Kosten ab 1. April schlappe 45 Kronen pro Stück: Papierrechnungen von Com Hem (Bild: Flickr-Benutzer mariahagglof, CC-BY)

Ich habe in den letzten Jahren viel Freude mit der Kabelfernsehgesellschaft Com Hem gehabt: lausiger Service, Preiserhöhungen durch die Hintertür und nervige Anrufe. Einziger Grund, bei ihnen zu bleiben, war, dass es für uns die einzige Möglichkeit ist, deutsche Fernsehkanäle zu empfangen, auch wenn es lediglich das ZDF und 3sat sind.

Dafür nahmen wir sogar die hinterlistige Preispolitik der Firma in Kauf, denn sie führte 2009 eine „Kartenabgabe“ ein, die man neben der normalen Monatsgebühr bezahlen muss. Der einzige Tarif, bei dem diese nicht anfällt, wurde derart unattraktiv gemacht, dass dies de facto auf eine höhere Monatsgebühr herausläuft, nur dass man die Kartenabgabe im Kleingedruckten versteckt.

Heute kam nun ein fröhlicher Brief von Com Hem:

Hallo und danke, dass Du TV-Kunde bei Com Hem bist!
Wir hoffen, Du bist mit dem Tarif Digital-Tv Medium 8 Favoriten zufrieden – er ist unser populärster Tarif.

Um gleich populär zu bleiben, folgt die Darstellung, was sie einem den so tolles anbieten.

Und dann kommt es:

Jetzt erhöhen wir den Preis von einigen unserer Dienste, um weiterhin in das beste Fernsehangebot des Marktes und dessen Entwicklung investieren zu können.

Die Preise steigen ab 1. April, und zwar folgendermaßen:

Alt Neu Absoluter Anstieg Prozentualer Anstieg
Monatlicher Grundpreis des Pakets 159 kr 189 kr 30 kr 19%
„Kartenabgabe“ 49 kr 59 kr 10 kr 20%
Gesamter Monatspreis 208 kr 248 kr 40 kr 19%

Satte 19% Preiserhöhung also, und man bekommt dafür exakt: nichts. Es sei denn, man schätzt ein lauwarmes vages Versprechen einer Weiterentwicklung als irgendeinen Wert ein.

Die Dreistigkeit hat aber da noch kein Ende. Wenn man sich weiterhin die Rechnungen auf Papier zuschicken lasst, dann zahlt man dafür 45 kr (rund 5 €) – unglaublich.

Natürlich könnte man argumentieren, dass alles teurer wird. Das stimmt zwar, aber rechnet man die 19% mal rückwärts, dann kommt man darauf, dass dies bei den allgemeinen Endverbraucherpreisen dem Preisanstieg seit 1995 entspricht. Selbst wenn die Dienste verbessert worden sind: zumindest im Fernsehbereich kann gar nicht soviel dazu gekommen sein, um eine solche Erhöhung auch nur ansatzweise zu rechtfertigen. Zumal es sich ja nicht um die einzige Preiserhöhung handelt. Als die „Kartenabgabe“ im Jahr 2009 kam, lag sie bei rund 30 kr im Monat. Jetzt sind es schon 49 kr. Angenommen, der Paketpreis ist gleich geblieben, dann hat sich der Preis in drei Jahren um gut 55% erhöht.

Mit anderen Worten: das Ganze ist eine Unverschämtheit.

Meine Überlegungen, ab Mai eventuell wieder zu Com Hem auch mit dem Internetanschluss zurückzukehren haben sich damit erledigt. Sobald es eine adäquate Alternative gibt, auch das Kabelfernsehen.