Durch einen Tipp von Travel-Dealz.de stieß ich auf das Portal restaurant.com.

Das Angebot dort ist verlockend: man zahlt z.B. 10 Dollar und erhält dafür einen Geschenkgutschein für ein bestimmtes Restaurant im Wert von 25 Dollar. Natürlich muss man den nicht verschenken. Man kann ihn auch einfach selbst benutzen.

Es gelten ein paar Bedingungen, die auf den Gutscheinen angegeben sind und die man sich vorher ansehen sollte – hier die üblichsten:

  • Pro Tisch nur einen Geschenkgutschein.
  • Die Gesamtrechnungssumme muss ein gutes Stück höher sein als der Gutscheinwert. Bei 25-Dollar-Gutscheinen sind das beispielsweise meist 35 Dollar. Man kann also nie die ganze Rechnung mit dem Gutschein bezahlen.
  • In den USA spielen die Trinkgelder eine wichtige Rolle, weil sie den Großteil des Lohns der Kellner ausmachen. 15% bis 20% des Gesamtbetrages sind üblich, und der Gutschein darf dies nicht beeinflussen. Soll heißen: Trinkgeld wird auf die volle Summe bezahlt, während der Gutschein nur die reguläre Rechnung reduziert. In vielen Fällen steht im Gutschein gleich drin, wieviel Trinkgeld („gratuity“) automatisch aufgeschlagen wird. So braucht man nicht mehr zu rechnen.
  • Viele Gutscheine gelten nur für das Abendessen.
  • Manche Gutscheine werden auf bestimmte Wochentage beschränkt. Häufig sind auch besondere Angebote wie z.B. Komplettmenüs zu Festtagen nicht mit den Gutscheinen nutzbar.

Das klingt zunächst etwas schwierig, aber für Touristen sind diese Bedingungen geradezu perfekt: man geht öfters essen und nicht selten abends. Wenn man nicht alleine unterwegs ist, erreicht man schnell die erwartete Summe, und spart an diesem Punkt eine Menge. Alle Gutscheine, die wir verwendet haben, konnten wie erwartet eingelöst werden.

Der eigentliche Clou ist aber: restaurant.com hat ständig Rabattangebote, bei denen man auf die sowieso schon billigen Gutscheine noch einmal 70-80% Rabatt erhält! Im Idealfall erhält man also für 2 Dollar ganze 25 Dollar Preisnachlass!

Die Vorteile sind also klar: man erhält zum Spottpreis Gutscheine in erheblichem Wert, die man leicht einsetzen kann. Zudem kann man sich vorab über Restaurants informieren, sich etwas schönes aussuchen. Auf die Art speist man günstig in guten Restaurants, die in keinem Reiseführer stehen und die man sonst bestenfalls durch Zufall gefunden hätte.

Seit ich im August ein paar Gutscheine gekauft habe, werde ich mit Newslettern beschossen, die neue Rabattcodes anliefern. Alles, was man machen muss, ist also, einen Gutschein zum Normalpreis zu kaufen und dann auf den nächsten Newsletter zu warten. Oder mich nach einem aktuellen Code fragen.

Man wird bei der Bestellung nach einer amerikanischen Adresse gefragt. Da man aber keine Post auf dieser erhält, kann man jede beliebige Adresse angeben.

Zwei Dinge gilt es aber zu beachten:

