Vintern är långt ifrån över

hansbaer Februar 22nd, 2010

Ausriss: Google Desktop

Ich habe heute morgen gleich ein Foto von unserem Thermometer gemacht, das aber zuhause geblieben ist. -22°C zeigte es. Das ist der bislang kälteste Tag in 4,5 Jahren Schweden.

Es gilt heute die Empfehlung, zuhause zu bleiben, wenn man kann. Ich kann nicht, und so habe ich mich herausgewagt. Die südliche Querspange Södra Länken war gesperrt. In Gegenrichtung war eine Schilderbrücke heruntergekommen, weswegen eine Totalsperrung bestand. Der Bus war trotzdem einigermaßen pünktlich, bis er sich zwei Haltestellen vor dem Ziel festfuhr. Irgendwie kam es mir so vor, als würde die Fahrerin gegen die Handbremse anfahren, aber das wäre so dämlich, dass es unwahrscheinlich ist, und düpieren wollte ich sie schon zweimal nicht. Also durften wir in einen folgenden Bus umsteigen. Die U-Bahn war voll, aber es ging.

Dennoch ist die Situation extrem. Nahezu alle oberirdischen Teile der U-Bahn sind komplett wegen Vereisung eingestellt. Die Innenstadtbusse wurden für den Schienenersatzverkehr abgezogen. Ähnliches gilt für einige andere Bahnen.

Da mutet es schon fast wie Realsatire an, dass ich gestern Verstärkungsverkehr für die Linie 47 fahren durfte, auf der naturgemäß wenig Bedarf bestand, denn an einem solchen Wochenende verirren sich nicht viele Leute nach Djurgården. So fuhr ich oft fast leer. Meine wahre Freude hatte ich mit den Bussen. Der erste, ein nagelneuer Bus mit weniger als 40.000 km (= gar nichts) hatte ein fast schon bizarres Türenproblem, das ich neulich schon einmal in einem solchen Gefährt hatte – offenkundig verträgt die Elektronik die Kälte nicht. Ich konnte die Türen nur öffnen, nachdem ich den Motor abgestellt hatte. Erst nach zweimaligem Neustart des Motors konnte ich wieder losfahren. Dafür bekam ich einen Ersatzbus, dessen Traktionskontrolle mich in den Wahnsinn trieb.

Immerhin bin ich bei der ganzen Sache unfallfrei geblieben – und das ist eine Menge wert in diesen Tagen.

After the storm

hansbaer Februar 21st, 2010

Der Begriff “Schneesturm” wäre vielleicht etwas hoch gegriffen, aber der gestrige Tag war soweit nicht entfernt davon. An die -15°C und ein starker eisiger Wind, überall Schneeverwehungen, Chaos im Nahverkehr. Wir waren in Sollentuna eingeladen, konnten aber die S-Bahn nicht nehmen, weil die schon zu dem Zeitpunkt massive Verspätung hat. Stattdessen haben wir die blaue U-Bahn-Linie, die als einzige fast durchgehend unterirdisch verläuft, genommen und sind in Kista mit dem Bus weiter. Der Rückweg war noch länger – trotz Taxifahrt zur Umgehung der S-Bahn dauerte sie zwei Stunden, u.a. weil die U-Bahn 100 Meter vor unserer Zielstation Slussen stehen blieb.

Der Winter ist hier noch lange nicht vorbei, aber man kann wohl hoffen, dass das zumindest das Schlimmste vorüber ist.

Ich bin gespannt auf den heuten Tag, denn ich darf die Linie 47 fahren, und irgendwie glaube ich nicht, dass auf Djurgården schon viel geräumt wurde.

Ganz in weiß

hansbaer Februar 10th, 2010

Ausriss: DN

Selten lassen mich Fotos in der Zeitung kurz innehalten. Dieses jedoch schon – man kann wohl kaum anschaulicher machen, wie weiß Skandinavien derzeit ist. Dummerweise wird das in Deutschland keinen Eindruck schinden können. Man bedenke aber: so ähnlich sieht es hier jedes Jahr über zwei Monate lang aus.

Bisschen frisch

hansbaer Januar 10th, 2010

 

Thomas hat schon vor einigen Tagen vollkommen korrekt angemerkt: es ist ein bisschen frisch draußen. Meine Temperaturanzeige im Browser verkündet -17°C, was immer noch etwas über den kältesten Tagen der letzten Zeit liegt.

Mein Auto findet das nicht gut. Nicht nur, dass die Türen nicht mehr so richtig aufgehen wollen. Auch die Batterie streikte am Tag vor Silvester. Nicht einmal die Kilometerstandsanzeige funktionierte noch. Und mein nagelneues Ladegerät auch nicht, weswegen ich mit dem Taxi kurz vor Ladenschluss noch zu Biltema hetzte, um ein anderes zu kaufen. Das tat dann seinen Dienst, und die Batterie erholte sich auch wieder.

