Keine Gewalt

Das "Original" vor dem UN-Hauptquartier in New York

Karl hat mich netterweise in einem Kommentar darauf hingewiesen: eine Ausgabe der obigen Statue steht auch in Malmö. Und in Stockholm in der Fußgängerzone beim Hötorget (worauf ich eigentlich hinaus wollte in der Bildergalerie).

Wie ich jetzt erfahren habe, gibt es aber noch einige mehr davon, u.a. in Täby nördlich von Stockholm, in Borås und in Göteborg.

Skulptur "Non-Violence" in Göteborg (Bild: Rolf Broberg, CC-BY-SA 3.0)

Die Häufung dieser Skulpturen in Schweden ist aber weniger der Friedfertigkeit der Leute hier geschuldet, sondern wohl dem Umstand, dass sie von dem schwedischen Bildhauer Carl Fredrik Reuterswärd geschaffen wurden. Es gibt auch einige in anderen Ländern, u.a. in Berlin und Peking.

Auf die Idee kam Reuterswärd 1980, als John Lennon erschossen wurde. Er war wütend über die Sinnlosigkeit der Tat und begann an einem Werk für Gewaltlosigkeit. Es entstand die bekannte Skulptur mit dem Titel „Non-Violence“, auch bekannt als „The Knotted Gun“. Heute ist sie ein recht bekanntes Symbol.

Nun ist die Frage: wo steht das Original? Es ist wider Erwarten nicht die Skulptur in New York – diese steht erst seit 1988 und ist ein Geschenk des Großherzogtums Luxemburgs. Die in Malmö ist aber von 1985, und laut dem englischen Wikipedia-Artikel ist diese auch eine der ersten. Eine weitere steht in Luxemburg. Wann die entstand, konnte ich nicht finden, aber hier ist davon die Rede, sie sei die dritte der ursprünglichen.

Damit hat Karl wohl nicht nur auf irgendeine Ausgabe des verknoteten Revolvers hingewiesen – die Skulptur in Malmö scheint sogar die erste zu sein.

Gedanken zum Tage

  • Kristina Axén Olin, bislang Finansborgarråd (Finanzbürgermeisterin) der Stadt Stockholm und damit als prima inter pares die Bürgermeisterin der Stadt, ist am Mittwoch zurückgetreten. Schon Anfang 2007 hatte sie eingestanden, dass es nach dem Wahlsieg 2006 „zuviele Kopfschmerztabletten und zuviel Alkohol“ gewesen seien, auch wenn sie bestritt, Alkoholikerin zu sein. Sie nahm eine Auszeit im November 2007, kam nun aber zum Schluss, dass es für sie und ihre Familie am besten sei zurückzutreten. Das ist freilich ein herber Schlag für die konservative Stadtregierung, denn dort wechseln die Bürgermeister fast genauso häufig wie die Minister der nationalen Regierung, und Axén Olin war recht beliebt. Als Nachfolger ist Sten Nordin im Gespräch, der zwar kompetent und solide ist, aber als Volkstribun anscheinend nicht taugt. Als Außenseiterin gilt übrigens die Frau von Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt, Filippa Reinfeldt. Ziemliches Manko dabei: sie müsste nach Stockholm umziehen, denn bisher wohnt Familie Reinfeldt im reichen Vorort Täby.
  • Aus dem Grund verpasste Axén Olin auch den Staatsbesuch des Großherzogs von Luxemburg. Ich arbeitete am Mittwoch und wunderte mich schon die ganze Zeit, ob nun Staatsbesuch aus Luxemburg oder den Niederlanden da sei, denn die Flaggen ähneln sich doch ziemlich. Ich lag mit meinem Tipp aber richtig: hell ist Luxemburg, dunkel ist Niederlande.
  • Wenn man schonmal bei Politischem ist: ich frage mich, wie es denn um meine Parteiliebe zur SPD noch bestellt ist, wenn ich über einen solchen Titel herzlich lachen kann. Noch schlimmer ist allerdings, dass der Gute in einigen Punkten sehr recht hat.
  • An selbigem Mittwoch musste ich mich auch unerwarteten Herausforderungen stellen: eine neue Linie und der erste Arbeitstag seit langem im Berufsverkehr. Ging aber einigermaßen gut.
  • Zum aktuellen Mörderwatch:
    • Der Mörder der kleinen Engla ist schon mehrfach vorbestraft, u.a. wegen mehreren Vergewaltigungsversuchen anderen derartigen Delikten. Jetzt ist natürlich auch einigermaßen klar, wieso die Polizei ihn eine Woche lang verhört hat, obwohl sie anfangs ja nicht mehr hatte als ein Foto, das beweist, dass er kurz nach ihr über dieselbe Straße gefahren ist. Die örtliche Polizei hat sich übrigens selbst angezeigt, da man den Mann bei früheren DNA-Untersuchungen außen vor gelassen hatte, so dass man ihm schon früher den Mord an der 31-jährigen Pernilla hätte nachweisen können und er schon länger hinter Gittern säße.
    • Die tragischen Kindermorde in Arboga sind wegen der Engla-Tragödie etwas aus dem Blickfeld geraten. Sie sind noch nicht aufgeklärt, aber die verdächtigte 31-jährige Deutsche wurde nun an Schweden ausgeliefert. Anscheinend gab es entsprechende DNA-Indizien, aber viel mehr ist nicht bekannt. Sie hatte bei ihrer Ausreise einen Hammer bei sich, der im Flughafen konfisziert wurde. Ob es sich dabei um die Tatwaffe handelt, steht aber ebenfalls noch nicht fest. Die Polizei hält sich bislang bedeckt, was ihre Aussagen angeht. Zuletzt hatte es geheißen, sie habe die Aussage verweigert. Bei der ersten Vorverhandlung war die Beweislage aber anscheinend noch so dünn, dass der Verteidiger die Freilassung forderte.
    • Von deutschen Medien weit weniger bemerkt wurde ein 64-jähriger Schwede in Stuttgart ermordet. Der Mörder wurde schon gefasst.

    Ich habe nicht vor, das zu einer regelmäßigen Rubrik zu machen, weil mir diese übertriebene Präsentation jedes Mordes zuwider ist. Trotzdem hielt ich es in dem Fall auch einmal für nötig.

Korrektur: Die Deutsche wurde noch nicht nach Schweden ausgeliefert. Dies soll aber im Mai geschehen. Die überlebende Mutter der beiden ermordeten Kinder soll angeblich gesagt haben, dass die Deutsche den Mord begangen habe. Eine Bestätigung der Polizei steht aber noch aus.