Wie ich die Nobellotterie (und den Parkplatzkrieg) gewann

Manche Menschen gewinnen selten bis nie. Ich gewinne manchmal. Zum Beispiel wurde mir bei einem Gewinnspiel mal ein AMD-Athlon-Gehäusesticker zugelost. Dummerweise hatte ich zu der Zeit keinen Athlon. Auch toll war das interne Fußballtippspiel bei DASDING zur WM 2002. Ich siegte souverän und gewann 50 € – allerdings haftet mir der Verdacht an, ich habe die Datenbank manipuliert. Dem war nicht so – ich hatte schlicht in Wagemut und fußballerischer Unkenntnis auf ein schwaches Abschneiden Frankreichs und ähnliche Spinnereien getippt. Zeitzeugen werden sich erinnern, dass Frankreich torlos ausschied. Nicht minder überraschend kam Deutschland ins Finale. Die 10 Sonderpunkte für einen Titelgewinn unseres Landes konnte ich allerdings leider nicht einstreichen.

Parking Permission

Zu oft bin ich auch auf der Verliererseite gewesen. Auf einen überragenden Lottogewinn warte ich bis heute. Allerdings wäre hierzu auch eine Lottoteilnahme notwendig. An Oddset bin ich spektakulär gescheitert. Mathematisch sinnvoll hatte ich auf die Kombinationen mit der niedrigsten Quoten genommen. Nach 6 Spielen auf dem Tippschein war ich in der Gewinnzone angelangt. Da meinte ein Mitschüler, Manchester United würde unbedingt gegen Arsenal oder Wimbledon oder so gewinnen. Mein Ergebnis war prächtig – sämtliche 6 Niedrigquotentipps waren wie erwartet ausgegangen. Und ManU? Wenn sie wenigstens anständig verloren hätten. Stattdessen haben sie 1:1 gespielt. Diese Pfeifen.

Heute habe ich aber gewonnen – es ist zwar nur so ein Halbgewinn wie dereinst beim NYC Marathon, denn dort gewinnt man auch nur die Berechtigung, ein Ticket zu kaufen. Genauer gesagt bekommt man beim Marathon einfach das Geld abgebucht, ohne erneut gefragt zu werden. Bei meinem heutigen Gewinn wurde ich aber gefragt, denn ich habe die Berechtigung, Karten für das Nobelbankett zu kaufen, gewonnen!
Ja, das heißt, ich werde am 10.12. am Bankett nach der Preisverleihung des Nobelpreises teilnehmen dürfen.

Billig ist es freilich nicht: 1000 kr für die Karte, 300 kr für die After-Show-Party und 1800 kr für die Ausleihgebühr des Fracks. Ja, ich muss nämlich mit Frack dort auftauchen, und zwar mit weißer Weste und weißer Fliege – anders kommt man gar nicht erst rein. Meine bezaubernde Begleitung soll ein Ballkleid tragen. Allerdings versuche ich gerade möglichst neutral und diplomatisch zu entscheiden, wer denn mit darf. Ich hoffe, das kommt bei den in der engen Auswahl befindlichen auch so an – wäre schade, wenn es deswegen lange Gesichter geben würde.

Etwas anderes habe ich auch noch gewonnen: meinen kleinen Parkplatzkrieg. Urplötzlich war ja doch jemand zuständig. Mittlerweile habe ich eine wundervolle Parkgenehmigung. Wir sind seither unzertrennlich und machen alles zusammen. Nächste Woche mache ich ihr einen Heiratsantrag.

Zum Schluss nach knallharte (gelegentlich auch flüssige) Neuigkeiten: meine erste Packung Toilettenpapier ist leer. Wie das statistische Bundesamt daraufhin ermittelte, beträgt mein durchschnittlicher Verbrauch daher 9,9 Blätter pro Tag.

7 Gedanken zu „Wie ich die Nobellotterie (und den Parkplatzkrieg) gewann“

  1. Alle Achtung, mein lieber Fabian, das wird ja eine Geburtstags(-nach-)feier, wie du sie vermutlich noch nicht erlebt hast! Ich wünsche dir einen unvergesslichen Abend beim Nobelbankett und erwarte hier einen ausführlichen Bericht.

    Beste Grüße und bis demnächst
    Arne

    PS: 9,9 Blätter, Gramm, Tonnen, Meter, Liter….?

  2. Vielen Dank, Arne!

    Es handelt sich natürlich um die international genormte Einheit „Blätter“. Seit dem Umstieg auf die neue Packung ist der Verbrauch wohl signifikant gestiegen, was nicht daran liegt, dass hier mehr Scheiße passiert, sondern vielmehr daran, dass ich nun nur noch weniger tolles Umwelttoilettenpapier (2-lagig) verwende. Die 3-lagigen Zeiten sind also vorbei und ich sehe einer rauen Zukunft entgegen.

  3. *g* nicht böse gemeint, aber der Titel erinnert mich an die Bibliothek auf Phatt Island:

    Stichwort: Geisterpirat LeChuck
    Titel: „Wie/Wann/Warum ich LeChuck vernichtete“
    Untertiel: Langweiliges/Anödendes/Unglaubwürdiges von G. Threepwood.
    Kommentar: Zugegeben, auf 300 Seiten ist es ziemlich langweilig/Zugegeben, auf 300 Seiten ist es ziemlich anödend/Vielleicht hätte ich nicht so sehr übertreiben sollen.

    Ich muß die alten Spiele unbedingt mal wieder spielen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.