Eigentlich sollte an dieser Stelle ein überragender Erlebnisbericht von meinen ersten Schwimmversuchen stehen, aber ich habe bisher noch nicht recht die Muse dazu gefunden.

Die Schwimmerei ist Teil meines Masterplans zur Erlangung überragender Fitness in diesem Winter. Außerdem will ich noch Saunagänge, mittellange Läufe (5-15 km) und etwas Fitnessstudio (es gibt eines hier im Lappis) einbauen.

Apropos Lauf: der Staffellauf mit den Genossen war recht erfolgreich. Zwar waren wir mit 2:08 Stunden natürlich viel langsamer als letztes Jahr, waren aber immerhin die zweitschnellste Sozi-Staffel – von drei, nur damit da keine falschen Rückschlüsse aufkommen.

Der Wahlkampf geht in die Endphase. Leijongate ist fast vergessen und andere dicke Skandale zeichnen sich auch nicht ab. Stattdessen wird mir mehr und mehr einer der Hauptgründe klar, warum die Regierungsmehrheit gefährdet scheint: Göran Persson. In den Beliebtheitsumfragen ist Persson nicht einmal unter den Top 5, weshalb es auch nicht verwundert, dass man bei den Sozis erst seit kurzem Personen auf den Wahlplakaten zeigt, und dann auch nur mit Ministern zusammen. Eine auf Persson zugeschnittene Kampagne brächte keine Vorteile. Nach 12 Jahren Persson haben die Leute keine rechte Lust mehr auf ihn, und das zeigt sich wohl oder übel auch beim Wahlverhalten. Meine Genossen sagen zwar, dass es vor vier Jahren genauso aussah und dann doch noch ein klarer Sieg herauskam. Aber damals hatte man noch Anna Lindh, eine Lichtgestalt und Ministerpräsidentin in spe. Die letzten Wahlduelle liefen trotzdem ganz gut für uns, wenn auch der Vorstoß Perssons Richtung Volkspartei und Zentrumspartei eher als unbeholfener Versuch gewertet wurde, sich an der Macht festzuklammern. Die beiden Parteien lehnten das natürlich prompt ab – ob das nur Wahlkampftaktik ist, wird sich nur dann zeigen, wenn der Sonntag sehr überraschend verläuft. Ansonsten heißt es Persson gegen Reinfeldt, links gegen bürgerlich, rot gegen blau. Und am Sonntagabend wissen wir mehr.

Rechtsradikale muss man hier glücklicherweise wenig fürchten. Die Sverigedemokraterna, auf den ersten Blick zumindest ein rechtspopulistischer Haufen im Stile der Republikaner, liegen zwar unter 4%, könnten aber wohl durch ein paar unglückliche Konstellationen mit einem Abgeordneten einziehen – das ist aber recht unwahrscheinlich. Sehr schön übrigens dieser Bericht. Wie man in die Parlamente reinkommt, haben die Nazis offenbar mittlerweile gelernt. Wie man aber auch wirklich was erreicht, nicht. Nach Muster 1933 kann es nicht funktionieren – seien wir froh drum.

Und nun zu etwas völlig Anderem: Meine unglaubliche Radiokarriere geht weiter. Heute abend moderiere ich ab 21 Uhr die Studentradio Top 20 – also die Charts der schwedischen Studentenradios. Zugegebenermaßen nicht übermäßig anspruchsvoll, aber eine neue Spielweise mit Potenzial.
Wer reinhören will: die Webseite von THSRadio.