Auswandererguide Teil XVI: Studieren in Schweden – Anforderungen und das schwedische Schulsystem

Eine kleine Vorbemerkung: der folgende Artikel behandelt das schwedische Schulsystem und die Zulassungsbedingungen, wenn man ein Grundstudium in Schweden aufnehmen will, d.h. ein Studium, für das man nur die Hochschulreife braucht. Für Studenten mit Absichten, nach Schweden zum weiteren Studium zu kommen, sind vermutlich die Teile über Austauschstudium und Fortsetzungsstudium interessanter.

Manch wunderbare Dinge wurden in der PISA-Debatte über das schwedische Schulsystem kolportiert. Ganz Skandinavien wurde zur Musterschule erklärt, wo man mit zeitgemäßen Methoden jeden Schüler individuell fördert.

Der Zweck dieser Seite ist nicht, die Qualität des schwedischen Schulsystems zu debattieren. Jedoch sei jedem versichert: hier wird auch nur mit Wasser gekocht. Ein auf einer guten Idee basierendes Schulsystem garantiert noch lange keine gute Bildung – in den letzten PISA-Tests war Schweden gerade noch Mittelmaß und damit deutlich hinter Deutschland.

Wer also ein Abitur oder die Matura mitbringt, braucht sich nicht zu verstecken, wenn er ein Studium in Schweden anstrebt. Jedoch muss man schon etwas Einblick in die Zulassungsverfahren des schwedischen Studiensystems haben, um zu beurteilen, was geht und was nicht.

Das schwedische Gymnasium

Leider geht das ganze nicht ohne einen Exkurs in das schwedische Schulsystem.

Es ist eigentlich recht simpel aufgebaut: der als Vorschule angelegte Kindergarten, dann 9 Jahre Grundschule und anschließend 3 Jahre Gymnasium. Eine Aufsplitterung in Schulformen kennt man also in den ersten 9 Jahren überhaupt nicht. Die Rolle des Gymnasiums ist in Schweden eine ganz andere als in Deutschland. Ein Gymnasium ist nur zum Teil die vorbereitende Schule für eine weitergehende akademische Ausbildung. Es ist gleichzeitig auch eine Berufsschule, die es in verschiedenen Ausrichtungen gibt. Je nach gewähltem Ausbildungsprogramm (es gibt 17 verschiedene davon) erwirbt man dabei schon Kompetenzen, die man nachher direkt als Beruf ausüben kann. Geht man aufs Verkehrsgymnasium, macht man gleich den Lkw-Führerschein, geht man aufs Sicherheitsgymnasium, ist man nachher eine ausgebildete Sicherheitsfachkraft. Eine Lehre im deutschen Sinne kennt man nicht, und die wenigsten Berufsbezeichnungen sind geschützt. Das Gymnasium ist also in gewisser Hinsicht die Berufsschule der Nation, deren Besuch Standard ist – über 80% der erwachsenen schwedischen Bevölkerung haben das Gymnasium abgeschlossen.

Dieses System bedingt auch, dass Ausbildungen, die nicht im Rahmen des Gymnasiums stattfinden können, häufig in Form eines Studiums absolviert werden müssen. Daher sind einige Berufe wie z.B. Krankenschwester und Krankengymnast Hochschulausbildungen.

Der andere Ansatz im Gymnasium hat auch ein anderes Verständnis des Abiturs zur Folge. Es gibt nämlich keines im deutschen Sinne des Wortes. Ursprünglich hieß es einmal „studentexamen“, und bis heute sagen die Absolventen des Gymnasiums von sich: „Jag tar studenten“ (wörtlich „Ich nehme den Studenten“). Im Grunde machen sie nur etwas, das als „Grundläggande behörighet“ (Grundlegende Berechtigung) bezeichnet wird.

In Deutschland berechtigt das allgemeine Abitur prinzipiell zu jedem beliebigen Studium. Es gilt das Ideal, einen Menschen mit umfassender Allgemeinbildung auf die Welt loszulassen – dabei erstreckt sich die Ausbildung auch in Bereiche, die den Schüler gar nicht interessieren und auch nicht in dessen Begabung liegen. Das schwedische Bildungssystem verfolgt hierbei einen ganz anderen Ansatz. Je nach gewähltem Programm werden Prioritäten gesetzt, die schon die Weichen stellen für die spätere Berufswahl. Besucht man also ein technisches Programm, wird man mehr Mathe und Naturwissenschaften machen als jemand, der das Hotel- und Restaurantprogramm besucht. Lediglich Kernfächer (kärnämne) müssen belegt werden. Die grundläggande behörighet bescheinigt letztendlich also nur das Erreichen eines gewissen Mindeststandard. Jeder Gymnasiumskurs ist ähnlich wie im ECTS-System mit einer Punktzahl versehen, die dem Arbeitsaufwand zur Absolvierung enstpricht. Damit diese Kurse nicht nur Schall und Rauch sind, gibt es bei vielen von ihnen am Ende eine sogenannte „Nationella Prov“ (Nationale Prüfung). Es handelt sich dabei um eine landesweit standardisierte Prüfung, die sicherstellen soll, dass das Kursziel auch erreicht wurde. Die Prüfungen finden wie ein Abitur zu einem festgelegten Zeitpunkt statt. Ganz untypisch sind sie auch im Land des Öffentlichkeitsprinzips nicht beliebig einsehbar, sondern unterliegen 10 Jahre lang der Geheimhaltung. Nur einige wenige ausgewählte Prüfungen sind frei verfügbar.

Das Abiturzeugnis sagt letzten Endes aber nur, dass im Rahmen des Programms eine bestimmte Mindestpunktanzahl erreicht wurde. Je nach Ausrichtung kann es also sein, dass bestimmte Fächer gar nicht oder nur auf niedrigem Niveau belegt wurden.

Man sollte dieses niedrige Niveau bestimmter Kurse nicht mit einem Grundkurs in Deutschland verwechseln. In der Mathematik gibt es beispielsweise die Stufen A bis E. Lediglich A ist ein Kernfach – das Niveau in diesem Kurs erreicht gerade einmal das, was in der 8. oder 9. Klasse in Deutschland üblich ist: einfaches Bruchrechnen, Gleichungen umstellen und vielleicht noch ein bisschen Trigonometrie. Ein schwedisches Abitur kann also in bestimmten Bereichen weit unter dem Niveau eines deutschen Abiturs liegen.

Daran knüpft die Hochschule dann an, denn sie stellt nun im Gegensatz zu Deutschland dem jeweiligen Studiengang angepasste Anforderungen. Für manche Fächer reicht die grundläggande behörighet aus, aber für viele Fächer werden spezifische Anforderungen gestellt, wobei es da in der Regel nicht auf die Note ankommt, sondern nur, welche Kurse man abgeschlossen hat. Man spricht von „särskild behörighet“ (Besondere Berechtigung). Jemand, der nur Mathematik A in der Schule gemacht hat, wird an der Universität also kein technisches Fach studieren können. Wer ein solches Studium anstrebt, muss also die entsprechenden Kurse nachholen.

Für einen deutschen Bewerber bedeutet dies, dass sein Abitur nicht mehr in seiner Gesamtheit betrachtet, sondern in seine Einzelteile zerpflückt wird. Hat man keinen Biologie-Grundkurs gemacht, wird man auch keine Biologie studieren können, denn hier ist der Gymnasiumskurs Biologi B erforderlich. Ein 1,0er-Abi bedeutet also nicht automatisch, dass man alle Anforderungen für jeden Studiengang erfüllt.

Welche deutschen Fächer wie angerechnet werden, kann man hier nachlesen. Bei vielen Detailfragen ist das aber wenig hilfreich. So sagt es nichts darüber aus, wie z.B. ein Fachabitur angerechnet wird. Vieles liegt letztendlich im Ermessen des Sachbearbeiters.

Auch wenn das Abitur ganz anders aufgebaut ist, kennt das schwedische System trotzdem eine Abiturnote (Slutbetyg). Diese wird grob so berechnet: Alle Kurse haben eine Note, Icke godkänd (IG, nicht bestanden), Godkänd (G, bestanden), Väl godkänd (VG, gut bestanden) oder Mycket väl godkänd (MVG, sehr gut bestanden). Für MVG erhält man 20 Punkte, für VG 15 und für G 10. Diese Punktzahlen werden gewichtet zusammengerechnet, was letzten Endes eine Note zwischen 10 und 20 ergeben kann. Der Slutbetyg wird nur ausgestellt, wenn die Bedingungen für Grundläggande Behörighet erreicht wurden. Ansonsten gibt es nur ein Zeugnis mit einer Zusammenfassung der Leistungen.