Trotz dieser Beschwerlichkeiten ist dies irgendwie eine tolle Jahreszeit. Der Schnee ist frisch, und beim Neujahrsspaziergang schienen sich ausnahmsweise alle Schwedenklischees zu erfüllen (siehe oben). Die Kälte macht auch bemerkenswert wenig aus. Ob -5°C oder -15°C macht im trockenen Klima hier kaum einen Unterschied.

Dummerweise weiß man, dass dieser Schnee lange liegen bleiben wird und es bald bei weitem nicht mehr so schön sein wird.

Interessanterweise friere ich in der Wohnung mehr als draußen, was vielleicht auch daran liegen könnte, dass ich versucht habe, mich den ganzen Herbst für die Kälte etwas abzuhärten.

Derzeit könnte ich zur Abhilfe einen Heizlüfter anschließen, denn noch zahle ich meine Miete warm. Anscheinend in einem Anflug von sozialistischem Idealismus plante man vor rund 40 Jahren Wohnung noch ohne eigene Stromzähler. Die Solidaritätsgemeinschaft der Mieter sollte die Stromkosten wohl gemeinsam decken, und das soll sie bis heute.

Leider haben sich auf der Welt aber nicht alle lieb, und die Großzügigkeit der Gemeinschaft befördert vielfach den Egoismus des Einzelnen. Bislang kann jeder alle Elektrogeräte nach Belieben laufen lassen, denn die Gemeinschaft trägt ja dieses Verhalten mit.

Offenbar hat man die Schwäche dieses Konzepts eingesehen. Vor einem Jahr, als ich hier einzog, fand eine Mieterversammlung statt, in der über die bald anstehende Installation von Stromzählern berichtet wurde. Groteskerweise machten sich die meisten Mieter Sorgen darüber, dass jemand illegal ihren Strom anzapfen könnte und dann auf ihre Kosten lebt. Keinem schien einzufallen, dass dies manche vielleicht jetzt auch schon tun, nur vollkommen legal und zum Schaden aller.

Ganz so bald war dann der Wechsel dann doch nicht. Nächste Woche, also 13 Monate später, soll der Stromzähler kommen, und so kommt im Winter auch der Teilwechsel von Warm- zu Kaltmiete.

Teilweise deswegen, weil die Heizung davon unabhängig bleibt. In den Häusern dieser Generation scheint es üblich zu sein, dass der Vermieter bestimmt, welche Temperatur zu herrschen hat. Immerhin ist darin wenig Missbrauchspotential seitens der Mieter enthalten. Wir haben die Heizung immer auf 100% stehen, was im Allgemeinen genau Zimmertemperatur entspricht.

Mit der Einführung des Stromzählers wird die Miete natürlich gesenkt – und wir sind vorbereitet. Stromsparlampen haben wir schon in den meisten Teilen der Wohnung. Gestern habe ich die verbleibenden Geräte überprüft. Der Fernseher verbraucht überraschend nur 60 Watt. Die unscheinbare Stehlampe hingegen unglaubliche 140 Watt, was immer noch 10 Watt unter dem ist, was die Birne verkündet. Ähnlich dreist ist auch der Digitalreceiver fürs Kabelfernsehen: 6 Watt im Standby, 7 Watt im Betrieb. Nicht viel, aber man muss sich schon fragen, für was dann ein Standby-Modus gut sein soll. Insbesondere, weil der Receiver trotzdem mehrere Sekunden braucht, um anzuspringen.

Die letzten Optimierungen sind vorgenommen.

Die Frage ist nur: werden wir irgendwas sparen?

Weihnachtsgeschenkvorschlag: Standheizung

hansbaer Dezember 20th, 2009

Mitte dieser Woche brach der Winter über Stockholm (wie auch anderswo in Europa) herein. Das ist ungewöhnlich, weil hier der Schnee normalerweise erst im Januar kommt, zur Seite geschoben wird und langsam hart, schmutzig und rutschig wird. Ende März schmilzt er dann weg. Der Fachmann nennt das Frühling. Zurück bleiben Berge von Rollsplit, die zwischenzeitlich drüber gestreut wurden.

Aber auch die Schneemenge ist ungewöhnlich. Es war so viel, dass die Schneepflüge nicht mehr hinterherkamen. Einen halben Tag lang wurde der Busverkehr östlich von Stockholm komplett eingestellt. Es erinnerte etwas an das “Snökaos” (Schneechaos) vor 3 Jahren, als Leute stundenlang in ihren Autos feststeckten. Ursache damals war unter anderem, dass Leute ohne Winterreifen den Verkehr lahmlegten.

