Delengkal Weblog

Sinnfragen von einer Insel vor Stockholm

KSC olé olé!

Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich das auf meine alten Tage noch erleben darf: der KSC hat den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft!

Ein großer Fan war ich zwar noch nie, aber mit den Jahren nimmt die Begeisterung zu. In meiner Zeit in Karlsruhe wohnte ich nur 100 m vom Stadion entfernt, und jedes Jahr ging ich aus Restsolidarität zu den letzten Spielen, um den Nichtabstieg klar zu machen. Kaum bin ich weg, spielen sie wieder Teufel.

Klare Schlussfolgerung: Ich komme nicht mehr zurück und dafür spielt der KSC übernächstes Jahr in der Champions League!

Brücken bauen

Soeben habe ich auch leicht schmunzelnd diesen Bericht gelesen – Brücken- und Tunnelprojekte haben sicherlich einen gewissen Charme, aber sind keineswegs ein Erfolgsgarant, wie der Kanaltunnel schon gezeigt hat.

Spontan erinnerte mich das an einen Antrag beim letztjährigen Kongress der sozialdemokratischen Studenten in Linköping. Dort hatten die Studenten aus Umeå gefordert, eine Straße zwischen Umeå in Nordschweden und Vaasa in Finnland zu bauen. Da zwischendrin noch ein paar Inseln liegen, könnte man das auch mit mehreren Teilstücken bauen und dabei sogar schon vorhandene Wege nutzen. Der Haken der ganzen Geschichte ist, dass man trotzdem drei sehr lange Brücke brauchen würde, nämlich eine auf die Holminseln (Holmöarna) mit 7,5 km Länge, eine von der dortigen Insel Grossgrundet auf die Valsinseln in Finnland mit stattlichen 26 km und eine von den Valsinseln nach Björkne in Finnland. Ganz nebenbei stehen große Teile dieser Inseln unter Naturschutz und – das wollte aber wohl keiner so direkt sagen – dort oben wohnt ohnehin kaum jemand. Umeå hat gerade mal 75.000 Einwohner, Vaasa hat 57.000 Einwohner. Die Rentabilität des Projekts ist daher mehr als fraglich. Wenig verwunderlich: der Antrag wurde abgelehnt.

Der Vorschlag wirkt aber geradezu elegant, wenn man die komischen Vögel der LaRouche-Bewegung näher betrachtet. Diese sektenähnlich organisierte Gruppe agiert hier in Schweden unter dem Namen „Europäische Arbeiterpartei“ (in Deutschland als „Bürgerrechtsbewegung Solidarität“) und bombardiert uns hier regelmäßig mit seltsamen Zeitungen. Der Werbeaufwand rechnet sich aber nur bedingt: bei den Reichstagswahlen erhielt die Partei gerade einmal 83 Stimmen – sogar die „Nationalsozialistische Front“ erhielt mehr. Zu den großen Projekten der Europäischen Arbeiterpartei gehört die eurasische Landbrücke, die als Straße wohl den ganzen Kontinent von West nach Ost verbinden soll. Weiterhin wollen sie eine Brücke zwischen Korea und Japan bauen. Auch kommunalpolitisch sind die kreativen Infrastruktursarchitekten aktiv. In einem der Blätter wird gar ein schachbrettartiges Magnetschienbahnennetz für Solna ersponnen. Ich bin sicher, diese Leute wären von solchen Brückenprojekten begeistert.

PS: Noch ein Kuriosum aus der LaRouche-Welt ist die Verleugnung von Umwelt und Ressourcenproblemen. In diesem Papier (hier auf deutsch) bezeichnen sie den Klimawandel als „unhaltbare Lüge“ und beziehen sich auf Forschungsergebnisse eines gewissen Ernst-Georg Beck, der an der Merian-Schule in Freiburg „Professor“ sei. In Wirklichkeit ist der Mann Gymnasiallehrer und StD, aber mit Sicherheit kein Professor. Viel mehr konnte ich über ihn auf die Schnelle nicht herausfinden, aber es kam mir seltsam vor, dass er E-Learning-Kurse über die Schulhomepage verkauft. Offenbar ist er aber wohl gerne bereit, sich für solche obskuren Leute vor den Karren spannen zu lassen.

