Thomas hat schon vor einigen Tagen vollkommen korrekt angemerkt: es ist ein bisschen frisch draußen. Meine Temperaturanzeige im Browser verkündet -17°C, was immer noch etwas über den kältesten Tagen der letzten Zeit liegt.

Mein Auto findet das nicht gut. Nicht nur, dass die Türen nicht mehr so richtig aufgehen wollen. Auch die Batterie streikte am Tag vor Silvester. Nicht einmal die Kilometerstandsanzeige funktionierte noch. Und mein nagelneues Ladegerät auch nicht, weswegen ich mit dem Taxi kurz vor Ladenschluss noch zu Biltema hetzte, um ein anderes zu kaufen. Das tat dann seinen Dienst, und die Batterie erholte sich auch wieder.

Trotz dieser Beschwerlichkeiten ist dies irgendwie eine tolle Jahreszeit. Der Schnee ist frisch, und beim Neujahrsspaziergang schienen sich ausnahmsweise alle Schwedenklischees zu erfüllen (siehe oben). Die Kälte macht auch bemerkenswert wenig aus. Ob -5°C oder -15°C macht im trockenen Klima hier kaum einen Unterschied.

Dummerweise weiß man, dass dieser Schnee lange liegen bleiben wird und es bald bei weitem nicht mehr so schön sein wird.

Interessanterweise friere ich in der Wohnung mehr als draußen, was vielleicht auch daran liegen könnte, dass ich versucht habe, mich den ganzen Herbst für die Kälte etwas abzuhärten.

Derzeit könnte ich zur Abhilfe einen Heizlüfter anschließen, denn noch zahle ich meine Miete warm. Anscheinend in einem Anflug von sozialistischem Idealismus plante man vor rund 40 Jahren Wohnung noch ohne eigene Stromzähler. Die Solidaritätsgemeinschaft der Mieter sollte die Stromkosten wohl gemeinsam decken, und das soll sie bis heute.

Leider haben sich auf der Welt aber nicht alle lieb, und die Großzügigkeit der Gemeinschaft befördert vielfach den Egoismus des Einzelnen. Bislang kann jeder alle Elektrogeräte nach Belieben laufen lassen, denn die Gemeinschaft trägt ja dieses Verhalten mit.

Offenbar hat man die Schwäche dieses Konzepts eingesehen. Vor einem Jahr, als ich hier einzog, fand eine Mieterversammlung statt, in der über die bald anstehende Installation von Stromzählern berichtet wurde. Groteskerweise machten sich die meisten Mieter Sorgen darüber, dass jemand illegal ihren Strom anzapfen könnte und dann auf ihre Kosten lebt. Keinem schien einzufallen, dass dies manche vielleicht jetzt auch schon tun, nur vollkommen legal und zum Schaden aller.

Ganz so bald war dann der Wechsel dann doch nicht. Nächste Woche, also 13 Monate später, soll der Stromzähler kommen, und so kommt im Winter auch der Teilwechsel von Warm- zu Kaltmiete.

Teilweise deswegen, weil die Heizung davon unabhängig bleibt. In den Häusern dieser Generation scheint es üblich zu sein, dass der Vermieter bestimmt, welche Temperatur zu herrschen hat. Immerhin ist darin wenig Missbrauchspotential seitens der Mieter enthalten. Wir haben die Heizung immer auf 100% stehen, was im Allgemeinen genau Zimmertemperatur entspricht.

Mit der Einführung des Stromzählers wird die Miete natürlich gesenkt – und wir sind vorbereitet. Stromsparlampen haben wir schon in den meisten Teilen der Wohnung. Gestern habe ich die verbleibenden Geräte überprüft. Der Fernseher verbraucht überraschend nur 60 Watt. Die unscheinbare Stehlampe hingegen unglaubliche 140 Watt, was immer noch 10 Watt unter dem ist, was die Birne verkündet. Ähnlich dreist ist auch der Digitalreceiver fürs Kabelfernsehen: 6 Watt im Standby, 7 Watt im Betrieb. Nicht viel, aber man muss sich schon fragen, für was dann ein Standby-Modus gut sein soll. Insbesondere, weil der Receiver trotzdem mehrere Sekunden braucht, um anzuspringen.

Die letzten Optimierungen sind vorgenommen.

Die Frage ist nur: werden wir irgendwas sparen?