Bis Wintersemester 2010 wurden in einem nicht nachvollziehbaren System ausländische Abiturnoten in dieses System umgerechnet. Seither werden ausländische Abiturnoten separat behandelt.

Wie diese Noten die Vergabe von Studienplätze beeinflussen: siehe weiter unten.

Komvux/Folkhögskola/Uni-Kurse

Hat man einen Kurs, den man für seinen Wunschstudiengang braucht, nicht im Gymnasium belegt, ist das natürlich nicht das Ende aller Ambitionen. Man kann Kurse oder sogar die ganze Ausbildung nachholen.

Erste Anlaufstelle ist hier meist die Kommunal Vuxenutbildning (Kommunale Erwachsenenausbildung), kurz Komvux. Diese wird, wie der Name schon sagt, von der Kommune organisiert und steht prinzipiell jedem ab 20 offen – und das kostenlos für jeden, der eine Personnummer hat. An ihr kann man in erster Linie die wichtigsten Gymnasiumskurse nachholen, aber auch Orchideenfächer gibt es. Bei der Art des Unterrichts ist das volle Spektrum gegeben: Vollzeitkurse, klassische Abendkurse oder Distanzkurse in vollständigem Selbstudium mit telefonischer bzw. elektronischer Nachfragemöglichkeit bei einem Lehrer. Letztere sind dabei schon irgendwie ein Kuriosum. Es kann zwar sein, dass man eine Nationella Prov unter Aufsicht schreiben muss, aber viele Prüfungen finden ohne jegliche Aufsicht zuhause statt, lediglich abgesichert durch ein telefonisches Nachgespräch mit dem Lehrer – die Schule vertraut auf die Ehrlichkeit ihrer Schüler. Spannend sind auch die praktischen Aufgaben: beim Kurs Chemie B bekamen Schüler aus ganz Schweden Zug und Hotel bezahlt, damit sie an einem Samstag Experimente an einem Gymnasium in Stockholm durchführen konnten. Andere Praktika fanden zuhause statt – bei Chemie A erhält man einen Experimentierkoffer inklusive Bunsenbrenner, und bei Biologie darf man die Reaktion irgendwelcher Wasserpflanzen auf verschiedene Konzentrationen phosphathaltigen Waschpulvers beobachten. Meiner Erfahrung nach ist es jedenfalls noch einigermaßen zu schaffen, dass man Vollzeit arbeitet und gleichzeitig einen dieser Kurse auf Vollzeit belegt. Denn ob man diese Kurse auf 100% (Vollzeit) oder nur 50% (Teilzeit) macht, schlägt sich natürlich in der Kursdauer nieder.
Der Haken ist meist, dass gerade kleinere oder ländliche Kommunen nicht jeden Kurs anbieten. Wenn die eigene Kommune aber bereit ist, die Kosten zu übernehmen, darf man durchaus auch in einer der Nachbarkommunen einen Kurs machen – wobei anzumerken ist, dass die größte schwedische Kommune Kiruna größer ist als Thüringen, was auch das Angebot an Distanzkursen erklärt. Es gibt allerdings auch hier Beschränkungen. Ob dies regional unterschiedlich ist, kann ich nicht beurteilen, aber die Zuteilung der Kurse in Stockholm ist eingeschränkt worden. Man bekommt nur noch Kurse in einem gewissen Umfang zugewiesen. Besteht man einen Kurs nicht, kann dies eine Sperre zur Folge haben, damit man anderen nicht die Plätze wegnimmt, wenn man es gar nicht ernst meint. Bisher war es noch möglich, mit Komvux-Kursen die Gymnasiumsnote zu verbessern und damit seine Chancen bei der Studienplatzsuche zu erhöhen. Diese Möglichkeiten wurden von aktuellen Regierung sukzessive eingeschränkt. Ab 2010 wird es überhaupt nicht mehr möglich sein.

Eine weitere Möglichkeit ist die Folkhögskola. Der Name mag einen dazu verleiten, es handele sich dabei um eine der deutschen Volkshochschule vergleichbaren Institution, an der Häkelkurse gegeben werden. Ganz so ist es jedoch nicht. Die Folkhögskola bietet die Möglichkeit, die Schule nachzuholen, und zwar oft auf Vollzeitbasis. Viele dieser Schulen sind sogar als Internat organisiert. Eine Gemeinsamkeit mit der deutschen VHS ist jedoch, dass es Geld kostet. Prinzipiell besteht die Berechtigung zu finanzieller Studienunterstützung – dazu aber später mehr.

Manche Hochschulen bieten anscheinend auch Vorbereitungskurse an, bei denen man die entsprechenden Qualifikationen erwerben kann. Meine Suche nach solchen Angeboten war aber recht fruchtlos.

Formelle Qualifikationen in Schwedisch

Wie gut das deutsche Abitur auch ist, das man mitbringt: schwedisch ist höchst selten enthalten. Man mag sich vielleicht in bestimmten Ausnahmefällen bei weniger gefragten Studiengängen mit Zeugnissen von Schwedischkursen qualifizieren können. In aller Regel wird man aber auch formal eine Qualifikation mitbringen müssen.

Der direkteste Weg ist das schwedische Gegenstück zum TOEFL, der TISUS-Test. Er besteht aus drei Prüfungsteilen. Besteht man einen nicht, so kann man diesen wiederholen. Als Note gibt es nur bestanden und nicht bestanden. Er findet zweimal im Jahr statt, üblicherweise im Mai und im November. Der Vorteil des TISUS ist, dass er auch im Ausland gemacht werden kann. Wo und wann, lässt sich bei der Stockholmer Uni erfahren, die für die Durchführung des Tests verantwortlich ist. Ein Nachteil des TISUS ist dessen hoher Preis – laut Wikipedia lag er schon vor 3 Jahren bei 1600 kr.

Lebt man schon in Schweden, gibt es auch eine Alternative. Man kann „Svenska som andraspråk“ („schwedisch als Zweitsprache“, kurz SAS) bei Komvux machen. Das ist kostenlos, dauert aber natürlich länger als der TISUS. SAS A und SAS B werden dann als gleichwertig zu Svenska A bzw. Svenska B betrachtet.

Die Högskoleprovet

In vielen Fällen sind die Ambitionen größer, als die Gymnasiumsnote zulässt. Wie schon erwähnt sind die Möglichkeiten, diese Note noch zu verbessern, recht bescheiden.

Daher gibt es die Högskoleprovet als alternativen Weg. Bei ihr kommt es nicht auf das fachliche an, sondern vielmehr darauf, ob man die richtigen Fähigkeiten für ein Studium mitbringt: logisches Denken, sprachliche Kompetenz und eine gute Erfassungsgabe – und das ganze unter Zeitdruck. Daher ist sie eher ein Assessment Center als ein Wissenstest.

Sie findet zweimal im Jahr statt, einmal im Frühling und einmal im Herbst. Der Prüfungstag ist jeweils ein Samstag, Prüfungsort eine Schule, die je nach Wohnort zugewiesen wird. Man kann die Prüfung auch einfach spaßeshalber mitschreiben – die Anmeldung ist offen. Kostenlos ist sie jedoch leider nicht: 350 kr muss man derzeit bezahlen. Hauptveranstalter ist die Universität Umeå, die die Prüfungen erstellt und auswertet. Die Durchführung selbst wird jedoch an andere Institutionen im Land delegiert.

Die Prüfung ist eine ernste Sache, zumindest für die große Mehrheit, die ein gutes Ergebnis braucht. Daher wird die Prüfungsaufsicht genauso rigoros gehandhabt wie beim Abitur. Wer stört oder die Regeln verletzt, wird zumindest von Teilen der Prüfung ausgeschlossen. Wichtig ist auch, dass man sich ausweisen kann – ohne gültigen schwedischen Ausweis wird man so seine Probleme bekommen.