Die alleine machen es aber nicht aus. Mitteleuropäische Winterreifen sind laut einem Test, den ich neulich gelesen habe, weniger gut geeignet als die hier üblichen Reifen, ob nun ohne Spikes oder mit. In der Tat rutscht bei 10 cm Schnee auf den Straßen lustig hin und her. Es kann freilich sein, dass es den nordisch bereiften Fahrer nicht viel anders erging.

Die Busse verhalten sich aber auch interessant in solchen Verhältnissen. Die Gelenkbusse machen komische Verrenkungen, und nun weiß ich auch, für was die Anzeige “TC” im Armaturenbrett stett: Traktionskontrolle. Die Teilsperrung einer Linie wegen Rutschgefahr versüßte mir den Arbeitstag, weil man da auch mal wirklich als Dienstleister wahrgenommen wird. Ganz angenehm nach dem gestrigen Tag, als ich innerhalb einer Runde gleich dreimal den Fall hatte, dass Leute mir uralte Tickets zeigten und bei Nachfrage ein erneutes Vorzeigen verweigerten. Erst als ich ankündigte, dass der Bus dann solange steht, bis der Wachdienst die Sache geklärt hat, tat sich etwas. In dem Job gibt es irgendwie immer wieder was neues.

Die Krönung des ganzen Schneespaßes war gestern und heute aber definitiv das Autofahren. Nicht nur, weil ich dreimal den ganzen neuen Schnee wegfegen durfte. Die Probleme begannen schon beim Einsteigen. Dass mir die Fahrertür zufriert, hatte ich schon erlebt, aber das mir alles bis auf die Heckklappe zufriert, war neu.

Also bin ich durch den Kofferraum eingestiegen – und wünschte mir, dass ich eine Standheizung hätte.

Oje

hansbaer März 24th, 2009


Noch einmal Schnee zum Abschluss, und zwar richtig

Dieses Blog läuft aktuell Gefahr, zum Winterendeabwarteblog zu werden. Das wird aber nicht passieren. Soeben habe ich einen Kurs beendet, und so bleibt auch hierfür wieder etwas mehr Zeit – hoffentlich.

Snö

hansbaer November 24th, 2008

Wie anscheinend jeden November ist in Schweden “Snökaos”, also Schneechaos.

Manche Leute rätseln ja über den Winter in diesem Land. Nach meinen bisherigen Erfahrungen ist es so, dass im November Schnee fällt und dann wieder wegschmilzt. Dann bleibt es nasskalt bis Mitte Januar, und wenn der Winter Lust hat (nicht so wie letztes Jahr) schneit es dann ordentlich, was dann bis Ende März liegen bleibt.

Man sollte ja eigentlich meinen, dass man in einem nördlichen Land darauf hinreichend vorbereitet ist, aber so simpel ist es leider nicht.

Die Winterreifenpflicht gilt erst ab Dezember, und auch in Schweden nehmen es die Autofahrer nicht so genau. Vor zwei Jahren verursachte dies, dass beim ersten Schneeeinbruch der ganze Straßenverkehr zum Erliegen kam – mit teilweise dramatischen Szenen von Autofahrern, die stundenlang in ihrem und mit ihrem Auto feststeckten. Mittlerweile hat sich das wohl gebessert, aber wenn es einmal ordentlich schneit, geht alles deutlich langsamer.

Dieses Jahr war vor allem der Roslagen nördlich von Stockholm und auf Uppsala zu betroffen. Dort wurde der ganze Busverkehr eingestellt, weil man nichts mehr sah. Der Flugverkehr war auch betroffen.

Nun sind viele Menschen mitten in der Nacht unterwegs, um Rollsplit auszustreuen. Ende März (also wenn der Schnee schmilzt) werden alle Wege mit einer 10 cm dicken Schicht von kleinen Steinchen belegt sein. Was die Rollsplitausstreuer im Sommer so tun, weiß ich leider nicht. Meine persönliche Theorie ist, dass sie das eine Halbjahr damit verbringen, ihn auszustreuen, und das andere damit, ihn einzusammeln.

Das nennt man dann wohl nachhaltige Entwicklung.

Schnee

hansbaer November 16th, 2008

Gestern noch 10 °C und im kurzen Shirt gelaufen, heute das hier. Der Winter ist da.

Schneeupdate: 8 Stunden später

hansbaer April 9th, 2008

Schnee im April ist wenigstens nicht so langlebig. So sieht es nur acht Stunden nach dem letzten Foto aus:

Schnee die letzte

Eigentlich schade, dass ich dieses mal nicht einen Zeitrafferfilm gemacht habe.

Schnee !

hansbaer April 9th, 2008

Das Erstaunliche an Schweden ist: Schnee bleibt immer liegen, auch wenn es die ganze Zeit über 0°C hatte.
So sah es gestern abend aus:
Schnee Abend 8.4.
Und so heute morgen:
Schee morgen 9.4.

Vielleicht sollte man dem Winter sagen, dass er durch diesen Unsinn seine Bilanz auch nicht mehr retten kann.

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