Die Strecke des Kvartsmarathon: einmal um den Årstaviken herum. (Karte: Openstreetmap, CC-BY-SA 2.0)

Juli ist Urlaubszeit in Schweden. Die Busse und Bahnen sind weitgehend leer. Alle sind ausgeflogen, das öffentliche Leben ruht. Deswegen gibt es normalerweise auch eines nicht in Stockholm: Läufe.

Es würde ganz einfach niemand teilnehmen, könnte man zumindest meinen. Aber Spårvägens FK, der unter anderem für den Stockholm Marathon und die Tjejmilen verantwortlich ist, wollte wohl eine Probe aufs Exempel machen.

So wurde dieses Jahr der Stockholm Kvartsmarathon ins Leben gerufen, also ein Viertelmarathon. Eine ungewöhnliche Distanz, besonders für schwedische Verhältnisse. Denn nominell sind das 10,54875 km, also nahe an den 10 km, die in Schweden die Standarddistanz schlechthin sind. Es ist nicht so, dass es der erste in Schweden wäre. Es gibt schon seit 1999 den Halbmarathon in Gävle, der die Distanz Viertelmarathon anbietet. Auch in Leksand und Värnamo gibt es solche Läufe. Doch keiner scheint größere Teilnehmerzahlen anzuziehen.

Um die Sache schmackhaft zu machen, gab es für Voranmeldungen ein Laufshirt inklusive. Die Laufstrecke (siehe oben) hat auch ihre Reize: nicht nur, dass ich die Årstabro noch nie zu Fuß überquert hatte und die Strecke Teile meiner alten Laufrunde enthielt. Es gibt meines Wissens keinen Lauf, der so weit entlang des Årstaviken führt. Das ist natürlich reizvoll. Man wollte sich mit der Organisation aber nicht übernehmen: 1000 Läufer waren das Limit.

Man kam letzten Endes nicht einmal in die Nähe davon: 348 Läufer gingen an den Start, was zwar wohl immer noch als größter Viertelmarathon der schwedischen Geschichte durchgehen dürfte, aber natürlich sehr überschaubar. Trotzdem gab es zwischendrin immer wieder Leute die anfeuern.

Für mich selbst war es ein Debakel. Es war sehr schwül und hatte aus verschiedenen Gründen seit Wochen nicht mehr trainiert, so dass ich bald eine Gehpause einlegen musste. Meine Beine waren zum Ende hin auch nur noch Matsch. Ich kam erst nach 1:16:33 ins Ziel, was für einen souveränen drittletzten Platz bei den Männern reichte. Immerhin durfte ich so einmal die Solidarität der besseren erleben, die mich auf den nervigen letzten 500 Metern – man hatte die 48,5 Meter unter den Tisch fallen lassen und ganz praktisch 10,5 km daraus gemacht – anfeuerten.

Ich muss also noch eine Menge Schippen drauflegen, um im Herbst wieder an die vielversprechenden Frühjahrsresultate anzuknüpfen. Eigentlich muss ich mich nächstes Jahr wieder anmelden, um zumindest das diesjährige Ergebnis etwas zu relativieren.