Das Notenspektrum geht von 0,0 bis 2,0 – die Notenvergabe ist nicht absolut, sondern wird danach bestimmt, wie sich die Masse der Teilnehmer geschlagen hat. Wenn die Prüfung also außergewöhnlich schlecht ausgefallen ist, so wird die Benotung entsprechend angepasst. Die Mehrheit der Teilnehmer liegt im Bereich 0,7 bis 1,3.
Alle Fragen sind Multiple-Choice-Fragen mit bis zu 5 Antwortmöglichkeiten (in der Regel 4 oder 5). Insgesamt gibt es 122 Fragen, wobei in der Regel 109 richtige Antworten ausreichen, um die Bestnote 2,0 zu erhalten. Allerdings braucht man aber auch ca. 33 richtige Antworten, um 0,1 zu erreichen.

Als Hilfsmittel sind nur Stift und Lineal zugelassen.

Geprüft wird in 5 Blöcken, die jeweils 50 Minuten umfassen. In den Blöcken werden die folgenden Gebiete nacheinander abgearbeitet:

  • Schwedisches Leseverständnis: Man erhält mehrere Texte, die man lesen und dann einige Fragen beantworten muss. Die Fragen sind sehr allgemein und beziehen sich auch auf den Text als Gesamtheit. Es reicht also nicht, einfach ein paar Informationen herauszufischen. (20 Aufgaben in 50 Minuten)
  • Logisches Denken/Mathematik: 22 Aufgaben, bei den man bei mathematischen Problemen beurteilen muss, ob und welche der angegebenen Hinweise zur Lösung führen. Es sind fast alles Textaufgaben. Zumeist handelt es sich um lineare Gleichungssysteme, aber teilweise werden auch bewusst hohe Zahlen verwendet, so dass man mangels Taschenrechner mathematischen Sachverstand anwenden muss. Es sind auch einige Aufgaben aus den Bereichen Kombinatorik und Wahrscheinlichkeitsrechnung enthalten. Insgesamt muss man also die Logik dahinter verstehen – reines Ausrechnen reicht nicht aus. (22 Aufgaben in 50 Minuten)
  • Englisches Leseverständnis und Schwedische Wortsynonyme in einem zweiteiligen Abschnitt: Zunächst wird ähnlich wie zu Anfang das Verstehen von englischen Texten geprüft, wozu allerdings auch sehr kurze Texte gehören, bei denen man sprachliche Finessen erfassen soll. Außerdem gibt es einen Lückentext. Dieser Teil umfasst 20 Aufgaben und man hat 35 Minuten Zeit. Im zweiten Teil geht es dann um Synonyme. Ein schwedisches Wort ist gegeben, und man soll das Wort unter den Wahlmöglichkeiten finden, das eine ähnliche Bedeutung hat. Es stehen nur 15 Minuten für insgesamt 40 Aufgaben zur Verfügung.
  • Diagramme/Tabelle/Karten: Es werden jeweils zwei Fragen zu einem oder mehreren Diagrammen/Tabellen/Karten eines Themas gestellt. Das klingt harmlos, aber die Vorlagen stammen aus realen Quellen und sind nicht selten sehr detailliert, so dass man schon sehr genau hinsehen muss. Es kommt nicht auf die absolute Genauigkeit an, sondern vielmehr darauf, Zusammenhänge zu verstehen und grobe Abschätzungen im Kopf zu errechnen. (20 Aufgaben in 50 Minuten)

Man wird sich wundern, wieso es 5 Blöcke gibt, aber nur 4 Aufgabenbereiche. Das rührt daher, dass ein Bereich zweimal drankommt – einer der beiden wird nicht gewertet. Das hat den Hintergrund, dass potenzielle künftige Aufgaben unter realen Bedingungen an mindestens 2000 Prüflingen getestet werden sollen, um sie auf ihren Schwierigkeitsgrad zu überprüfen. Das Spannende ist, dass man nicht weiß, welcher Aufgabenbereich doppelt drankommt, und auch nicht, welcher der beiden gewertet wird.

Man geht in jeden Block, ohne zu wissen, welcher Aufgabenbereich ansteht, denn die Reihenfolge ist zufällig und geheim – selbst der Prüfungsleiter weiß sie nicht. Einzig der doppelt absolvierte Block kommt immer als letztes dran, d.h. im fünften Block hat man in jedem Falle schon alle Aufgabenbereiche durch. Das heißt aber nicht, dass der fünfte Block unwichtig ist, denn es wird nicht verraten, ob er nun gewertet wird oder der vorangegangene Block desselben Themenbereichs.

50 Minuten pro Block klingen großzügig, aber wie bei einem Assessment Center ist die Zeit sehr knapp angesetzt. Viele sagen sogar, dass die Zeit eigentlich der entscheidende Faktor bei der Högskoleprovet ist. Aus meiner Sicht ist das zur Hälfte wahr. Bei allen Bereichen hatte ich noch einige Minuten übrig, aber ich habe meist darauf verzichtet, diese zu Korrekturen zu verwenden, da mir die Wahrscheinlichkeit, in der knappen Zeit der letzten Minuten richtige Antworten durch falsche zu ersetzen, zu hoch erschien. Es geht letztendlich ja auch darum, schnelle Entscheidungen zu treffen.

Die Antworten werden auf speziellem Papier festgehalten, das dann maschinell ausgelesen wird. Außerdem gibt es einen Zettel, auf dem man seine Antworten festhalten kann, wenn möchte. Denn man erhält man erst vier Wochen später das Ergebnis, aber die Prüfung selbst samt Lösungen wird unmittelbar nach der Prüfung online zur Verfügung gestellt. So kann man noch am selben Tag feststellen, mit wievielen Punkten man zu rechnen hat. Zudem kann man an den Notentabellen der vorigen Prüfungen abschätzen, für welche Note es ungefähr gerecht hat.

Wer schwedisch kann, kann es sich hier einmal anschauen. Es stehen jeweils die aktuelle Prüfung sowie die letzten beiden Prüfungen online, so dass man sich dort vorbereiten kann. Ältere Prüfungen kann man durch etwas intensivere Suche im Netz auffinden, oder man kann sie auch bestellen. Darüber hinaus gibt es Vorbereitungsbücher und Vorbereitungskurse. Durch fleißiges Training kann man also durchaus seine Ergebnisse verbessern.

Bewerbung und Zuteilung

Zentrales Bewerbungsportal für das Studium ist studera.nu, eine Einrichtung des Högskoleverket, der Hochschulbehörde in Schweden. Man muss sich dort einen Account einrichten, wobei es zwei Varianten gibt: zum Einen die reguläre für Inhaber einer schwedischen Personnummer, zum anderen die für ausländische Bewerber ohne eine solche. Die Funktionalität in Sachen Anmeldung und Einreichung von Studienunterlagen ist im Wesentlichen dieselbe, aber ohne eine Personnummer kann man auf dem Portal nicht abrufen, was als Studienleistung schon registriert wurde.

Das Verfahren ist eigentlich recht simpel: man wählt Hochschule und Studiengang aus und fertig. Das Tolle ist aber, dass man sich für mehrere Studiengänge bewerben kann und diese nach Prioritäten ordnen kann. Will man also am liebsten in Uppsala studieren, wäre aber auch mit Stockholm oder Lund zufrieden, dann kann man das so angeben. So wird die Chance maximiert, zumindest bei einer Hochschule, auf die man gerne gehen möchte, den Zuschlag zu erhalten.

Nach der Anmeldung hat man ziemlich viel Zeit (ca. 2 Monate), alle Dokumente hinzuschicken, die relevant sein könnten – das können auch Nachweise für Vorkenntnisse im weiteren Sinne sein. Hier kann man nun sein Abi-Zeugnis einreichen, um es beurteilen zu lassen. Wichtig ist, dass man keine Originale einschicken sollte und auch keine beglaubigte Kopie im deutschen Sinne. Diese kennt man in Schweden nämlich gar nicht. Eine beglaubigte Kopie ist in Schweden schlicht eine Kopie, auf der jemand anders unter Angabe seines Namens (und eventuell weiterer persönlicher Daten wie der Adresse) bestätigt, dass ein Dokument echt ist. Also macht man einfach eine Kopie und lässt einen Bekannten unterschreiben – vielleicht sollte er auch noch das Stichwort „vidimeras“ darauf schreiben, damit der Zweck der Unterschrift klar ist.

Nach Ablauf der Frist kommt dann die Zuteilung.