Das Jubiläum naht

Am 2. Juni 2002 nahm ich zum ersten Mal bei einem öffentlichen Lauf teil. Die Geschichte, wie es dazu kam, ist etwas länger, aber es sei so viel dazu gesagt, dass Arne Krohn, mit dem mich schon davor, aber seither erst recht eine Freundschaft verbindet, von dem Unternehmen „überzeugt“ hat.
Passender gesagt: ich habe mich selbst in die Sache reingequatscht, und das ist wohl eine der häufigsten Arten, zum Laufen zu kommen. Bei ihm war es übrigens nicht anders – er war wiederum von Jan dazu verleitet worden, nachdem dieser ohne Training den Hamburg-Marathon überstanden hatte.

Seither habe ich bei 21 öffentlichen Läufen teilgenommen. Zum 5jährigen Jubiläum wurde es daher Zeit, eine Liste zu machen, denn ansonsten laufe ich wirklich einmal Gefahr, den Überblick zu verlieren. Die Liste ist rechts verlinkt oder einfach durch einen Klick hierauf zu erreichen.

Arne wird übrigens sozusagen passend zum Anlass am kommenden Sonntag seinen ersten Marathon laufen. Viel Erfolg, Arne!

Für mich heißt das, dass ich nun ins Hintertreffen gerate. Zwar konnte er bisher meine Halbmarathonbestzeit noch nicht knacken, aber meine 10-km-Bestzeit unterbot er um eine Minute, und meine sehr bescheidene Marathonbestzeit sollte für ebenfalls kein Problem sein.

Das ist umso mehr Ansporn, bis zum Herbst wieder in Bestform zu sein.

Unerwartete Nachrichten

Picket Fences - sxc.hu

Man kann ja so ziemlich alles als TV-Mitschnitt oder auf DVD kriegen – aber eine großartige Serie der Neunziger ist nie auf DVD erschienen, lief im US-Fernsehen nur als Mauerblümchen, und auch bei SAT.1 hat sie nach vielen Wiederholungen keinen Sendeplatz mehr: „Picket Fences“

In Deutschland mit dem dümmlichen Untertitel „Tatort Gartenzaun“ belegt, lief sie früher direkt nach Star Trek – The Next Generation. Nachdem also Jean-Luc Picard, fest im Kapitänsstuhl sitzend, das Universum auf die Spur gebracht hat, durfte Ray Walston alias Richter Henry Bone in den Richterstuhl treten und weise Urteile über höchst skurrile Fälle treffen. Kein Wunder, dass diese beiden Herren die moralische Richtschnur meiner Teenagerzeit waren. Leider hatte ich bisher wenig Gelegenheit, das Universum zu retten oder weise Urteile zu sprechen.

Als DVD gehabt oder zumindest als lausige VHS-Kopie hätte ich „Picket Fences“ aber gerne einmal gesehen. Vor langer Zeit trug ich mich daher beim amerikanischen Amazon beim Benachrichtigungsservice ein – und heute kam die Mail. Die erste Staffel erscheint am 19. Juni 2007.

Da muss ich mir echt überlegen, ob ich mir das über den großen Teich schicken lasse.

PS: Apropos skurril: eine tragische Krankheit ist ohne Frage die Sperma-Allergie.

Milchmädchen

Meine neulich hier dargestellte, (zurecht) kritisierte und sogar referenzierte Milchmädchenrechnung, dass die Schweden eine relativ kurze Arbeitszeit haben und dazu noch recht häufig krank sind, hat unerwartet Unterstützung erfahren.

