Delengkal Weblog

Sinnfragen von einer Insel vor Stockholm

Der Reihe nach – Teil 2: And the Winner is…

Mittlerweile wurde im Parkplatzkrieg ein Waffenstillstand erreicht, in Berlin wurde erstmals seit einigen Monaten wieder politische Intelligenz beobachtet, der Spiegel fragt in seiner aktuellen Ausgabe „Wozu Sex?“ – ich sage: blöde Frage – und ich habe mir ein Fahrrad gekauft. Aber das kommt später, denn wir machen das ja der Reihe nach hier – streng chronologisch wie beim Schulaufsatz.

Nobel Panorama

Stockholm, 10:30 Uhr – der Boden schwankt. Nein, ich bin nicht betrunken. Angesichts der letzten Nacht bin ich sogar vergleichsweise fit. Vielmehr ist es darauf zurückzuführen, dass der Gleicgewichtssinn nach zwei Nächten auf einem Schiff doch schon etwas aus dem Takt ist. Schön kann man das auch nach langen Zugfahrten beobachten.
Mein Mitbewohner hatte mich doch ziemlich angenervt, aber das ist jetzt sowieso egal. Ich stand zuletzt mit Bianca am Ausgang des Schiffes und wartete, dass es endlich geöffnet wurde. Damit ließ man sich dann auch 20 Minuten Zeit. Der erhoffte Zeitvorteil war also auf Null geschwunden. Dennoch waren wir recht schnell vom Schiff unten, und das war wichtig, denn ich hatte es eilig, zu einer bestimmten Veranstaltung zu kommen. Es handelte sich um nichts Geringeres als die offizielle Bekanntgabe der Preisträger des Nobelpreises in Physik 2005. Ich verabschiedete mich vor der Passkontrolle – nach ihr rannte ich direkt los. Es war 10:45 Uhr – noch eine Stunde bis zur angesetzten Zeit.
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Der Reihe nach – Teil 1: Beyond 20

Willkommen zur großen „Das war meine Woche“-Revue. Es wird nötig sein, sie in mehrere Teile zu spalten, denn die verfügbare Freizeit stand in den letzten Tagen in einem ziemlichen Missverhältnis zu dem, was ich hier gerne schreiben würde. Und eigentlich bin ich jetzt schon fast wieder auf dem Sprung.

Darum nun der erste Teil: Beyond 20

Sehr beruhigend, loszuziehen, wenn zumindest das Nötigste erledigt ist – soll heißen: meine Praktikumspartnerin Sandra und ich haben es noch rechtzeitig geschafft, die ersten drei Praktikumsprotokolle fertigzustellen.

Eigentlich sollte die Reise ja schon am Samstag losgehen, aber die Mannschaft der Regina Baltica dachte sich wohl, man könnte mal eben so zum 11. Jahrestag des Estonia-Unglücks eine Fähre auf Grund setzen. Also wurde unsere Reise einen Tag nach hinten verlegt, und wir durften stattdessen am Sonntag mit der modernsten Fähre, der Victoria, losfahren.

Über die Absichten der Reise braucht man sich keine Illusionen zu machen: in Estland ist Alkohol nur halb so teuer. Man versuchte auch nicht, dies mit einem vermeintlich kulturellen Beweggrund für die Reise zu verdecken. Wir fuhren einfach nach Tallinn – und das wars dann auch schon.

Tallinn
Bianca, Norbert, eine Leiter und eine Dose estnisches Bier in eine der 4-Bett-Kabinen
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Viva La Revolucion

Fabian Che Revolution

Bitte in eigener Sache: Heute ist der letzte Vorschlagstag für The Bobs – Best of The Blogs. Ich würde mich freuen, wenn jemand mein Blog vorschlagen würde.

Ist der talentierte junge Autor dieses wundervollen Blogs verstorben? Ist er insgeheim für Sondierungsgespräche nach Berlin geschickt worden? Hat er gar ein überragendes Angebot angenommen, als Ghostwriter von Gerhard Schröders Memoiren (Arbeitstitel „Ich bin trotzdem der Geilste“) zu fungieren?

Nichts von alledem. Er hat nur keine Zeit. Und sein mittlerweile drittes Parkticket bekommen. Deswegen wird es Zeit, der Klasse der Parkplatzbesitzer die Macht zu entreißen und sie dem Volke zurückzugeben.
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Ausgewählt

Meine Lieblingsschuhe sind fürchterlich ausgelatscht und haben einen kleinen bösen Nebeneffekt: sie laden sich statisch auf, und jedes Mal, wenn ich an den Metallgriff einer Tür fasse, kriege ich einen kleinen elektrischen Schlag. Ich weiß also ziemlich genau, wie Angela Merkel sich fühlen muss, wenn sie dieser Tage durch das Konrad-Adenauer-Haus läuft. Überall Fallen, und wenn man vorankommen will, darf man nicht zurückschrecken.

