Delengkal Weblog

Sinnfragen von einer Insel vor Stockholm

Skandalös

Ich habe gestern eine Spammail erhalten mit folgendem Betreff:

eat our father. My strength; and to their one accord and they knew

Diesen Aufruf zum Kannibalismus ignoriere ich einfach.

Übrigens: Es hat geschneit.

Auch übrigens: Morgen abend, 21 Uhr, findet das grosse Neujahrsspecial der SRS Topp 20. Zwei Stunden mit den musikalischen Highlights des Herbstsemesters. Am Mikrofon: ich.

Sülze

Alles wird schlechter.

Bei LIDL sind die Regale dünn bestückt – Milch und Joghurt gibt es nicht, Kartoffeln nur in 10-Kilo-Säcken. Im Regal mit den eingelegten Oliven steht ein reichlich verschimmeltes Glas in der ersten Reihe. Ich komme mir vor wie auf einer Hamsterfahrt in den 40er-Jahren. Damals hat man den Schimmel aus der Not heraus einfach oben abgehoben – da kann man das heute wenigstens im Regal stehen lassen. Man soll ja nicht meckern. Wenigstens sind die leckeren Pilzmischungen und der Spinat nicht aus.

Auf dem Rückweg schmieren meine Scheibenwischer derart, dass wir einen Boxenstopp bei der Tankstelle einlegen. Wir rätseln zuvor, was wohl Scheibenwischerblätter auf Schwedisch heissen mag. Den besten Vorschlag, den wir haben, ist „fönsterputsare“. Ich kann dank meiner familiären Vorbildung an einem Auto das Öl, die Reifen und auch einige Lampen wechseln – aber beim Scheibenwischer versage ich kläglich. Ein Trauerspiel.

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Die letzte Media Markt-Kampagne „So billig, dass mir die Bratwurst im Hals stecken blieb“

Später auf dem Weg zu Anita: meine Nahverkehrskarte, die ich am gleichen Morgen für teures Geld (600 SEK = 65,92 €) gekauft habe, ist verschwunden. Ich fahre trotzdem los, kehre dann aber dann nochmal um. Es stürmt, Erinnerungen an Lothar kommen auf. Ich kaufe eine neue Karte.

So bin ich innerhalb eines Tages 220 € losgeworden – und was habe ich davon? Nicht viel, aber immerhin ein LIDL-Fondueset.

Weil der gestrige Tage also nur mittelmässig war und SL daran stark beteiligt war, ist der allseits beliebte Stockholmer Nahverkehrsverbund heute auch meine Bashing-Zielscheibe.

Treue Leser werden sich erinnern: bei SL gibt es bislang keine Automaten, so dass ABMler am U-Bahnhofseingang Tickets verkaufen müssen. Machen die dann Pause, geht SL mehr Geld durch die Lappen als dieser Mensch überhaupt in der Stunde verdient. Sinnigerweise will man jetzt auch noch aus Sicherheitsgründen den Fahrkartenverkauf in Bussen verbieten.

Als ich nach Schweden kam, kostete eine Einzelfahrt im SL-Netz 40 kr (ca. 4,39 €). Dann senkte man diesen Irrsinnspreis auf 20 kr ab. Für Mehrfahrer gab es Abstempelkoupons, so dass man bei Kurzfahrten mit rund 14,50 kr davon kam. Letztes Jahr im Mai hatte man auch die sogenannte „enhetstaxa“ eingeführt – ein Fahrpreis für alle Fahrten innerhalb des SL-Gebiets. Dadurch wurden zwar die Karten leicht teurer – Koupons kosteten jetzt 18 kr – dafür wurde aber das System erheblich einfacher und im Schnitt auch billiger. SL kostete die Aktion allerdings 100 Millionen Kronen pro Jahr. Geld, das sie natürlich nicht haben.