Zumindest, wenn man nach diesem Artikel in The Local geht, in dem eine Studie über das Krankfeiern zitiert wird. Dort heisst es, dass der Durchschnittsschwede 7,62 Tage im Jahr krankfeiert. Nur die Inder (8,64 Tage) machen das noch öfter.

Wenn man also die Rechnung weiterspinnt, meldet man sich hierzulande also alle 5 bis 6 Wochen einen Tag krank, ohne es zu sein. Angesichts dessen, dass in der Gesamtrechnung von 25 Krankheitstagen im Jahr auch chronisch Kranke enthalten sind, heisst das also, dass wohl einmal im Monat krankfeiern normal ist.

Richtig krass wird die Studie, finde ich, wenn man sich die Top 5 der Krankfeierer ansieht:

  • 1: Indien (8,64 Tage)
  • 2: Schweden (7,62)
  • 3: USA (3,07)
  • 4: Italien(2,20)
  • 5: Deutschland (1,83)
  • 19: Südkorea (1,00)
  • 20: Taiwan (0,99)
  • 21: Belgien (0,93)
  • 22: Türkei (0,73)
  • 23: Bulgarien (0,67)
  • 24: Mexiko (0,62)
  • 25: Ungarn (0,54)

Man sieht deutlich, dass die Abstände zwischen den Ländern im oberen Bereich enorm sind. Deutschland belegt zwar auch keinen rühmlichen Platz, aber wenn man bedenkt, dass Schweden 4mal so oft krank machen wie Deutsche, während die Lücke zu den Plätzen darunter sowohl absolut als auch relativ beträchtlich kleiner ist, ist schon bedenklich. Interessant wäre natürlich, zu wissen, ob die anderen Skandinavier auch in der Studie enthalten waren. Ich habe nämlich den Eindruck, dass dieses Verhalten nicht nur durch ein sehr wohlwollendes Sozialsystem hervorgerufen wird – sonst würden die USA sicher nicht so weit oben stehen.

Ausgeliefert

Package - sxc.hu
Deutschland hat 19% Mehrwertsteuer, Schweden 25% – das alleine kann aber die Preisunterschiede zwischen den Ländern nicht ganz erklären. Gerade bei Elektronikartikeln tun sich erhebliche Unterschiede auf.

Das mag wohl auch daran liegen, dass Ebay in Schweden bemerkenswert dünn besetzt ist. Keine großartigen Kampagnen und dergleichen – die Schweden begnügen sich mit dem optisch wie ergonomisch wenig ansprechenden Blocket. Daher findet man auch keine Powerseller beim schwedischen Ebay, die sich auf wenige Produkte spezialisiert haben und damit die Preise drücken. Im Gegenteil.

Dinge aus dem Ausland zu bestellen ist und bleibt hochinteressant – mein aktueller MP3-Player, ein minderwertiges und schlecht verarbeitetes Gerät, hat 2 GB Speicher und kostete mit Versandkosten knapp 50 €. Für den gleichen Preis kann man bei schwedischen Ketten gerademal ein ähnlich schlechtes Gerät mit 1 GB Speicher erhalten. Einen USB-Hub konnte ich für 10 € erwerben – in Schweden kostet er mindestens 20 €. Die Liste solcher Beispiele ist lang.

Im Ausland einkaufen lohnt sich also, selbst wenn es die betreffenden Produkte auch im Inland gibt.

Die große Einkaufsfreude wird aber etwas getrübt. Das Elend sind die Paketdienste in Schweden. Nach mehreren Lieferungen dachte ich, ich hätte alle absurden Varianten des Systems schon gesehen. Ich hatte mich getäuscht.