Seit Wintersemester 2010 wird hierzu folgendes System von Auswahlgruppen verwendet:

  • BI: Bewerber mit einer normalen Gymnasiumsnote ohne Komplettierungen. D.h. der Gymnasialabschluss wurde komplett oder zu großen Teilen an einer Schulform (Komvux oder normales Gymnasium) erworben.
  • BII: Bewerber mit einer normalen Gymnasiumsnote, die nachträglich noch einige Kurse belegt haben, um die für den Studiengang nötige Qualifikation zu erreichen. Der Abschluss wurde also gemischt an verschiedenen Schulformen erworben.
  • BIII: Bewerber mit ausländischen Gymnasiumsnoten. Die ausländische Abiturnoten werden auf eine Skala von 300 bis 500 Punkten umgerechnet, was man sogar online tun kann. Derzeit gibt es ab 1,1 schon die 500 Punkte, aber am unteren Ende entspricht nur die 4,0 den 300 Punkten. Ausgenommen sind åländische Abschlüsse sowie gewisse internationale Gymnasiumsabschlusse wie IB, EB, Lycée international. Diese werden in den beiden erstgenannten Gruppen einsortiert. Diese Gruppe wird zum Wintersemester 2012 abgeschafft. Ab dann werden ausländische Bewerber in dieselben Gruppen wie die Schweden einsortiert.
  • BIV: Bewerber mit einem Abschluss der Folkhögskola. Zahlenmäßig machen diese aber nur einen kleine Gruppe aus.
  • HP: Högskoleprovet. In dieser Gruppe kann jeder auch parallel zu einer der vier B-Gruppen konkurrieren und sich so eine zweite Chance verschaffen. Das Resultat der Högskoleprovet gilt 5 Jahre lang.
  • Sonstige: hier gibt es die Gruppen SA (Späte Anmeldungen) und ÖS (Sonstige Bewerber), an die üblicherweise nur Restplätze, teilweise nach dem Losverfahren vergeben werden.

In jeder dieser Gruppe werden die Leute dann in einer Rangliste sortiert – logischerweise gute Noten zuerst – und dann solange von oben angenommen, bis die jeweilige Gruppenquote erfüllt ist. Die anderen erhalten dann die Nachrückerplätze.

Die Hochschulen haben in gewissen Grenzen Einfluss auf den Verteilungsschlüssel zwischen den Gruppen. Mindestens ein Drittel muss nach Noten vergeben werden (also in den vier B-Gruppen). Auch die Högskoleprovet hat einen Mindestanteil von einem Drittel. Die Übrigen dürfen daher schon aus rechnerischen Gründen maximal ein Drittel ausmachen.

Die Statistik sagt allerdings, dass dies höchst selten zu diesem Umfang ausgeschöpft wird. Gerade bei Studiengängen, die sehr gefragt sind, findet man nur wenige solche Fälle. Das ist wohl nicht nur in der Knappheit der Studienplätze begründet, sondern auch in der Gefahr, wegen ungleicher Behandlung von Bewerbern eine Serie von Klagen abwehren zu müssen. Bevorzugten Eintritt erhalten vor allem Mütter, die ihr Studium wegen des Kindes unterbrochen haben.

Typischerweise werden zwei Drittel über die Gymnasiumsnote zugeteilt und ein Drittel über die Högskoleprovet. Dies kann sich aber in diesem neuen System ändern.

Dieses Zuteilungsverfahren hat aber einen Nachteil für ausländische Bewerber, wie sich schon zum Wintersemester 2010 zeigte: die Quote für ausländische Bewerber ist so gering, dass in vielen Studienfächern kein einziger Platz für Ausländer zur Verfügung steht. Und selbst wenn es welche gibt, dann selten mehr als zwei oder drei. Das macht u.U. auch die Chance geringer, über die Nachrückerliste zum Zuge zu kommen. Schon Bewerber mit mittelmäßigen Noten kommen so vielleicht nicht ins Studium, obwohl Bewerber mit mittelmäßigen schwedischen Noten es schaffen. Da hierin wahrscheinlich eine EU-rechtswidrige Benachteiligung von EU-Bürgern liegt, wird dieses System derzeit nachgebessert. Ab Wintersemester 2012 wird ein neues System verwendet, bei dem eine Note zwischen 10 und 20 zugewiesen wird und die Ausländer direkt mit den Schweden konkurrieren.

Für Ausländer bedeutet dies also bis Herbst 2012: Högskoleprovet, Högskoleprovet, Högskoleprovet, denn auf die Bewerbung über BIII ist kein Verlass und mit einer Berücksichtigung als Sonstige nicht zu rechnen.

Um hier einer typischen deutschen Frage vorzubeugen: Wartesemester gibt es nicht. Wer sich bewirbt, stellt sich ohne jeden Bonus der Konkurrenz, vollkommen egal, ob man sich noch nie oder schon zehnmal zuvor beworben hat. Gerade deswegen kommt diesen Noten so unheimlich viel Bedeutung zu.

Eine weitere typische Frage ist die nach dem Numerus Clausus. Wer der Logik bis hierhin gefolgt ist, wird daraus ersehen, dass es keinen festen Wert gibt, nach dem man sich richten kann. Ob man in einen Studiengang hineinkommt, hängt alleine von der Anzahl der Plätze und der Noten der Konkurrenz ab. Man kann also nicht davon ausgehen, dass man mit einer bestimmten Note einen Platz garantiert hat. Die Statistik weist die niedrigste Note aus, die im jeweiligen Semester gereicht hat, um hineinzukommen. Dies gibt im Allgemeinen einen Richtwert, mehr aber auch nicht, denn in einem Jahr mit starkem Bewerberfeld kann eine Note wertlos sein, die vorher locker gereicht hätte. Bei wenig gefragten Studiengängen kann dies aber auch bedeuten, dass man noch mit einer niedrigeren Note hineingekommen wäre, weil gar nicht alle Plätze besetzt werden konnten.

Bestimmte Studiengänge sind jedoch äußerst gefragt – besonders zu nennen wären die ärztlichen Studiengänge (Arzt, Zahnarzt, Tierarzt), bei denen man überall Bestnoten haben muss. Die Zahl der Studienplätze ist dort derart knapp, dass man sogar noch Aufnahmeprüfungen und Interviews durchführen muss, um weitere Auswahlkriterien zu haben.

Nach der ersten Zuteilung erhält man bei Erfolg eine Mitteilung, dass man online angeben soll, ob man den Studienplatz haben möchte. Unterlässt man dies, verfällt der Studienplatz.

Daher gibt es ein paar Wochen später nämlich noch eine zweite Zuteilung. Dort werden die nicht in Anspruch genommenen Studienplätze an die ersten Nachrücker vergeben. Hat man also einen aussichtsreichen Reserveplatz bei der ersten Zuteilung bekommen (kann auf studera.nu eingesehen werden), kann man immer noch auf die zweite Zuteilung hoffen.

Update 20. Juli 2010: wegen der Änderungen im Bewerbungsverfahren habe ich auch hier einige Änderungen eingefügt.

Update 5. Dezember 2011: Kleinere Updates wg. der anstehenden Änderung im Herbst 2012. Danke an Kai für den aktualisierten Link.

Update 29. Dezember 2012: Kleine Änderung in Sachen Numerus Clausus

59 Gedanken zu „Auswandererguide Teil XVI: Studieren in Schweden – Anforderungen und das schwedische Schulsystem“

  1. toll!
    hättest aber auch was über universitäten/höghskolen schreiben können (z.B., dass auch diese einen vollwertigen Bachelor vergeben, mit dem man dann z.B. an universiteten seinen master machen kann)

  2. Das steht an anderer Stelle, weil dieser Teil eigentlich nur ein Grundstudium in Schweden behandeln sollen. Ich habe eine entsprechende Vorbemerkung eingefügt, damit das deutlicher wird.

    1. Danke für das Lob – es freut mich immer, dass der Auswandererguide so gut ankommt. Vielen Dank auch für den Link. Ich habe ihn eingebaut und auch sonst ein paar kleine Änderungen gemacht. Ab nächstem Herbst wird es ja wieder ein anderes Zuteilungssystem geben.

  3. Weißt du zufällig ob es weiterhin möglich ist sich per Betyg und per HP separat zu bewerben? Ich plane mich zum Herbst 2012 in Umeå zu bewerben, habe allerdings noch Toefl und HP vor mir…

  4. Genau da bin ich mir unsicher. Internationaler-Bewerbungsschluss ist allerdings schon Mitte Januar und HP erst ende März.
    Ich rufe einfach morgen mal in Umeå an und berichte dann 😉

  5. Sorry für die späte Rückmeldung. Mir wurde vom Studievägledare empfohlen mich sowohl als internationaler Student als auch als „Schwede“ zu bewerben. Somit hätte ich die Chance im Int. Vergleich, schwedischen Vergleich als auch per Högskoleprovet angenommen zu werden.