Planka.nu demonstranter

Die U-Bahn-Zeitung Metro heute mit einem Bild von planka.nu-Demonstranten, die gegen die neuen Preise demonstrieren

Soweit, so gut – eigentlich konnte man damit schon einigermassen leben. Die neue Preispolitik ab diesem Jahr macht damit aber Schluss. Einzelfahrten kosten ab 29. Januar wieder 40 kr. Wenigstens bemüht man sich um eine halbwegs anständige Begründung: die vielen Käufer von Einzelfahrkarten hätten zu Schlangen am Einkaufsschalter und beim Busfahrer geführt, und damit letztendlich auch zu Verspätungen.

Daher beglückt man die Stockholmer auch mit wenigstens einer wirklichen spannenden Neuerung: ab 29. Januar kann man Einzelfahrkarten auch per SMS kaufen – und dort kosten sie nur 26 kr. Ausserdem werden als Vorboten eines neuen Fahrkartenautomatensystems namens SL Access – man lese und staune – Fahrkartenautomaten aufgestellt.

Zu früh sollte man sich allerdings nicht. Der Einheitsfahrpreis ist ab 1. April Geschichte, wenn ein neues Zonensystem eingeführt wird. Dann gibt es zwar nur 3 Zonen, nicht wie früher 5, aber eine Einzelfahrt ist dann sogar bei im voraus gekauften Mehrfachfahrkarten bis zu 40 kr teuer. Einzelfahrten werden dann zwischen 26 kr und 52 kr kosten. Die Monatskarten werden dann 620 kr kosten – ich sollte sie also tunlichst nicht verlieren. Der Studentenrabatt ist anscheinend auch vom Tisch. Immerhin: der Fahrkartenverkauf in Bussen wird auch bis April weitergeführt.

I have to admit it’s getting better, it’s getting better all the time…

Baby, don’t fear the blogger

The blogger is back – ja, ab heute bin ich hier in meinem kuschligen Büro mit abgestorbenem Minibaum und geniesse das beschissene Wetter. Beste Bedingungen also, Beiträge über alles mögliche zu schreiben.

Was in der Zwischenzeit geschah:

  • Anna Sjödin hat irgendwo nochmal Berufung eingelegt – gähn
  • Die U-Bahnen haben neue schöne Streckennetzpläne bekommen. Die enthalten zwar das gleiche wie die alten, aber dafür kann man sie auch dann lesen, wenn man nicht gerade 3 Zentimeter vor ihnen steht. Ich bin begeistert.
  • HLX war ausnahmsweise mal einigermassen pünktlich. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.
  • Carl Bildt, seines Zeichens Aussenminister Schwedens, muss sich einer Anhörung stellen. Darüber mehr zu einer anderen Zeit.
  • Alphaville spielt am 22.3. auf dem Schiff Cinderella. Ich ziehe stark in Betracht, auch mit an Bord zu gehen.
  • Ich bin noch viel dicker geworden seit Weihnachten. Deswegen nehme ich jetzt ab und trainiere wieder.

In diesem Sinne auf blogreiches Jahr…

Es rutscht

Zum Ende des Jahres kommen nicht mehr viele sinnvolle Beiträge hier – das liegt zum Einen daran, dass ich in den letzten Tagen viel unterwegs, und zum Anderen, dass die Seite zwei Tage lang nicht erreichbar war.

Nun bin ich aber wieder da und kann folgende Weisheiten zum Besten geben:

  • Die Innenstadtbeschilderung von Basel ist toll, solange man nicht vor hat, die Stadt wieder zu verlassen.
  • Dell ist auch im Jahr 2006 äußerst penetrant in seiner Werbung. Der Gipfel der Dreistigkeit ist, dass ich doppelt adressierte Werbung bekommen habe – zwei Namenszeilen, eine für mich, eine für meine verstorbene Oma.
  • In einer halben Stunde geht es los nach Karlsruhe zum Silvesterfondue. Kirschwasser ist schon eingepackt.
  • Aus meiner Rubrik „Nicht schade“ ist leider nichts geworden. Darum die Zusammenfassung „Nicht schade 2006“: Augusto Pinochet, Saparmyrat Nyýazow und Saddam Hussein

Soviel auf die Schnelle – ich hasse ja Silvester immer noch von Herzen. Trotzdem wünsche ich meiner unglaublichen großen Leserschaft einen guten Rutsch ins neue Jahr

Auf Entdeckungssafari

Seit ziemlich genau 25 Stunden bin ich wieder auf deutschem Boden. Fremd fühle ich mich natürlich nicht hier, aber einige Dinge fallen doch auf.