Metro Bundestagswahl 2005
Die kostenlose U-Bahn-Zeitung Metro mit einem prächtigen Bild von Angela Merkel
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Kvalet av valet

Vor ein paar Jahren durfte ich den Kirchenrat meiner Gemeinde oder irgendsoetwas wählen – es gab sechs Plätze zu vergeben, und genau sechs Kandidaten. Den knallharten Wahlkampf kann man sich ansatzweise vorstellen. Und das TV-Duell erst – spektakulär.

Hier sind morgen Kirchenwahlen, und es geht ganz anders zu. Parteien treten an, Wahlkampf in der Fußgängerzone. Nicht, dass die Kirche mehr zu melden hätte als in Deutschland, aber es ist ein Stimmungsbarometer. Zudem sind die Wahlen für den schwedischen Reichstag ziemlich genau ein Jahr entfernt.
Bei allem Interesse für die Politik hier interessiert mich die andere große Wahl morgen freilich deutlich mehr.
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(Halb-)Marathon Superstar

Ich sollte dieses Blog in „Albano Watch“ umbenennen. Genügend Stoff zu berichten gäbe es allemal – obwohl oder gerade weil hier ein Haufen Müll rumliegt, treiben sich höchst seltsame Gestalten herum. Gestern gab es folgende Szenerie zu beobachten:

Ein männliches Model zeigte sich in Bademeisterpose auf dem mondänen Schotterhaufen vor der Bahnstrecke – gelegentlich zog er sich sogar um. Schade, dass es keine Frau war. Einen Schnappschuss konnte ich mir dennoch nicht verkneifen. Ich gab allerdings vor, die vorbeifliegenden Heißluftballons zu fotografieren.

Derweil trieb sich weiter vorne ein Mann mit dem Aussehen einer Vogelscheuche herum und sammelte herumliegenden Müll ein. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit war er aber kein Mitarbeiter der Parkplatzfirma, die mich mit einem Ticket beglückte, sondern ein Obdachloser. Das ist auch nicht verwunderlich, denn die werden aus der Innenstadt mittels einer Taktik vertrieben, die auch im Hamburger Hauptbahnhof für erhebliche Veränderungen gesorgt hat: an einigen Geschäften in der Nähe von T-Centralen (Hauptbahnhof für alle Bahnen) wird die Straße mit recht lauter Musik beschallt. Der Effekt ist einfach, dass unerwünschte Menschen auf Dauer davon genervt sind und weiterziehen.

Und nun zu etwas völlig anderem: Samstag.
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Life goes on

Deutsche Gründlichkeit ist etwas Schönes, eben weil es sie nur in Deutschland gibt und woanders folglich in dieser Form nicht existiert. So ist auch mit meinem Strafzettel, den ich letzte Woche bekommen habe. Bei der Wohnungsverwaltung erklärte man mir auf Anfrage lapidar, dass es natürlich schade sei, dass mich der Hausmeister falsch informiert habe. Man könne auf dieser Müllhalde hier nicht kostenlos parken. Dass das außer mir und ein paar Bauarbeitern auch niemand will und somit eine marktwirtschaftliche Schieflage in Bezug auf Angebot und Nachfrage besteht, scheint noch niemandem aufgefallen zu sein.
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Ohne Titel

Bei der Kamera, die ich mir vor 2 Jahren bei Ebay ersteigert habe, waren Filme dabei – weit jenseits des Haltbarkeitsdatums, aber für ein paar anfängliche Versuche vielleicht noch brauchbar. Es handelt sich um ein Gerät der Marke Revue, noch in der DDR gebaut, eine Spiegelreflexkamera ohne jegliche modernen Erleichterungen wie einen Auto-Fokus oder elektrisch verstellbare Brennweite.
So lief ich herum und schoss Fotos von meiner Umgebung. Viele misslangen. Eines zeigt unseren Garten, von unserer Gartenlaube aus aufgenommen. Hinten links steht der Apfelbaum, rechts sitzt meine Oma.

Die Gartenlaube gibt es so nicht mehr – seit heute nacht gibt es auch meine Oma nicht mehr.
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