  6. Hallo, weiß jemand, wie das mit den Abiturzeugnissen ist? Weil wir die ja erst im Juni bekommen und dann ist es auch schon zu spät, sich für ein Studium in Schweden zu bewerben.

    1. Ganz simpel: man meldet sich an, bevor man das Abitur hat, und reicht dann fristgerecht das Zeugnis nach.

      Die Fristen kann man hier nachlesen:
      https://www.antagning.se/sv/Hur-du-anmaler-dig-och-haller-koll/Viktiga-datum/

      Dieses Jahr schließt die Anmeldung am 16. April. Bis dahin solltest du dich also angemdelt haben. Dann hat man bis 8. Mai Zeit, einen Nachweis einer EU-Staatsbürgerschaft einzuschicken, damit man keine Anmeldegebühren zahlen muss. Am 21. Juni sollten dann alle Unterlagen eingegangen sein. Für EU-Bürger, die bis 21. Juni nicht fertig sind mit dem Abi, ist der 5. Juli das Stichdatum. Du hast also in jedem Fall noch Zeit bis dahin, dein Zeugnis nachzureichen.

      1. Vielen Dank für die schnelle und gute Antwort! 🙂
        Die Seite hatte ich noch nicht gefunden, weil ich die meiste Zeit auf der englischen Version war, weil mein schwedisch noch nicht so gut ist 😉

  7. Hi, also ich habe da auch mal ne Frage 🙂 Und zwar würde ich unheimlich gerne nach Malmö im Herbst 2013 um dort Internationale Beziehungen zu studieren, allerdings bietet das Internet mit da nicht ganz so viele Infos, weshal ich schonmal froh bin diese Seite gefunden zu haben! Mich beschäftigt gerade auch die Anmeldefrist, denn überall lese ich, dass ich bis Ende Januar meine Bewerbung abgeschickt haben soll ?! Da steht leider nie was von einer Zeitaufschiebung wegen dem Abizeugniss, dass ich ja erst so im Juni/Juli bekomme… Weisst du zufällig wie das dieses Jahr aussehen wird ? Ich muss mich ja schließlich auch mit meinen ‚Leistungen‘ bewerben… und ein ganzes Jahr warten waere mir echt zu lang 🙁 Danke schonmal im voraus , Loreen 😉

    1. Die Anmeldung für den Herbst beginnt regulär erst im Frühling, und man kann die Dokumente noch bis ca. Juli einschicken. Dass man sich beim allgemeinen Studiensystem schon so früh anmelden muss, wäre mir neu.

  8. „Eine weitere typische Frage ist die nach dem Numerus Clausus. Wer der Logik bis hierhin gefolgt ist, wird sich denken können, dass es so etwas nicht gibt, zumindest nicht in deutschem Sinne.“

    In Deutschland ist das System genauso. „Numerus clausus“ heißt begrenzte Zahl (der Studienplatzuzusagen). Die Hochschule legt die Zahl der Studienplatzzusagen fest, zusammen mit den Noten der Bewerber ergibt sich daraus die als Numerus clausus bekannte Notengrenze – jedes Jahr und an jeder Hochschule (soweit nicht zentral verwaltet) anders.

    1. Da hast du natürlich recht. Ich glaube, früher war es in Deutschland mit fixen Grenzen festgelegt, die dann ggf. angepasst wurden – daher hatte ich das wohl auch so geschrieben. Ich werde das bei Gelegenheit aktualisieren. Danke für den Hinweis.

  9. In den letzten 15 Jahren sicher nicht – da war ich zweitweise an dem Verfahren beteiligt. Natürlich kann der Verantwortliche der Hochschule beim lokalen NC die Anzahl der Studienplatzzusagen festlegen, die – auf Basis von Erfahrung und Schätzung – durchaus ein Mehrfaches der Studienplatzzahl beträgt, um Mehrfachbewerbungen auszugleichen, und damit einen indirekten Einfluß auf die Zulassungsgrenze nehmen.

    Vor 35 Jahren war das ZVS-Verfahren meiner Erinnerung nach genauso, nur eben mit fester Studienplatzzahl.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Numerus_clausus

    Interessante Infos übrigens auf der Seite – ich will zwar nicht nach Schweden auswandern, aber Land und Leute interessieren mich.

    1. Dann war ich da vollkommen auf dem falschen Dampfer. Ich musste mich selbst nie auf ein ZVS-Studium bewerben und hatte da ein falsches Bild. Ich werde es mal ändern.

  10. Hallo,

    Nach durchlesen des Textes denke ich mir das auch jetzt(nachdem das System geändert wurde), es doch ziemlich schwierig wird mit einen recht mittelmäßigen Abi(in meinem Fall „Matura“ Zeugnis – Österreich) es ziemlich schwierig ist einen Platz zu ergattern?

    Hatte bei meiner Handelsakademie Matura damals 6 Prüfungsfächer und einen Notenschnitt von 3,1..wenn das Umrechungssystem (http://www.vhs.se/sv/Vad-gor-VHS/Utlandska-betyg/Utrakning-av-jamforelsetal/) noch Aktuell ist komm ich mMn auf einen Wert von 13 -> also 1,0 ? Was ja schon sehr weit unten angesiedelt ist..

    Da ich mittlerweile 30 bin und mir auch paar Beispiele aus der Högskoleprovet angesehen haben wäre das auch kein einfacher Weg ohne sich vorher gut vorzubereiten! Wobei da natürlich zurzeit die sprachliche Barriere auch noch behoben werden müsste!

    Hab mich auch etwas für Norwegen interessiert, da scheint mir es etwas einfacher an eine Uni zu gelangen, bzw. gibt es dort sogenannte Vorbereitungssemester für die Uni in der man die Sprache lernen kann, bzw. auch Semester in der die Qualifikation für ein Studium nachgeholt werden kann. Allerdings sieht es mit Förderungen(Stipendium) wohl auch mager aus.

    lg Christian

    1. Hallo Christian,

      es kommt immer auf das jeweilige Fach an. Wenn du kein allzu begehrtes Fach wählst, steht auch mit einer etwas schlechteren Bewertung einem Studienplatz nichts entgegen. Hast du schon die Zulassungsstatistiken deines Wunschfachs angeschaut?

  11. Erstmal Danke für den tollen Artkel, er ist das hilfreichste, was ich im Internet zu dem Thema gefunden habe.

    Ich würde mich gerne für den Studiengang Psychologie an der Universität Stockholm bewerben, mein Abitur wird vorraussichtlich bei 1,7 liegen- kannst du abschätzen, ob das reicht? Wo finde ich Zulassungsstatistiken?

    LG Dennis

    1. Hallo Dennis,

      danke für das Lob. Die Artikel sind leider schon recht alt, und in dem Bereich ändert sich so einiges mit der Zeit.

      Ich habe kurz recherchiert. Heutzutage landet man als Ausländer anscheinend in der Gruppe BI. Mit deinem Abi-Schnitt kommst du laut Umrechner auf bestenfalls 18,6 Punkte. Hierzu kommt noch ein Kompensationswert von 2,25 Bonuspunkten, so dass dein Resultat irgendwo im Bereich 20-21 liegen dürfte. Laut der Zulassungsstatistik („Antagningsstatistik“ ist der Suchbegriff, den man verwenden sollte) lag das Psychologieprogramm in Stockholm zuletzt bei knapp 22 Punkten. Wenn sich das nicht ändert, dürftest du nicht zum Zuge kommen, wenn auch recht knapp. Ich nehme auch an, dass schwedisch zu den Grundvoraussetzungen gehört. Den TISUS müsstest du also auch haben, sofern du alle anderen Bedingungen erfüllst. Ein Versuch ist es wert, aber von einem Erfolg ausgehen würde ich nicht.

  12. Hallo Fabian,

    danke für deine schnelle Antwort!
    Wie sieht es mit dem Högskoleprovet aus? Wenn mein Abi-Schnitt nicht reicht, ich aber diesen Test mache und genug Punkte (sagen wir, fast volle Punktzahl) habe, bin ich dann trotzdem drin?

