Wie anscheinend jeden November ist in Schweden „Snökaos“, also Schneechaos.

Manche Leute rätseln ja über den Winter in diesem Land. Nach meinen bisherigen Erfahrungen ist es so, dass im November Schnee fällt und dann wieder wegschmilzt. Dann bleibt es nasskalt bis Mitte Januar, und wenn der Winter Lust hat (nicht so wie letztes Jahr) schneit es dann ordentlich, was dann bis Ende März liegen bleibt.

Man sollte ja eigentlich meinen, dass man in einem nördlichen Land darauf hinreichend vorbereitet ist, aber so simpel ist es leider nicht.

Die Winterreifenpflicht gilt erst ab Dezember, und auch in Schweden nehmen es die Autofahrer nicht so genau. Vor zwei Jahren verursachte dies, dass beim ersten Schneeeinbruch der ganze Straßenverkehr zum Erliegen kam – mit teilweise dramatischen Szenen von Autofahrern, die stundenlang in ihrem und mit ihrem Auto feststeckten. Mittlerweile hat sich das wohl gebessert, aber wenn es einmal ordentlich schneit, geht alles deutlich langsamer.

Dieses Jahr war vor allem der Roslagen nördlich von Stockholm und auf Uppsala zu betroffen. Dort wurde der ganze Busverkehr eingestellt, weil man nichts mehr sah. Der Flugverkehr war auch betroffen.

Nun sind viele Menschen mitten in der Nacht unterwegs, um Rollsplit auszustreuen. Ende März (also wenn der Schnee schmilzt) werden alle Wege mit einer 10 cm dicken Schicht von kleinen Steinchen belegt sein. Was die Rollsplitausstreuer im Sommer so tun, weiß ich leider nicht. Meine persönliche Theorie ist, dass sie das eine Halbjahr damit verbringen, ihn auszustreuen, und das andere damit, ihn einzusammeln.

Das nennt man dann wohl nachhaltige Entwicklung.