  • Im Stuttgarter Flughafen hat eine Filiale der Bundesagentur für Arbeit eröffnet. Wer zur Arbeitssuche dorthin fährt, ist natürlich die große Frage. Offenbar will man schon bei der Einreise eventuell entstehende Arbeitslosigkeit effektiv bekämpfen.
  • Auf der A8 haben die Baustellen (und wohl auch die Staus) eine Rekordlänge erreicht. Interessant wäre, zu wissen, ob denn auch irgendwann mal so etwas wie eine Autobahn dabei herauskommt.
  • Meine Eltern haben dank digitaler Technik über 200 Kanäle, darunter „Aah TV“ (Telefonsex), „Flirtcafé TV“ (Telefonsex getarnt als Dating) und „Uschi TV“ (Das M wurde vergessen). Ähnlich intellektuell tiefschürfend ist das Dutzend Homeshopping-Kanäle, darunter der Schmuckkanal. Grenzdebile Hartz-IV-Empfänger erreichen so schneller den Zustand vollkommener Verblödung. Die Zukunft des Abendlandes ist also zweifellos gerettet.
  • Man versucht in der Werbung, den Rauchern zu erklären, dass es ab 1. Januar nur noch mit Karte Zigaretten am Automat gibt. Ich freue mich trotzdem schon auf fluchende Raucher.
  • Yufka ist etwas, das definitiv in Schweden fehlt.
  • Ich werde eine neue Rubrik einführen. Sie heißt „nicht schade“, und die ersten zwei Folgen hätten eigentlich Augusto Pinochet und Saparmyrat Nyýazow sein müssen. Vielleicht stirbt ja in Kürze noch jemand, über dessen Tod man sich zynisch freuen darf.

Weihnachten in Schweden

Kaum zu glauben, aber in 30 Stunden sitze ich schon im Flieger nach Deutschland.

Einige Highlights der Weihnachtszeit:

