Es ist eigentlich ein Jammer: da wohnt man schon praktisch mitten in den Schären, aber selbst nach 5 Jahren ist die Liste besuchter Inseln noch sehr kurz: Grinda, Sandhamn, Ålö, Utö und Finnhamn waren bislang die einzigen „richtigen“ Schäreninseln, die ich besucht habe. Daher habe ich letztes Wochenende einmal zum Anlass genommen, die Insel Nämdö zu besuchen und dabei auch gleich noch ein bisschen für openstreetmap.org zu kartografieren.

Die Insel ist deutlich größer als Sandhamn oder Grinda. Wir haben es in ein paar Stunden nur einmal bis zum anderen Ende geschafft, mussten aber einen Informationspfad zur anderen Seite auslassen. Wie Sandhamn vor einem Jahr war Nämdö eine kleine Überraschung. Es gibt nicht nur ein paar Häuschen, sondern auch eine Menge Infrastruktur. An einem Haus war ein abendlicher Pub angekündigt. An einer Anlegestelle gab es ein Café und einen voll ausgestatteten Supermarkt, der auch noch als Agentur für Systembolaget und die Apotheke diente. Wenn man also rechtzeitig bescheid sagt, kann man dort wohl alkoholische Getränke und Medikamente abholen.

Auch sonst gab es erstaunliches. Nämdö hat eine Schule, in die vermutlich die Grundschulkinder der umliegenden Inseln gehen. Eine Kirche gibt es ebenso, aber dort finden nur alle paar Wochen Gottesdienste statt. Fehlt eigentlich nur noch ein Arzt, dann ist das Dorf komplett.

Die Insel erinnert daran, wie lange die Besiedlung der Schären zurückgeht und wie man die Infrastruktur zum Leben eingerichtet hat, weil alle größeren Ansiedlungen viel zu weit weg waren und teilweise immer noch sind. Fehlt eigentlich nur noch ein Arzt und vielleicht ein Ableger des Hemtjänst, dann wäre das der perfekte Alterswohnsitz.

Ich wusste zwar, dass die deutsche Gemeinde in Stockholm irgendwo ein Haus in den Schären hat, aber ich hatte mich nicht näher damit auseinandergesetzt. Wie sich herausstellte, befindet es sich auf Nämdö. Da wäre es glatt eine Überlegung, dort einmal ein Wochenende zu verbringen.