Vor dem Trip nach New York habe ich mich gefragt, wie ich den ganzen Kram, den ich im Vorfeld recherchiert hatte, nachher auch finde. Eine klassische Papierkarte müsste auf jeden Fall mit einer Adressenliste ergänzt werden, weil die Straßen in New York teilweise seeehr lang sind. Also wollte ich gerne meine Fundstücke auf mobile Geräte übertragen, sprich mein Android-Handy und mein GPS-Gerät. Als zusätzliche Schwierigkeit kam hinzu, dass wegen der horrenden Roaming-Kosten kein Internetzugang zu erwarten ware. Dies bedeutet auch, dass Kartenmaterial und alle darauf markierten Punkte offline verfügbar sein müssen.

Google Maps bietet zwar mittlerweile ein Caching, aber wie dieses genau funktioniert, war mir vor der Reise nicht bekannt. Wie es funktionieren könnte, kann man aber hier sehen:

Das werde ich bei nächster Gelegenheit einmal testen. Anscheinend ist diese Lösung aber auf einen 16-Kilometer-Radius um den markierten Punkt herum beschränkt. Größere Reisen kann man damit also kaum abdecken.

Meine Lösung auf Basis von openstreetmap.org-Karten:

  • Ich habe alle relevanten interessanten Sachen bei Google Maps in einer Karte gespeichert. Man kann dort Punkte markieren und mehr. Um die Daten in anderen Anwendungen weiterzuverwenden, sollte man sich aber auf das Wesentliche beschränken. Welches Symbol man z.B. in Google Maps einträgt, wird man auch nur in Google Maps sehen können – beim Export gehen solche Daten leicht verloren. Der Export aus Google Maps ist nur im KML-Format möglich.
  • Die App Oruxmaps kann die KML-Datei importieren. Dabei gehen praktisch alle Infos außer der Position und dem Namen verloren. Selbst der Name leidet etwas, wenn besondere Zeichen darin vorkommen. Meine Erfahrung ist, dass es sich lohnt, die KML mit Hilfe des Programm GPSBabel in das GPX-Format umzuwandeln. Dies kann auch von Oruxmaps importiert werden und schont die Namen der markierten Punkte.
  • Nun braucht man noch Karten für Oruxmaps. Diese kann mit dem Programm OruxMapsDesktop erstellen, das dank Java plattformübergreifend laufen sollte. Die Erstellung dauert einige Zeit.
  • Wie man Karten für mein GPS erstellt, findet sich hier. Allerdings verwende ich mittlerweile vorproduzierte Karten, z.B. von Raumbezug. Dies ist erheblich schneller als die Karten selbst zu erstellen. Will man zudem mehrere Weltteile in einer Karte vereinigen, ist es erheblich praktischer, die schon fertigen Karten von Raumbezug herunterzuladen und diese dann mit mkgmap zu einer Karte zu fusionieren.

Die Oruxmaps kann man nun einfach alle interessanten Punkte anzeigen lassen und sogar die Entfernung zu diesen bestimmen. Zudem sind in den Openstreetmap-Karten die Positionen von U-Bahn-Stationen meist sehr gut zu sehen, so dass man leicht die nächste finden kann.

Auf GPS würde ich aber keine großen Hoffnungen setzen. Selbst das Garmin-Gerät hatte erhebliche Schwierigkeiten, eine Position bestimmen. Die hohen Häuser verdecken einfach zuviel des Himmels. Mit dem Handy war es ganz aussichtslos, was aber nicht weiter tragisch war, sofern man eine grobe Ahnung hatte, wo man sich befand – und das ist in New York dank der nummerierten Straßen nun wirklich nicht schwer. Das GPS-Problem wird sich wohl erst in eigen Jahren reduzieren, wenn neue GPS-Satelliten am Himmel stehen.

Eine weitere App, die ich dringend empfehlen würde, ist „Öffi“, welche es erlaubt, Netzpläne von allerlei Nahverkehrsnetzen herunterzuladen. Diese sind dann offline verfügbar. In New York sind die Netzpläne auf den Bahnsteigen nicht sonderlich präsent, und in den Wagen befinden sie sich an Plätzen, die gerne von sitzenden Passagieren verdeckt werden.