    1. Ja, die Högskoleprovet ist natürlich auch eine Möglichkeit. Die nächste ist irgendwann im Frühjahr, und das wäre noch rechtzeitig. Für diesen Weg lag die Grenze beim letzten Mal bei 1,7 von 2,0 Punkten. Ich habe jetzt leider keine aktuellen Statistiken. Ich hatte bei meiner vollkommen unvorbereiteten Teilnahme vor einigen Jahren 1,6 von 2 Punkten und war damals damit in den Top 10%. Mit etwas Vorbereitung ist das vielleicht schon machbar, aber Garantien gibt es natürlich keine.

  13. Hallo Fabian,

    Danke für deine erneute Antwort! Ich habe noch eine Frage, hoffentlich meine letzte; sorry dass ich dich so damit löchere 😉 :

    Ich überlege gerade, ob ich mir Stress machen soll, um auf Teufen-komm-raus noch ein 1,6er Abi zu bekommen, oder ob ich lieber anfange, mich auf den Högskoleprovet vorzubereiten.

    Wenn mein Högskoleprovet gut ist, sagen wir 1,9, was ja ausreichen würde, spielt es dann noch eine Rolle, ob mein Abi gut ist? Sprich, macht es dann noch eine Unterschied, ob ich ein 1,6; 1,7; oder 2,2 Abi habe?

    LG Dennis

    1. Das ist schwer zu beantworten, schon alleine weil man keine Sicherheiten hat. Es gibt keinen fixen Numerus Clausus. Was letztes Mal gereicht hat, muss nächstes Mal nicht unbedingt reichen. Von daher würde ich dir vor allem raten, einen Plan B, C und am besten noch D in der Tasche zu haben. Wenn du unbedingt nach Schweden willst, dann bewerbe dich an allen schwedischen Hochschulen mit entsprechenden Programmen und nicht nur an einer. Wenn du mal drin bist, kannst du immer noch wechseln, und in Jönköping oder Umeå kriegt man auch leichter eine Bleibe als in Stockholm.

      Soweit ich es weiß, werden Högskoleprovet und normale Zulassung komplett getrennt behandelt. Wer es also über Högskoleprovet schafft, bei dem spielt es keine Rolle mehr, welche Abiturnote er hatte.
      Du bist in jedem Fall gut bedient, wenn du allgemein ein gutes Abitur machst. Die Högskoleprovet kann man wiederholen, das Abi nicht. Und 1,9 im ersten Versuch ist optimistisch, würde ich mal sagen.

  14. Hallo 🙂 erstmal vorab ein Lob an deinen Blog, genau nach so etwas habe ich gesucht 🙂
    ich überlege den Studiengang „Human Rights“ in Malmö zu studieren, der auf Englisch stattfindet. Bei den Zulassungsvoraussetzungen steht auch, dass sich durch Zusammensetzung aus Noten (Abi..vllt auch Noten aus dem vorherigen Studium??) und hochschulinternem Aufnahmetest zusammensetzen. Muss man den auf schwedisch absolvieren, auch wenn eigentlich für den Studiengang nur Voraussetzung ist, Englisch (Toefl Test Niveau 2B glaub ich) zu sprechen? Wäre für eine Antwort sehr dankbar!!!

    1. Hallo, vielen Dank für das Lob!

      Der Beschreibung nach ist das ja ein Bachelor-Programm. In dem Fall gelten die Abiturnoten. Der Statistik nach zu urteilen ist die Konkurrenz bei den Abi-Noten relativ hart, aber bei der Högskoleprovet recht weich. Mit einer guten Abi-Note solltest du eine Chance haben.

      Es scheint mir nur schwer vorstellbar, dass die Zulassungsprüfung für einen englischsprachigen Studiengang auf schwedisch erfolgen soll. Das widerspricht ja dem ganzen Konzept. Ich würde sicherheitshalber aber nachfragen. Die Betreuer des jeweiligen Studiengangs hilft sicher gerne weiter – in solchen Dingen ist der Kontakt in Schweden eigentlich recht unkompliziert.

      1. Vielen, vielen Dank für die schnelle Antwort !:) das klingt schonmal ganz gut..also ich habe zwar einen schnitt von 2,3 ..aber in Philosophie 13 Punkte, in Englisch 14 und in Deutsch 15 Punkte gehabt, ich dachte mir dass dann vielleicht auf ächer geguckt wird, die studienfach-relevant sind ? Oder wird nur auf den schnitt geachtet?:/ danke im voraus für eine Antwort!!:)

        1. Die Fächerwahl wird normalerweise nur insofern berücksichtigt, als dass man einen entsprechenden schwedischen Gymnasiumskurs gutgeschrieben bekommt. Hat man z.B. Französisch im Abi gehabt, dürfte einem das dann als Kurs Franska B anerkannt werden. Diese Anerkennung ist aber nur hilfreich, wenn der entsprechende Kurs zu den Anforderungen des Studiengangs gehört. Welche Note man darin hatte, geht aber nicht direkt in die Bewertung. Die Konkurrenz um die Plätze wird eigentlich nur anhand der Gesamtnote entschieden, soweit ich weiß.

          Mit Englisch im Abi solltest Du also das geforderte Engelska B für den Studiengang locker bekommen. Dass Du Philosophie und Deutsch belegt hast, wird Dir vielleicht auch in Form eines Kurses gutgeschrieben, aber die jeweiligen Noten dürften keine Rolle spielen.

          Nimmt man diese Rechenhilfe
          http://www.uhr.se/sv/Bedomning-av-utlandsk-utbildning/Utlandsk-gymnasieutbildning/Omrakning-av-utlandska-gymnasiebetyg/
          zur Hand, dann komme ich mit 2,3 auf eine schwedische Basis-Gymnasiumsnote von 15,67. Dazu habe ich angenommen, dass die Skala 1,0 bis 4,0 verwendet wird, da man normalerweise mit weniger als 4,0 in Deutschland kein Abitur machen kann.

          Die Basisnote liegt auf der alten Skala von 10-20. Da mittlerweile durch ein Bonussystem im schwedischen Abitur bis zu 22,5 möglich sind, wird auf die ausländische umgerechnete Basisnote noch ein Aufschlag gegeben, um gleiche Voraussetzungen zu schaffen. Mit 15,67 kriegt man dafür dann 1,5 extra. Man landet also bei (gerundet) 17,2.

          Mit diesen 17,2 würdest Du dann also mit den Schweden konkurrieren. In der relevanten Kategorie BI war es im Herbst 2014 (Statistik findet sich auf http://statistik.uhr.se/ ) so, dass man in der ersten Auswahlrunde 20,25 Punkte brauchte und in der zweiten Auswahlrunde dann 17,4. Es gab aber noch eine andere Auswahl, die in der Statistik mit „internationaler Kurs Herbst 2014“ betitelt ist. Da reichten schon 11,82 aus. Im Herbst 2013 kamen auch welche mit 11,6 rein.

          Das sieht also gar nicht mal so schlecht aus, auch wenn die Entwicklung im letzten Herbst vermuten lässt, dass es schwerer geworden ist.

          Ich kann Dir nur raten, mit dem Studiengangsbetreuer zu reden, um zu sehen, was es mit diesem „internationalen Kurs“ auf sich hat und wie die Chancen stehen. In jedem Fall solltest Du einen Plan B haben. Vielleicht gibt es anderswo in Schweden noch interessante Programme, die Du als Ersatzwahl angeben kannst.

          1. Hallo Fabian,
            jetzt ist es schon fast1 Jahr her, vielen Dank aber noch nachträglich für deine ausführliche Erklärung. Ich habe mich jetzt erstmal für das Herbstsemester 2016 für den Studiengang als „freemover“ für ein Auslandssemester beworben. Da ich Englisch als LK hatte, ist wohl laut universityadmissions.se ein TOEFLTest nicht nötig. Eine Sache habe ich allerdings nicht ganz verstanden, reicht es mein Abitur (12+13. Schuljahr) hochzuladen, oder muss man auch das der 10/11. Klasse hochladen? Weißt du da genaueres? Zu einem internationalen Kurs wurde mir bisher gar nichts gesagt, ich hab schon ein paar mal mit der Studiengangsbetreuung geschrieben, aber die konnten mir leider auch gar nicht sagen, wie die Chancen stehen, dass man genommen wird. Die Ergebnisse erscheinen erst am 21.März 2016. Werden nur die Abinoten für die Auswahl hinzugezogen und nicht die meines jetzigen Studiengangs?
            Denkst du das ist ausreichend, wenn man ab da eine Unterkunft sucht (Start des Semesters ist der 29.08.16)? Ich habe mich im Dezember auf die Liste für die Studentenwohnheime eingetragen, aber da hab ich jetzt auch nichts weiter gehört 🙁
            Ich würde mich sehr freuen, wenn du noch einmal Zeit findest, kurz meine Fragen zu beantworten 🙂 ich weiß gar nicht, an wen ich mich da noch wenden soll, außer das Studentensekretariat.Herzliche Grüße, Elena

          2. Hallo Elena,

            leider habe ich nicht sonderlich gute Antworten für dich.