Die große Paketdienstrevue:

  • Posten (privat): Die Post ist ja eigentlich der offensichtlichste Lieferant für Pakete. Dieser Begriff trifft aber leider nicht zu. Hier wird gar nichts ausgeliefert. Kein netter Mann an der Tür mit einem Paket unter dem Arm, stattdessen ein Zettel an der Tür, man könne das Paket jetzt bei der nächsten Postagentur abholen. Glücklicherweise ist die bei mir im Haus – zumindest für mich ist das annehmbar. Dass Pakete von der Post ausgeliefert werden, ist aber fast nur bei rein privaten Paketen der Fall, d.h. keine Bestellungslieferungen.
  • Posten (geschäftlich): Wenn das Paket aber irgendwie als Firmenpost deklariert ist, muss man zum nächsten Firmenzentrum der Post. Für mich heißt es in dem Fall in die Innenstadt fahren. Kam bisher einmal vor.
  • DHL: bei diesem gelben Logo kommen Heimatgefühle auf. Und es macht ja auch Sinn, dass ein bei DHL in Deutschland aufgegebenes Paket auch von DHL in Schweden ausgeliefert wird. Und in diesem Fall ist das sogar wörtlich zu nehmen – man muss das Paket nicht selbst abholen. Da hören die Vorteile aber schon auf. Statt eines Paketboten findet man nur einen lausig kopierten Zettel im Briefkasten vor – das wirkt schonmal unprofessionell. Der Zettel verkündet einem, man habe ein Paket erhalten und könne es nun irgendwo abholen oder liefern lassen. Ich entscheide mich natürlich für letzteres. Die Krönung ist dann, dass man nicht etwa sagen kann „kommen sie doch einfach morgen um 14 Uhr vorbei“. Nein, das wäre ja zu einfach. Stattdessen muss man einen Werktag angeben, an dem ausgeliefert werden soll. Das Zeitfenster ist dann 10 bis 14 Uhr, wobei nicht genau gesagt werden kann, wann man das Paket erhält. Abgesehen davon, dass das von Berufstätigen kaum zu bewältigen ist: ich wartete das letzte mal die ganzen 4 Stunden, und um 14:05 Uhr klingelte es dann. Eine effiziente Auslieferung sieht anders aus.
  • UPS: Mit diesem amerikanischen Dienst habe ich bisher nur Erfahrung beim Versand. Ich sollte für einen Bekannten ein Paket verschicken, dass Übergröße hatte und daher mit UPS rausgehen sollte. Erster Versuch: das Paket lag auf dem Flur, UPS war benachrichtigt, dass das Paket abgeholt werden sollte. Plötzlich rumpelte es vor meiner Tür. Als ich heraustrat, stand der Mann von UPS gerade da und inspizierte das Paket. Er begann sofort auf Englisch, dass da kein Label drauf sei und dass er jetzt keine Zeit habe. Dann drückte er mir ein Formular in die Hand und ging wieder. Vermutlich zu seiner nächsten Lieferung in der Bronx. Zweiter Versuch: ich klickte mich durch das unübersichtliche Onlinesystem von UPS und druckte dann das Label aus. Soweit, so gut. Dieses Mal hörte ich nichts rumpeln. Stattdessen war das Paket einfach irgendwann verschwunden und der Onlinetracker zeigte an, es sei auf dem Weg. Schön und gut, aber er hätte zumindest klingeln können. Fazit: seltsames Gebaren, aber dafür sehr komfortabel. Ärgerlich war später nur, dass die Bezahlung über Kreditkarte wegen eines Computerfehlers nicht ging und ich daher eine Rechnung geschickt bekam.
  • Schencker: mir ist nicht bekannt, mit welchem deutschen Paketdienst dieses Tochterunternehmen von DB Logistics verbandelt ist. Der Zettel im Briefkasten sah professioneller aus als der von DHL. Ich entschied mich für die Selbstabholung, weil es Ostern war und die Auslieferung gedauert hätte. Das Logistikzentrum war außerhalb, und ich kam mir vor wie zu meinen Zivi-Zeiten, als ich auch öfters Lieferscheine stempeln und stempeln lassen musste. So musste ich zuerst zur Rezeption, wo man meine Identität prüfte und ich den Empfang quittieren musste. Dann weiter zum Lager. Man hätte denken können, ich hätte eine Tonne Dünger oder 20 Haustüren bestellt. Das Lager war riesig und überall fuhren Gabelstapler umher. Da war es fast schon peinlich, als ich mein kleines federleichtes Paket überreicht bekam. Nachdem ich mich zwischen LKW-Ungetümern durchgeschlängelt hatte, konnte ich dann wieder in die normale Welt zurückkehren.

