Es ist nicht so, dass ich seit Samstag im Koma lag – für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich ein Leser wundert, warum hier noch kein Bericht zu Kungsholmen Runt steht.

Ganz so schlimm war es nicht, aber viel besser nun auch wieder nicht. Ich muss gestehen, dass ich mich seit der Rückkehr aus Portugal mit dem Gedanken trage, den Marathon Ende dieses Monats nicht zu machen.

Gründe dafür gibt es genug. Die Sportwissenschaft sagt (in sehr groben Zügen), dass man als angehender Marathonläufer im Training lange Läufe machen soll. Lang, das sind 15 km, 20 km und in der letzten Trainingsphase 30 km bis 35 km. Das ist langweilig und zeitintensiv, denn es dauert lange.

Ich bin ehrlich: kein Trainingslauf von mehr als 10 km habe ich im letzten halben Jahr absolviert. Die einzigen umfänglicheren Ausdauerleistungen seit meinem Halbmarathon an Silvester sind meine Fahrradfahrten zur Arbeit.

Ein Halbmarathon sollte für einen angehenden Marathonläufer kein Problem sein. Für mich ist es das aber offenkundig.

Am Samstag ging es bis Kilometer 15 recht gut. Dann drehte sich eine Helferin an einer Wasserstation unglücklich um. Ich musste zur Seite springen und bekam sofort einen Krampf in der linken Wade. Es waren nicht die lang anhaltenden Krämpfe wie vor drei Jahren beim S:t Eriksloppet, aber sie kamen genauso wie damals immer wieder, was ein stetiges Laufen immer schwieriger machte.

Meine Endzeit: 2:24:57 und damit wieder einmal der drittschlechteste Halbmarathon. Gerade einmal 13 der 881 anderen Läufer hatten eine noch schlechtere Zeit.

Das ist ein Abstieg und führt zu meinem Entschluss, den Marathon nicht zu machen. Das ist bitter, denn ich habe noch nie einen Lauf nicht angetreten. In dem Fall ist es aber schlichtweg das Beste für meine Gesundheit.

Abstieg ist natürlich auch eine Anspielung auf die aussichtslose Situation des KSC – nächstes Jahr zweite Liga…