Midnattsloppet in Södermalm – passables Wetter, 10 km Strecke, über 10000 Läufer, tolle Stadt – da sollte es eigentlich nichts zu meckern geben. Ein paar Sachen gab es denn doch – u.a. habe ich mein Zeitziel nicht erreicht.

Gestern abend war der Midnattsloppet, ein lokaler Lauf in Stockholm, der 10 km durch die besonders am Wochenende beliebten Bereiche von Södermalm geht. Dementsprechend war auch viel los.

Ich hatte mir nicht übermäßig viel davon versprochen, aber die Eckdaten klangen schon beeindruckend: bis zu 14000 Läufer hatten daran schon teilgenommen, was für sich spricht. Nur wenige Läufe in Europa erreichen dieses Niveau.
Der Preis ist in jedem Falle gesalzen. Rund 45 € für den Lauf ist schon ziemlich happig, zumal darin nur die Anmeldegebühr, eine Urkunde und die Miete für den Zeitnahmechip enthalten sind. Das T-Shirt kostete nochmals 13 € extra.

Gestern dachte ich erst, ich wäre irgendwie falsch – die U-Bahn war so gut wie leer. In Zinkensdamm war das zum Glück ganz anders. Das Stadion war voll mit Menschen, und eine Band spielte. Die Gepäckaufbewahrung machte leider weniger Eindruck: den Buchstaben S schien es nicht zu geben. Ein beträchtlicher Teil des Gepäcks musste auch im Freien liegen. Allerdings gab man Plastiktüten aus. Wenn es richtig geregnet hätte, hätte das freilich auch nichts mehr geholfen.
Weiteres Defizit des Veranstaltungsort: Duschen gab es auch keine. Das ist zwar eigentlich nicht zwingend, weil die meisten sowieso lieber zuhause duschen, aber wenn man ein Fest veranstaltet und die Läufer auch da behalten will, wäre es ratsam, Duschen zur Verfügung zu stellen.

Man startete in 7 Wellen, wobei der erste Startabschnitt allerdings in drei Unterabschnitte aufgeteilt. So soll der Elite wohl ein guter Start ermöglicht werden. Mich hatte man in Gruppe 3 gesteckt, und das wurde sogar an dem Startabschnitt kontrolliert. Trotz der guten Organisation: es waren einfach zuviele. Man konnte bis zum Schluss kaum frei laufen, und das kostet Zeit. Lediglich an den Stellen, wo es über vierspurige Straßen ging, zog sich das Feld gut auseinander. An den zwei Wasserstellen gab es dementsprechend viel Stau. Das sieht man auch bei den Detailergebnissen: der Kilometer bei der Wasserstelle ist mein schlechtester mit einer Zeit von fast 6 Minuten auf den Kilometer.

Insgesamt habe ich 54:02 Minuten gebraucht, was etwas besser ist als ich zunächst dachte. Ich denke, 52 Minuten oder gar 50 Minuten wären durchaus drin gewesen, wenn es weniger Läufer gewesen wären. Die Versorgung im Zielbereich war mit Wasser, Vitamindrinks, Äpfeln und Müsliriegeln ziemlich gut. Die Medaille gab es leider nicht am Band – ich denke, eine billigere Medaille, aber dafür am Band ist da weitaus besser. Sie markiert den erfolgreichen Finisher, man kann sie irgendwo hinhängen, und sie fällt vor allem nicht herunter. Nach dem Zieleinlauf hörte man nämlich das Klimpern herunterfallender Medaillen des öfteren. Apropos Zieleinlauf: Irgendwie war den meisten wohl nicht bewusst, dass die Zeit erst gestoppt wird, wenn der Barcode auf der Startnummer eingescannt wurde. Nach der Ziellinie ging es nämlich sehr gemächlich zu – zu sehr für meinen Geschmack.
Das Zeitmesssystem hatte auch seine Tücken. Der Chip war auf der Rückseite der Startnummer angebracht, was selbige schwerer machte. Nach 5 km riss das Papier an einer der 4 Stellen, wo es mit Sicherheitsnadeln festgemacht. Einen Kilometer später dann auch noch eine weiter Stelle. Ich riss daraufhin die Startnummer ab und trug sie in der Hand. Das System mit den Matten und dem Chip am Schuh ist definitiv besser.
Mit meiner Zeit erreichte ich Platz 4293 von insgesamt 9370 Läufern (also doch etwas weniger als erwartet). Somit habe ich fast 55 % des Feldes hinter mir gelassen. Ganz passabel eigentlich, wenn ich auch auf etwas mehr gehofft hatte.

Fazit: schöner Lauf mit guter Stimmung und teilweise durch ordentliche Steigungen auch anspruchsvollen Kurs, aber leider völlig überlaufen und definitiv zu teuer.

Fotos gibt es leider keine – die sind alle ziemlich verwackelt oder zu dunkel.