Das Ganze lässt die Frage offen, wieso die Schweden denn als Kunden nicht mehr Komfort verlangen. Es kann doch nicht zuviel verlangt sein, ein Paket einfach auszuliefern – oder?

Der ultimative Ligatest

Stadionpanorama

Das Stockholmer Stadion – gut besetzt vor dem Spiel

Stimmung zum Anfang des Spiels

Passend zum Pokalhalbfinale heute einmal ein Fußballbeitrag. Letzten Sommer durfte ich ja schon erleben, wie man es mit dem Fußball in Schweden so hält.

Christine und ich wollten uns aber am letzten gemeinsamen Abend dann auch Fußball vor Ort gönnen. Es sopllte ein Spiel der Spitzenklasse sein, bei dem Real Madrid alt aussehen würde. Unser Ziel war daher klar: die Fotbollsallsvenskan, das schwedische Pendant zur Bundesliga. Zwar spielen insgesamt vier Stockholmer Clubs in der Liga, aber die einzige terminlich passende Begegnung war Djurgården IF gegen Halmstads BK. Ersterer ist der Stockholmer Club – die anderen drei wären übrigens AIK Solna, Hammarby IF und die neu aufgestiegenen Brommapojkarna (übersetzt „die Brommajungs“) gewesen.

Halmstad ist eine kleine Stadt an der Westküste, und der Verein ist laut Wikipedia finanziell nicht sonderlich stark. So ist es auch nicht verwunderlich, dass kaum Ausländer im Team sind. Allerdings trifft diese Aussage auch auf alle anderen schwedischen Clubs zu. Ausländer verirren sich selten hierher, und das ist auch verständlich – die Liga ist schwach und mit Ausnahme eines UEFA-Cup-Gewinns des IFK Göteborg im Jahr 1982 ist kein Verein jemals weit gekommen.

Djurgården IF war in dem Spiel ganz klar Favorit insofern, als dass sie in den letzten 6 Jahren 3mal Meister geworden sind. Allerdings hatten sie in der ersten Begegnung der Saison etwas geschwächelt gegen die Brommapojkarna und daher gleich einmal verloren.

Ein Sieg musste also her. Die Stimmung war gut, das Stadion voll – bei einem geringen Fassungsvermögen von vielleicht 15000 Zuschauern war es mit 10747 Besuchern auch leicht zu füllen. Wir hatten die billigen Plätze und saßen dementsprechend hinter dem Tor.

Gegnerische Fans

Die gegnerischen Fans

Am beeindruckendsten war allerdings die großartige Anwesenheit gegnerischer Fans. Erst dachte ich, es wären gar keine da. Dann habe ich sie doch entdeckt, und zwar direkt neben uns. Das Häufchen war so armselig, dass man sie kaum entdecken konnte.

Das Spiel selbst war nicht minder armselig. Ich bin zwar in Sachen Fußball nun wirklich keine Koryphäe, aber brauchbare Pässe sah man selten. So etwas wie Spielaufbau habe ich jedenfalls kaum gesehen, und die Deckung funktionierte so wahnsinnig gut, dass einige Spieler auch öfters vollkommen ungedeckt Bälle entgegennehmen konnten. Lauffreude war ebenso Fehlanzeige.

Das erste Tor war höchst seltsam hineingestolpert, das zweite dann halbwegs brauchbar. Djurgården führte also 2:0, und Halmstad machte keinerlei Anstalten, dass Spiel vielleicht noch zu drehen. Man hatte eher den Eindruck, sie fügten sich in ihr Schicksal.

