Valstuga Hjulsta

Originally uploaded by HansBaer.

Der letzte Tag der Wahlkampagne, und meine Genossen machten ausgerechnet da Wahlkampf, wo wir ohnehin die meisten Stimmen abräumen: in Tensta.

Der Ort ist Suburbia vom Feinsten. Mittel bis sehr hässliche Gebäude gruppiert, die Straßen bevölkert von Leuten, die nicht gerade dem schwedischen Klischee in Sachen Aussehen entsprechen. Wer trotzdem blond ist, sieht zumindest arbeitslos aus.

Kurzum: Der Ausländeranteil ist gigantisch hoch, die Arbeitslosigkeit nicht gerade niedrig. Hier wählen uns die Menschen, weil sie sich von einer konservativen Regierung nicht gerade eine Verbesserung der Situation versprechen können.

Vielleicht ist es deshalb gerade da so wichtig, trotzdem Wahlkampf zu machen. Denn – ohne jetzt gehässig oder polemisch sein zu wollen – ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung dort ist sich der Bedeutung einer Wahl wohl nicht bewusst. Wenn wir dort viele erreichen, haben wir gleichzeitig eine große Ausbeute. Denn moderat wählen die bestimmt nicht.

Das Foto zeigt übrigens das „Zentrum“ von Hjulsta, Endstation der U-Bahn und wohl auch von so manchem, der hier wohnt. Links am Bildrand hat sich der Kurdenverein einquartiert.

Morgen wird in Schweden erstaunlicherweise weiter um Wähler gekämpft. Man verteilt Rosen und Stimmzettel – eine Besonderheit der Wahl hier nämlich ist, dass man Stimmzettel oft als eine Art Werbung zugeschickt bekommt, oder eben vor dem Wahllokal in die Hand gedrückt bekommt. Wähler exotischer Parteien können sich daher nicht einmal darauf verlassen, dass ein Stimmzettel für sie im Wahllokal ist. Nur Parteien, die schonmal einen gewissen Erfolg hatten, sind auch garantiert zu finden.

Dass Sozis Stimmzettel verteilen, ist aber etwas fragwürdig, denn zum Einen haben die Leute ihre Wahl schon beim Weg zum Wahllokal getroffen. Zum Anderen aber können sie die Stimmzettel ohnehin drinnen bekommen. Vielleicht werde ich mich morgen aber trotzdem noch beteiligen.

Morgen abend geht es auf jeden Fall auf die Wahlparty. Und um 20 Uhr wissen wir wirklich mehr.