  • Interessanterweise habe ich das Lied „Last Christmas“ noch nicht in voller Länge gehört.
  • Die Stadt Gävle, ca. 150 km nördlich von Stockholm, stellt jedes Jahr einen grossen Weihnachtsbock aus Stroh auf. Der Bock ist ein schwedischer Brauch, aber einen Bock der Grösse gibt es wohl nur in Gävle. Diese Tradition besteht in der Stadt nun schon seit 40 Jahren, und fast genauso traditionell ist es, dass fiese Brandstifter das Strohtier anzünden wollen. In dem daraus entstandenen Kampf zwischen Stadtverwaltung und Brandstiftern liegen letztere leicht vorne: 22 mal in den 40 Jahren brannte der Bock ab. Dieses Jahr waren sie aber (bislang) erfolglos, was aber auch daran liegt, dass die Stadt eine norwegische Firma beauftragt hat, den Bock vor einem Brand zu schützen. Nun ist er feuerfest beschichtet. Ein erster Attentsversuch ist bereits fehlgeschlagen.
  • Sankta Lucia, das Lichterfest am 13. Dezember, gehört natürlich zu schwedischer Weihnacht dazu. Die U-Bahn-Zeitung „Stockholm City“ liess aus 10 Kandidatinnen eine wählen, die dann „Stockholms Lucia“ werden sollte. Als Chefredakteur würde ich mich ziemlich ärgern, denn auch nach 4 Wochen eifrigen Trommelns in der Zeitung kamen nicht allzuviele Besucher. Es begann auch wenig beschaulich im Nobelkaufhaus NK, wo die gewählte Lucia sekundiert von 8 ehemaligen Konkurrentinnen vor Publikum sangen. Die armen Mädels mussten lange auf Applaus warten. Danach ging es weiter per Kutsche nach Skansen, wo sich einige hundert Leute den Eintrittspreis von 50 kr (ca. 5 €) abgerungen haben, um ein kleines Chorkonzert anzuhören, das von einem Moderator künstlich in die Länge gezogen wurde. Höhepunkt war der Vertreter der sizilianischen Tourismusindustrie, der die Lucia nach Sizilien einlud. Alles in allem eine PR-Veranstaltung ohne eigenen Charakter. Nächstes Jahr wieder richtiges Lucia-Konzert, würde ich sagen.
  • Christer Fuglesang ist als erster Schwede im All und hat vier Weltraumspaziergänge gemacht. Sein deutscher Kollege fand schwedische Süssigkeiten anscheinend ganz gut – was mit der Elchwurst passiert ist, weiss ich nicht. Es ist jedenfalls sicher, dass Fuglesang wie ein Held empfangen werden wird.
  • Heute abend wird es richtiges schwedisches Weihnachtsessen geben: Julbord – letztes Jahr verpasst, so dass ich dieses Jahr gespannt bin, wie gut das denn ist.
  • Noch vor Jahresende ist meine grosse Politonovela beendet: Anna Sjödin ist zurückgetreten. Im Verband steht man natürlich voll hinter ihr, aber man meinte wohl, dass es so nicht weitergehen könne. Schuld waren natürlich die bösen Medien. Sie bereut nichts, ausser dass sie an dem Abend in besagten Nachtclub ging. Ausserdem habe sie eh nie etwas anderes vorgehabt als SSU-Vorsitzende zu werden. Ja, ja – deine Mudder, sage ich da nur. Man kann jetzt schon Wetten darauf abschliessen, wo sie 2010, wenn über die ganze Sache Gras gewachsen ist, kandidieren wird.
  • Kurioses zum Schluss: in Helsingborg wurde der Journalist Kristian Lundberg gefeuert, weil er eine Buchkritik über einen Roman geschrieben hat, den es gar nicht gibt. Die Autorin in spe Britt Marie Mattsson hat die Pläne für das Buch nämlich nie veröffentlicht. Gut so, würde ich sagen, denn Lundberg hatte schon messerscharf erkannt, dass die Geschichte „vorhersagbar“ und die Charaktere „eindimensional“ sein würden, sofern das Buch denn geschrieben würde. Da hat sich Mattsson ja viel Arbeit erspart.

Sachen passieren

Bin gerade zum Waschen nach unten, und an der Tür des Supermarkts hängt ein Schild

Stängd pga rån
Closed

Also wurde der Laden heute nacht ausgeraubt. Ich habe leider nichts gesehen – also keine sachdienlichen Hinweise von mir.

Die grosse Politonovela

Tja, da war ich mal wieder etwas zu schnell.

Für neue Leser kurz einmal die Zusammenfassung: Anna Sjödin, ihres Zeichens Vorsitzende der schwedischen Jusos, war Anfang dieses Jahres in einer Stockholmer Disko. Am nächsten Morgen trat sie mit blauen Flecken im Gesicht vor die Presse und sagte, der Türsteher hätte sie zusammengeschlagen. Der wiederum sagte, Sjödin hätte ihn rassistisch beleidigt, wäre sturzbetrunken gewesen und hätte mit der Schlägerei angefangen. Sjödin verlor den Prozess in allen Anklagepunkten und muss nun um ihre politische Zukunft, die in ihrem Amt in der Regel recht rosig ist, bangen. Einen Rücktritt lehnt sie jedenfalls ab. Sie ging in Berufung, aber nahm eine Auszeit, um das weitere Verfahren abzuwarten. In der Zwischenzeit hat sie dann auch noch ihren Führerschein wegen Raserei verloren. Heute morgen wurde ihr Einspruch gegen das Urteil abgewiesen, und ihr Rücktritt wäre zu erwarten gewesen.