Viele dieser Beobachtungen mag an mangelndem Sachverstand oder dem schlechten Blickwinkel gelegen haben. Dennoch war ich doch einigermaßen überrascht, was ich da so in den Zeitungen las.

Aftonbladet feierte Mattias Jonson für seine Leistung und bezeichnete das Spiel als „Jonsons show“ – er habe hinter dem „Erwachen Djurgårdens“ gelegen.

Ein Tor ist gefallen

Ähnlich begeistert von Jonson war Expressen.

Super Stimmung – kein Wunder, wenn man gewinnt

Dagens Nyheter schrieb gar:

Djurgården revanchierte sich

In Frage gestellt und verhöhnt nach dem 0:1 gegen die Brommapojkarna im Råsunda-Stadion. Da sammelte sich Djurgårdens Fußballmannschaft ernsthaft. Der 2:0-Sieg gegen Halmstad im Stadion war laut dem Giganten des Platzes, Mattias Jonson, das beste Spiel des Teams 2005.

Metro nicht minder positiv über Jonson:

Fliegende Heimpremiere

[…]“Er war lebensgefährlich für Halmstad in 90 von 93 Minuten“, sagte Djurgårdens Trainer Paul Lindholm[…]

Stockholm City zog auch eine positive Bilanz, wenn auch eher in Richtung Mikael Dahlberg:

Dahlbersg schöne Revanche

[…]Ein ganz anderes Djurgården als vor einer halben Woche, das wir da gestern sahen.

Gewonnen

Vielleicht habe ich falsche Erwartungen, ein anderes Spiel gesehen oder: die Allsvenskan ist einfach grottenschlecht. Christine und ich waren uns jedenfalls einig, dass das Spiel wirklich nicht gut war und Djurgården nur deswegen gewonnen hat, weil Halmstad einfach noch weniger gebacken kam.

Ich werde das in Kürze noch einmal austesten müssen schätze ich. Dann aber wohl bei einem anderen Club.

Aus dem Spamordner

Spam wird auch immer seltsamer:

Die Berliner U-Bahn Mitarbeiter fanden die Reste eines unbekannten Flugkoerpers.
Interessant findet man auch die Ermittlung von moeglichen Gruenden des Unwohlseins einiger U-Bahn Angestellten. Nach etlichen Inspektionen wurde ein Fremdkoerper gefunden. Wie Wissenschaftler behaupten, koennte der Koerper so gross wie ein Bus sein. Es wurde auch vermutet, er haette seltsame Strahlen aussenden koennen und das wegen rund um dem Rumpf gebildeter „Totzone“.
Naeheres dazu unter […]

Die Webadresse will einem wohl Viren oder dergleichen unterjubeln. Die Mail verzichtet glücklicherweise darauf und bindet einem nur einen handelsüblichen Bären auf.

Ein Lacher zum Anfang

Nach gut 10 Tagen Pause hier geht es ab heute weiter. Es gibt als Grund für die Pause eigentlich nur, dass ich letzte Woche viel zu tun hatte, und Ostern war ja auch noch.

Dafür gibt es in Kürze ein Potpourri unglaublich spannender Geschichten.

Zu Beginn aber knallharte Fakten – der Untergang der Titanic jährte sich am 12. April 2007 zum 95. Mal. Nun habe ich diesen spektakulären Beitrag gefunden: der nordkoreanische Hobbypropagandist „Hero of Mt. Peaktu“ schreibt in seinem Blog, dass Kim Il Sung „aus der Wiege heraus“ die Titanic als „Schlag gegen die imperialistischen Kriegstreiber“ versenkt hat. An dieser „legendären Tat“ scheint auch nicht zu rütteln, dass Kim Il Sung erst drei Tage nach dem Untergang der Titanic geboren wurde…

Update: peinlicher Recherchefehler bzw. einfach meine eigene Erinnerungsschwäche. Beide Ereignisse fanden ungefähr gleichzeitig statt.