. Weil ich mir wünsche, auch in Europa würde man wieder an eine bessere Zukunft glauben und mit ähnlichem Enthusiasmus dafür einstehen. Und, ganz nebenbei, weil ich dann nicht nach Hessen schauen muss.

Bericht zur Lage meiner selbst

hansbaer Oktober 1st, 2008

Ich schreibe hier selten über meine Studien, aber heute ist doch einer der Tage, an dem ich dies tun möchte. Seit heute bin ich offiziell Doktorand bei Stockholms Universitet. Mein Masterzeugnis wird zwar noch etwas auf sich warten lassen, aber die die Uhr tickt: in 2 Jahren muss ich mein Lizentiat, eine Vorstufe zum Doktor, und in 4 Jahren meinen Doktor machen. Über was, das wird sich noch zeigen, aber höchstwahrscheinlich werde ich sehr viel mit dem im Bau befindlichen Projekt DESIREE zu tun haben.

Panoramen (31): Albanova innen

hansbaer September 11th, 2008

Modern, fast schon futuristisch, und häufig recht verwirrend: das Albanova-Gebäude, in dem die Physikabteilungen der Stockholmer Universität und der KTH sitzen.

Panoramen (22): Nochmal Picknick

hansbaer Juli 10th, 2008

Noch ein Panorama von dem Picknick im Sommer 2005.

Panoramen (21): Picknick im Park hinter der KTH

hansbaer Juli 3rd, 2008

Sommer 2005: Die frisch angekommenen Studenten bei einem Picknick im Park hinter der KTH.

Schwedisch lernen

hansbaer März 18th, 2008

Irgendwie bin ich ganz froh, dass ich an der KTH schwedisch gelernt habe. Bei SFI hat man es laut Nadine nicht immer so einfach – ich habe übrigens keinen Bescheid über SFI bekommen, als ich meine Personnummer bekam.

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