            Die Noten für 10/11. Klasse wirst du wohl nicht einreichen müssen. Es wird normalerweise ja nur das Abiturzeugnis ausgewertet.
            Zu den Chancen können sie nichts sagen, da es immer davon abhängt, wieviele Bewerber es sind und wie sich deren Noten verteilen.
            Wenn es sich um ein Bachelor-Programm handeln sollte, dann sind es wohl nur die Schulnoten, aber das kann ich nicht mit Sicherheit sagen.

            Ich kenne den Wohnungsmarkt in Malmö nicht so gut, aber stelle mir vor, dass es nicht ganz so einfach ist, wenn auch leichter als in Stockholm. Im Vorfeld zu suchen ist immer gut, aber natürlich klappt es auch besser, wenn man mal vor Ort ist. Ich würde in jedem Fall empfehlen, zumindest eine vorläufige Lösung im Vorfeld zu finden, damit du nicht in Panik suchen musst, wenn du mal dort bist.

            Grüße

            Fabian

  15. Hej hej! Vielen Dank für deine tollen und ausführlichen Informationen!
    Hast du vielleicht noch ein wenig Infos dazu, wie die Bewerber- bzw. Platzsituation für die studiengänge für den Beruf der Sjuksköterska sind? Es handelt sich zwar um einen medizinischen Beruf, wo du auch auch die Situation grundsätzlich beschrieben hast. Allerdings hätte ich die Hoffnung, dass der Studiengang eventuell etwas weniger gefragt ist. Und somit auch ausländische Bewerber eine Chancr haben. 🙂 werden in diesem Fall auch bestimmte Fächer vorausgesetzt? Mein Abitur lag bei 2,1. Und gibt es einen unterschiedliche Behandlung, wenn man im Ausland (Deutschland) bereits ein Erststudium (fachfremd) abgeschlossen hat? In Deutschland stehen die Chancen in diesem Fall auf ein Zweitstudium ja ziemlich schlecht.

    Vielen Dank vorab!

    1. Hallo Steffi,
      für diesen Herbst begannen die Noten der angenommenen Studenten in Krankenschwesterprogrammen bei 15,4 (Umeå), aber es ging auch bis 20 hoch, was ja das Maximum ist. Mit einem Abiturschnitt kannst du mit einer Note von ca. 16,3 rechnen. Du liegst also eher im unteren Feld. Mit 16,3 wärst du noch in Blekinge, Dalarna, Mälardalens Högskola und an der Linnéuniversitet reingekommen. Als Röntgenschwester hättest du es in Örebro, Umeå, Jönköping und Göteborg geschafft.

      Wenn du Abitur hast, brauchst du in deinem Abi:
      1. ein Halbjahr Mathematik GK/LK
      2. Grundkurs Gemeinschaftskunde/Politik, Sozialkunde oder Grundkurs Geschichte plus Grundkurs Erdkunde
      3. Englisch mindestens bis zur 11. Klasse gehabt
      Außerdem brauchst du Schwedisch für die Hochschule, nachgewiesen z.B. durch den TISUS-Test.

      Dass du schon vorher studiert hast, ist egal. Es zählt alleine die Note.
      Ich muss dir aber die Frage stellen: Warum willst du einen Studiengang machen, der dich zu etwas ausbildet, das du in Deutschland mit Bezahlung per Ausbildung bekommen könntest?
      Das Studium ist unbezahlt (und womöglich wird es mit dem Bafög schwierig – schwedische Studienförderung kannst du fürs erste auch vergessen). Das Hauptfach ist üblicherweise „Pflegewissenschaften“, was soweit ich es verstanden habe aus der Not geboren ist, weil man für einen Bachelor eben ein Hauptfach haben muss. Der Praxisteil der Ausbildung kommt hingegen weit kürzer als in Deutschland, während die eigentlich „wichtigen“ Theorieteile im medizinischen Bereich in Deutschland mindestens genauso gut behandelt werden wie in Schweden. Und mit der deutschen Ausbildung kannst du auch jederzeit nach Schweden gehen. Mir scheint es wenige Gründe dafür zu geben, diese Ausbildung in Schweden zu machen.

  16. Hallo Fabian,
    irgendwie kann ich nicht unter deiner Antwort antworten, also schreib ich einfach mal hier unten 😀 Vielen Dank für deine schnelle Antwort, du hast mir schon weitergeholfen 🙂 jetzt bin ich mir zumindest sicher, dass ich alles Nötige aufuniversityadmissions hochgeladen habe 🙂 Der Studiengang wird auf schwedisch & englisch angeboten, also hoffe ich, dass die Chance dadurch größer ist, genommen zu werden (ich hab mich für den internationalen Kurs auf englisch beworben) Es gibt 3 Studentenwohnheime und ich hoffe mal, dass ich da genommen werde, ansonsten muss ich mir noch was überlegen :/ Ich gucke mal ob es online sowas wie ein schwarzes Brett gibt,vielleicht gibt es ja sowas wie WGs die für ein Semester ein Zimmer vermieten, wenn ein Mitbewohner im Ausland ist. Vielen Dank soweit für deine Hilfe! Liebe Grüße

  17. Hallo Fabian,
    Ich bin es nochmal 🙂 bei meinem bewerbungsstatus (Human Rights Bachelor in Malmö) steht jetzt „qualified“ und dass ich mit einer Note von 17,17 mit den anderen Bewerbern in der Auswahlrunde „konkurriere“. Du hattest letztes Jahr die gleiche Note mal für mich ausgerechnet gehabt & auf dieser Seite mit der entsprechenden Statistik nachgeschaut, wie die Chancen im Vorjahr standen, damit genommen zu werden. Ich hab das versucht für dieses Jahr, bzw. 2015 zu gucken & verstehe da leider nicht die Angaben, würdest du mir vielleicht helfen, das abzulesen? Herzliche Grüße, Elena

    1. Hallo,
      hier die Statistiken vom Herbst 2015. 643 Bewerber gab es, davon haben 91 den Studiengang als erste Wahl gehabt.
      Die Auswahl wird in sogenannte Auswahlgruppen eingeteilt, denen dann bestimmte Kontingente zugeordnet werden. Mir ist leider nicht ganz ersichtlich, in welcher du landest. Soweit ich das sehe, nehmen normale Gymnasiumabgänger in bis zu drei Gruppen gleichzeitig teil, wobei in jeder Gruppe etwas anders gerechnet wird bzw. Standards angesetzt werden. Egal wie: es sieht nicht gut aus.

      In der ersten Runde hatte der Hauptgruppe BI (normale Abiturienten ohne später nachgeholte Kurse) der schlechteste angenommene eine Note von 20,95. In der Gruppe wurden 7 zugelassen und 205 hatten einen Warteplatz. Das ist also schon erheblich härter als im Jahr davor.

      In der zweiten Runde hatte der schlechteste Angenommene noch eine Note von 18,68. Da standen noch 62 auf Reserveplätzen. Das ist zwar nicht mehr ganz so dramatisch, aber bei einer solchen Bewerberlage kannst du wahrscheinlich nur noch die vage Hoffnung haben, als Reserve in der 2. Auswahlrunde hineinzurutschen.

      Bei den anderen Bewerbergruppen stünden deine Chancen besser. Die Auswahlgruppen ändern sich irgendwie fast jedes Jahr, wie mir scheint, und es ist für mich nicht mehr ersichtlich, nach welchen Kriterien man eingeteilt wird. Würdest du z.B. in der Gruppe BIEX konkurrieren, hast du bessere Chancen. Allerdings wurden in der bei jeder Runde nur 2 Plätze vergeben.