  1. Es ist üblich, dass man die Gutscheine in Papierform mitbringt. Wie gut es ohne funktioniert, haben wir nicht getestet. Bei manchen Gutscheinen steht es aber ausdrücklich in den Bedingungen, dass man Papier mitbringen muss. Im Urlaub heißt das also: entweder im Voraus entscheiden und den Gutschein ausgedruckt mitbringen, oder auf Internet-Cafés verlassen. Oder darauf spekulieren, dass es auch so geht. Ich habe erstere Lösung gewählt, auch weil ich nicht erwartete, dass die immer Rabatt anbieten. Bei den Preisen riskiert man ehrlich gesagt auch nichts. Ich habe 30 € für Gutscheine im Wert von über 200 Dollar bezahlt, und das haben wir wieder reingeholt.
  2. Die Zuverlässigkeit der Angebote darf bezweifelt werden. Während wir in New York waren, schloss ein Restaurant, auf das ich mich gefreut hatte. Es war einer der größeren Gutscheine. Restaurant.com bot zwar an, das Geld stattdessen für einen anderen Kauf zu verwenden, aber dazu kam es mangels Gelegenheit nicht mehr. Zudem ist es offenkundig, dass es sich bei den Supersparpreisen um kein nachhaltiges Geschäftsmodell handelt. Das sind Lockangebote, die so sicherlich nicht ewig angeboten werden – es sei denn, das Portal will unbedingt pleite gehen. Also werden die Preise, nachdem ein Kundenstamm aufgebaut ist, sicherlich angehoben werden.

Folgende Restaurants haben wir besucht:

  • A.J. Maxwell’s Steakhouse: ein Steakrestaurant, dessen Ambiente deutlich signalisiert, dass man sich hier in der Oberklasse befindet. Der Service ist entsprechend, aber die Preise auch. Die Steaks kosten gut und gerne 50 Dollar. Das sind sie jedoch auch wert. Das Porterhouse Steak war das größte Stück hochwertiges Fleisch, das ich in meinem Leben gesehen habe. Eine Vorspeise zu nehmen erwies sich im Nachhinein als Fehler. Stattdessen sollte man auf alle Fälle darauf achten, dass man genügend Beilagen erstellt, denn sonst erhält man Steak und sonst nichts. Dank des guten Wechselkurses war der Gesamtpreis aber für Stockholmer Verhältnisse nicht schockierend. Leider scheinen die 50-Dollar-Gutscheine selten verfügbar zu sein, so dass man meist auf die 25-Dollar-Variante gehen muss.
  • El Ranchito del Agave Mexican Bar Restaurant: der vordere Teil dieses mexikanischen Restaurants sieht eher nach einem billigen Diner aus. Der hintere Teil kommt netter daher, war allerdings bei unserem Besuch komplett leer, weswegen es etwas kühl wirkte. Das Essen war aber exzellent und ausgesprochen günstig, und über den Service kann man auch nicht meckern. Ein Besuch dieses Restaurants lässt sich übrigens exzellent mit einem Spaziergang über den neuen High Line Park kombinieren, der nur wenige Blocks entfernt ist.
  • McGee’s NYC: ein typischer Pub direkt am Broadway. Man kann weder über Essen noch über Service klagen – im Gegenteil. Die Bierauswahl ist reichlich und das Essen gut. Jedoch muss man auch sagen, dass dieser Art von Sports Pub mittlerweile auch überall sonst in der westlichen Welt anzutreffen ist, so dass man als Tourist vielleicht eher etwas exotischeres besuchen will.
  • The Crooked Tree: ein gemütliches Restaurant im East Village, bei dem es sich um ein verborgenes Juwel handelt. Das Angebot besteht in erster Linie aus Crepes, die mit unterschiedlichsten Füllungen versehen werden. Nicht nur, dass die Crepes vorzüglich schmecken. Sie sind so günstig, dass wir anfangs Bedenken hatten, die Mindestsumme nicht zu erreichen. Der Service war zudem exzellent. Wärmstens zu empfehlen!

Zwei weitere Restaurants hatte ich ausgesucht gehabt, aber zu einem Besuch kam es aus Zeitmangel nicht mehr. Das Orchidea (vorwiegend vegetarisch und koscher) und Mangoseed (karibische Küche), beide in Brooklyn gelegen. Beide scheinen aber bei Restaurant.com nicht mehr dabei zu sein und sind natürlich auch nicht so gut zu erreichen.