Doch sie gibt nicht auf. Auch wenn sie langsam aber sicher untragbar werden dürfte, spekuliert sie wohl auf ein Photo-Finish zu ihren Gunsten und darauf, dass das alle vergessen haben, bis die Sozis 2010, vielleicht (oder besser gesagt wahrscheinlich) erst 2014 wieder die Macht übernehmen. Also geht sie zum höchsten Gericht Schwedens. Mein Tipp für wettfreudige Zeitgenossen: ich würde auf den Türsteher setzen.

So bleibt mir diese grosse Politonovela in meinem Blog erhalten. Ich gehe allerdings nicht mehr von einem Happy-End für die Hauptdarstellerin aus.

Eine andere grosse Story ist die Suche nach einem Parteivorsitzenden. In Deutschland hat ja Franz Müntefering einmal gesagt, SPD-Vorsitzender sei das zweitschönste Amt nach dem Papst – zumindest, solange man keine Nervensäge wie Andrea Nahles im Nacken hat. Der Vorsitz der schwedischen Sozialdemokraten scheint weniger begehrt zu sein.

Drei heisse Kandidaten, im Sinne der allgegenwärtigen Gleichstellung hier alle weiblich, sind im Rennen:

  • Margot Wallström, EU-Kommissarin für Schweden in Brüssel
  • Carin Jämtin, Oppositionschefin im Stockholmer Stadtrat
  • Mona Sahlin, die schon alles mögliche war – jüngste Abgeordnete des Reichstags, Arbeitsministerin. Sie wäre 1995 fast Vorsitzende geworden, wenn sie nicht in der so genannten Tobleroneaffäre des Missbrauchs von Dienstkreditkarten und -wagen überführt worden wäre.

Alle wollen anscheinend Wallström und Jämtin. Erstere sagt schon seit Monaten beharrlich nein und will in Brüssel bleiben. Jämtin hat nun auch gesagt, dass sie ihre Zukunft in Stockholm sieht.

Ehrlich gesagt kommt mir das alles so vor, als wollten sie das Amt vielleicht schon, aber nicht in der derzeitigen Situation. Es könnte nämlich passieren, dass sie ihren Posten wegen irgendwelcher Komplikationen des Schlags oben genannter Tobleroneaffäre räumen müssen, bevor die Sozialdemokraten wieder an die Macht kommen. Man muss wohl auch wissen, wann man ins Spiel einsteigt.

Halb-Hallelujah

Es dauert natürlich doch wieder ein bisschen, bis der letzte Nobelstreich kommt.

Meine kleine Freude für das Scheitern der Bundesregierung vor dem Europäischen Gerichtshof in Sachen Tabakwerbungsverbot will ich aber nicht verhehlen. Selten hat eine Klage so offensichtlich lobbyistische Hintergründe gehabt wie in diesem Fall. Zwar war man dem Urteil zuvorgekommen und hat es schon im November umgesetzt. Trotzdem ein kleiner Erfolg. Leider betrifft es nur Medien, aber nicht Plakatwände. Es würde nicht schaden, wenn diese endlose Quelle von Lucky-Strike-Witzen letztendlich versiegen würde. Genauso könnte man übrigens gleich Werbung für alkoholische Getränke verbieten. Ich glaube jedenfalls nicht, dass das den Absatz deutlich gefährden würde.

Weniger begeisternd, zumindest für die Betroffene, dürfte die aktuelle Folge meiner grossen Anna-Sjödin-Story sein. Ja, auch hier dürfte es sich um die zumindest vorletzte Episode handeln. Das Hofgericht hat ihren Antrag auf Berufung abgelehnt. Damit ist die vorige Verurteilung rechtskräftig – und ihr Rücktritt eigentlich kaum noch zu verhindern. Um genauer zu sein, es ist eher eine Frage von Stunden denn von Tagen, bis sie ihren Hut nimmt.

Zum Abschluss eine kleine schwedische Sprachanekdote. Wenn Politiker Rede und Antwort stehen müssen, heisst dies anscheinend „Ställ politikerna mot väggen“, also „Stell die Politiker gegen die Wand“ – Politikverdrossenheit extrem.