  18. Hallo! Weißt du ob die schulische Fachhochschulreife und das Abitur gleich anerkannt sind? Bzw ob ich mich auch mit einer schulischen Fachhochschulreife in Schweden bewerben könnte? Ich möchte gerne Krankenschwester machen.

    1. Hallo, ja, es ist anerkannt (siehe hier). Du wirst Schwedisch brauchen oder den Tisus-Test. Die restlichen Anforderungen beinhalten Mathe und Naturwissenschaften, aber eher auf Grundniveau. Es sollte also möglich sein, das mit einer Fachhochschulreife zu erfüllen. Endgültig weiß man das aber erst, wenn man es anerkennen lassen hat.

      Allgemein bin ich mir aber nicht so sicher, ob es eine kluge Entscheidung ist, Krankenschwester in Schweden zu studieren. Hier hättest Du keinen Anspruch auf Studienförderung, höchstens Bafög aus Deutschland. Die Ausbildung erscheint der deutschen Ausbildung nicht überlegen – gerade im praktischen Bereich ist sie viel knapper angelegt. In Deutschland kriegt man zudem zumindest Geld in der Lehre. Das deutsche Krankenschwesternexamen ist in Schweden auch anerkannt. Von daher würde ich nicht sagen, dass man mit einem Studium mehr gewinnt.

      Willst Du denn nachher in Schweden arbeiten, oder was ist Deine Motivation?

      1. Ich ziehe mit meinen Eltern dorthin. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich Krankenschwester machen möchte. Es gibt so viele spannende Studiengänge.
        Danke für deine Antwort! Die war sehr hilfreich, denn ich stehe gerade vor der Entscheidung ob ich dieses Jahr mit Fachhochschulreife gehe und mich dann direkt intensiv mit schwedisch lernen auseinander setze oder noch bis zu meinem Abitur (also nächstes Jahr) mache.

      2. Ich hab noch einmal eine Frage. Ich möchte im Juli, wenn ich mein Zeugnis bekomme (Fachhochschule), es einschicken, damit das umgerechnet werden kann und ich weiß, ob es reicht um zu studieren. Wo muss ich es hin schicken? Ich möchte mich noch für keinen Studiengang bewerben (das mache ich erst im nächsten Jahr, wenn ich mein Tisus Test gemacht und mich eingelebt habe). Ich möchte es einfach nur umrechnen lassen und die Bestätigung haben, das meine Fachhochschulreife reicht um zu studieren.

        1. Hallo Emma,

          entschuldige die späte Antwort. Ich war leider verreist in den letzten Wochen und hatte daher keine Möglichkeit, zu antworten. Man kann die Dokumente auch einfach hochladen. Das geht auf antagning.se – einschicken ist nur für bestimmte Länder nötig.

  19. Servus!
    Klasse, dass du diesen Blog hier anbietest 🙂
    Ich würde gerne nächstes Jahr mein Studium in Schweden beginnen.
    Auswahl ist(nicht unbedingt in der Reihenfolge):
    1. Development Studies in Lund
    2.International Relations in Malmö
    3.Business and Politics in Stockholm
    4. International Management/Economics in Jönköping

    Ich werde zum Studienbeginn 22 sein, mit einem Abitur von 2,0 +einer abgeschlossenen Banklehre in einer frankfurter Großbank+8 Monaten Berufserfahrung+ sozialem Engagement.
    Weißt du ob in Schweden bloß aufs Abi geachtet wird, oder zählen die anderen Faktoren auch etwas?
    Die Chancen in Lund und Stockholm sind wohl sehr schlecht, oder ? :/
    ich würde mich über eine Antwort sehr freuen 🙂

    Danke und beste Grüße

    Milos

    1. Hallo Milos,

      entschuldige die späte Antwort. Ich war leider verreist in den letzten Wochen und hatte daher keine Möglichkeit, zu antworten.

      Wenn ich das richtig sehe, hast du nur Masterprogramme in deiner Liste. Hast du denn dann auch einen Bachelor? Ansonsten hast du da wohl keine Chance auf Annahme.

      Bei Masterprogrammen hat jede Uni ihre eigenen Kriterien, so dass die Abiturnote in dem Fall wenig Rolle spielen dürfte, sondern auch andere Dinge wie eben Vorerfahrung.

      1. Hi Fabian,

        danke für deine Rückmeldung!
        Nein, tatsächlich handelt es sich bei den oben genannten bloß um Bachelor-Programme(habe mir die englischsprachigen rausgesucht, die mich interessieren)
        Hier die Links:
        http://www.lunduniversity.lu.se/lubas/i-uoh-lu-SGUTV
        http://edu.mah.se/sv/Program/SGINE
        http://www.sbs.su.se/en/Study-with-Us/Bachelors-Programmes/Business-Administration-and-Political-Science/
        http://ju.se/en/study-at-ju/our-programmes/undergraduate-programmes/international-economics.html BZW. http://ju.se/en/study-at-ju/our-programmes/undergraduate-programmes/international-management.html

        Könntest du mir was zu meinen Chancen für diese Programme sagen?

        1. Hallo Milos,

          ich habe etwas recherchiert. Die Statistik ist vom letzten Jahr, was ungefähr als Richtschnur für dieses Jahr gesehen werden kann.

          – International Relations in Malmö: 784 Bewerber, schlechteste Note 18,33.
          – International Economics in Jönköping: 991 Bewerber, schlechteste Note 17,45

          Die anderen Programme konnte ich nicht finden. Sie sind also neu oder haben den Namen geändert.

          Da du mit einer Abi-Note von 2,0 auf den schwedischen Notenwert 16,7 umgerechnet werden dürftest, liegst du in den beiden Programmen, die in der Statistik zu finden, unter der Marke. Du kannst also nicht fest mit einem Erfolg rechnen. Es ist aber auch nicht aussichtslos, denke ich.

          1. Hallo!
            Ich hätte noch eine Frage zu Deinem Kommentar.
            Und zwar schreibst Du, dass Milos mit 2,0 einen Notenwert von 16,7 hätte. Du hast doch aber davor geschrieben, dass es noch ein Bonus gibt.
            Ich hätte so einen Notenwert von 17,33 und mit dem Bonus sogar 19,33. Das ist ja ein großer Unterschied. Welcher Schnitt ist denn richtig?
            Kann man diesen Bonus dazuaddieren?
            Grüße,
            Felix

  20. Cool, danke für die Info.
    Sieht ja echt nicht gut aus, vor allem wundert mich, dass der „NC“ in Malmö so hoch ist…
    Naja die Bewerbung ist ja verglichen mit UK ja noch recht easy. Also werde ich es auf jeden Fall probieren ^^

    1. Statistisch gesehen hatte ich wohl auch nur eine geringe Chance, aber ich wurde direkt in der ersten Runde angenommen & bin jetzt im ersten Semester an der Malmö Högskola. Meine Erfahrung ist, dass grundsätzlich erstmal mehr Leute angenommen werden…wir waren anfangs 160 und sind jetzt, nach der ersten Hälfte des ersten Semesters, nur noch 90..Also du kannst auf jeden Fall optimistisch sein 🙂

  21. Ich studiere hier Human Rights und ich muss sagen dass die Anforderungen ziemlich hoch sind, wir haben einen ziemlich hohen „Self-study- load“ neben den Seminaren & Vorlesungen. Die Module sind hier anders aufgeteilt, als in Deutschland. Wir haben pro Monat 1 Modul durchgehend & dann die Klausur, bevor das nächste Modul beginnt. Bei mir zuhause an der Uni ist es ja so (ich denke wie an den meisten deutschen Unis), dass die 4-5 module über das ganze Semester parallel verteilt sind & man am Ende des Semesters erst alle Klausuren hat. Ich finde das System viel besser, weil man so ständig „dranbleiben“ muss & nicht so schnell dazu neigt, zu prokrastinieren 😀

    1. Mal noch eine Frage an Dich 🙂
      Gewöhnt man sich schnell an die Englische Sprache?
      Oder sitzt man in den ersten Vorlesungen völlig ahnungslos da?

  22. Kommt drauf an..Also ich gucke immer Serien auf englisch, lese viel und war früher eine englisch LK Streberin, mit dem Verständnis hatte ich 0 Probleme.. war eher ungewohnt wieder englisch zu sprechen, Schule ist bei mir dann doch schon 3 Jahre her & wenn man nicht aktiv spricht.. 😀 das ging aber nach 2-3 Wochen wieder 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.