Die Strecke des Åland Halb-/marathon ist nach wie vor die langweiligste, die man sich denken kann: 10 km hin, wenden und dann zurück. Das alles wie immer im åländischen Herbswetter, d.h. Nieselregen bei ein paar Grad über Null.

Man könnte sich fragen, wieso man überhaupt zu einer solchen Veranstaltung reisen möchte. Für mich ist der Hauptgrund nach wie vor die Exotik des ganzen. Dort hinzufahren ist auch ein preiswerter Wochenendausflug – mit dem Marathonpaket der Eckerölinjen gibt es Startgebühr, Fährfahrt, Übernachtung und Pasta-Dinner zum Preis von 90 €. Normalerweise würde man nämlich kaum auf die Inseln fahren. Weder ist das touristische Angebot so groß noch unterscheidet sich die Landschaft so stark von den Schären vor Stockholm, als dass man den Weg dorthin unbedingt auf sich nehmen müsste.

Leider hat das Marathonpaket nicht viel mehr Menschen angelockt. Zwar ist der Lauf seit 2006 deutlich größer als in den Jahren davor, aber in diesem Jahr lag die Teilnehmerzahl beim Marathon zum ersten Mal seither wieder unter 200. Beim Halbmarathon nahmen dieses Jahr zum ersten Mal mehr Menschen teil als beim Marathon.

Bei mir lief es bis Kilometer 15 wieder recht gut. Ich wollte eine Zeit unter 2:15. Jedoch kamen bei Kilometer 19 wieder Krämpfe, was Zeit kostete. Es wurde dann doch fast 2:18.

Mittlerweile steht auch fast, dass dies der letzte Halbmarathon für dieses Jahr war. Insgesamt denke ich, dass ich mein Laufprogramm etwas reduzieren muss. Am Ende dieses Jahres werden es 10 Läufe sein, an denen ich teilgenommen haben werde. Das wäre vollkommen in Ordnung, wenn der Trainingsaufwand dazu in einem vernünftigen Verhältnis stehen würde.

Tut er aber nicht. Das Training durch die Teilnahme an Läufen zu ersetzen bringt nicht nur bescheidene Ergebnisse. Es bereitet vor allem unzureichend auf alles vor, das länger als 10 km ist. Wenn ich nächstes Jahr eine Chance auf einen halbwegs würdigen Marathon haben will, muss ich die Prioritäten künftig anders setzen.

Dennoch muss ich hier anmerken, dass der Lauf der beste Halbmarathon in einem insgesamt ziemlich schwachen Jahr war.

Wir nutzten den Rest des Tages für eine Rundfahrt über die Inseln, in deren Rahmen wir kurz bei der Festung Bomarsund (bzw. das, was davon fertiggestellt wurde) und der Burg Kastellholm gehalten haben. Da es vom einen bis zum anderen Ende gerade mal so 60 km sind, gelang es uns, von den 4 Landsvägar (sozusagen die Bundesstraßen) die Nr. 1, 3 und große Teile der 2 abzufahren. Nächstes Mal ist also definitiv die 4 dran.