Regelmäßige Besucher werden es sofort gemerkt haben: das Design der Seite hat nun alle vier Jahreszeiten durch und ist nun passend zur Tag- und Nachtgleiche wieder beim Herbst angekommen. In der Tat werden die Blätter da draußen immer brauner.
Autor: Fabian
Hotel zu verkaufen
Interessant, wohin einen diese Aktivitäten im Internet manchmal führen.
Am Freitag erhielt ich einen Anruf meiner Freundin, die mir berichtete, jemand aus Kenia hätte auf Englisch nach meiner Telefonnummer gefragt. Kurz darauf rief derjenige an. Er war nicht aus Kenia, sondern aus Gran Canaria, und sprach perfekt deutsch, weil er auch Deutscher ist.
Aus irgendeinem Grund hat er angenommen, ich hätte irgendetwas mit der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter zu tun. Diese lese ich zwar täglich, und ihre Webseite ist für mich ebenso eine wichtige Informationsquelle. Damit enden aber auch schon irgendwelche Verbindungen.
Der Mann will ein Hotel auf Gran Canaria verkaufen, konnte aber keinen Link auf der Homepage von Dagens Nyheter finden. Zwar ist das nicht gerade mein Metier, aber ich bot ihm an, die Links zu schicken, wenn er mir eine Mail zukommen lässt.
Seither habe ich nichts mehr gehört. Die Sache ist schon ein bisschen kurios – insofern hätte ich mich durchaus dafür interessiert, was dahintersteckt. Sollte jemand das Hotel kaufen wollen, kann er sein Interesse gerne in den Kommentaren bekunden.
Lidingöloppet
Wie ich soeben erfahren habe, werde ich dieses Jahr zum ersten Mal beim Lidingöloppet mitlaufen dürfen. Ich habe einen Firmenplatz bekommen. Glücklicherweise laufe ich nur die kleine Variante mit 15 km, denn die volle Packung mit 30 km wäre doch eine Nummer zu hart im Moment. Kleiner Nebeneffekt: es ist zwar eigentlich vollkommen absurd, aber obwohl es direkt neben Stockholm liegt, war ich noch nie auf Lidingö – das kann ich jetzt intensivst nachholen.
Kalix im 21. Jahrhundert angekommen
Wie ländlich Schweden wirklich ist, merkt man nur gelegentlich in den Medien. Gerade bin ich aber über diesen Bericht gestolpert, der reichlich kurios ist:
Kalix mit seinen 17.373 hat ein neues Einkaufszentrum bekommen mit 16 Geschäften […]. Die Chefin des Zentrums, Eva Ljungqvist, hebt jedoch die neue Rolltreppe hervor, die erste in der Kommune.
Spektakulär – Kalix hat nun also eine Rolltreppe. Das für sich genommen wäre ja nicht so beeindruckend, wenn es nicht noch weiter ginge:
„Wir werden Armbändchen als Fahrscheine austeilen, und wenn jemand entgegen unserer Erwartung noch nie Rolltreppe gefahren ist, versprechen wir, dass derjenige zuerst fahren darf und laden ihn dann zum Mittagessen im Restaurant ein“, sagt Eva Ljungqvist.
Ich hoffe, mir ist kein gravierender Übersetzungsfehler unterlaufen. Da wird das Einkaufszentrum also zum Erlebnispark, in dem man Rolltreppe fahren kann. Sozusagen für die Eingeborenen, die gestern noch in Höhlen lebten. Wenn das wirklich ernst gemeint ist, dann sind die Kalixer entweder sehr leicht zu begeistern oder einfach extrem hinterwäldlerisch.
Panoramen (32): Treppenaufgang
Inga Lindström in Schweden
Eine der abstrusesten Absurditäten des deutschen Fernsehens wird nun auch nach Schweden kommen: Inga Lindström. Unter diesem Label laufen bekanntermaßen schon lange Filme im ZDF, die zwar in Schweden gedreht wurden, aber sonst rein gar nichts mit Schweden zu tun haben. Die Drehbuchautorin Christiane Sadlo, eine gebürtige Schwäbin, hat damit einen vollen Erfolg gelandet, aber den Deutschen kann man ja immer mit drei Elchen und einer blonden Frau ein bisschen Schweden vormachen.
Das staatliche Fernsehen SVT zeigt am 25. Oktober zwei Folgen dieser gefühlsduseligen Machwerke – ich bin gespannt, ob es irgendwelche Reaktionen darauf geben wird. Das Svenska Dagbladet hat jedenfalls schon einmal angemerkt, dass die Begrüßungs- und Abschiedsfloskeln „Hej“ und „Hej då“ einfach mal zwischendrin eingeworfen werden.
In den Kommentaren zum Artikel meint Tobbe Y, dass man für soviel kostenloses Marketing dankbar sein müsse. Die Kommentarin „Cassandra“ schreibt dazu:
Lieber Gott!
Huga!
Na dann mal abwarten, was für Gefühlsregungen sonst noch zu erwarten sind.
Sigtuna
Sigtuna ist die älteste Stadt Schwedens, hat deswegen auch die älteste Geschäftstraße und liegt zwischen Uppsala und Stockholm.
Zur Großstadt hat sie es aber nicht geschafft – 7200 Einwohner nur und die Busse fahren bestenfalls zweimal in der Stunde hin.
Das tut aber dem malerischen Erscheinungsbild keinen Abbruch, und man merkt einmal wieder, dass es auch in der näheren Umgebung kleinere Perlen zu entdecken gibt.
ESC geht unter
Stefan Niggemeier kommentiert die Entscheidung der Eurovision, den Eurovision Song Contest wieder weitgehend mit Jurys zu entscheiden. Ich gebe ihm vollkommen recht. Sehr amüsant finde ich die Seitenhiebe auf die diesjährige schwedische Teilnehmerin Charlotte Perrelli….
Gefährlicher Straßenverkehr
Heute morgen, auf dem Fahrradweg zur Uni plötzlich ein seltsamer Menschenauflauf. Links liegt ein Mann mit blutigem Mund auf der Seite, rechts ein weiterer Mann auf dem Rücken. Der blutende Mann atmet schwer. Zwischen den beiden liegen Plastiksplitter eines Motorollers, der links steht. Rechts liegt ein Fahrrad in der Hecke. Offenkundig war es kurz vorher zu einer Kollision zwischen den beiden gekommen. Ich hielt einen Moment inne, kam aber dann zum Schluss, dass ausreichend Hilfe vor Ort ist und ich nicht wirklich etwas tun kann. Es schien sich auch trotz der Szenerie um nichts lebensbedrohliches zu handeln.
So etwas macht einen doch einigermaßen perplex. Ich neige dazu, dem Rollerfahrer die Schuld zu geben, denn gerade Moped- und Rollerfahrer benutzen die Fahrradspuren, obwohl sie es nicht dürfen. Dennoch kann es sein, dass der Fahrradfahrer so unglücklich um die Kurve kam, dass eine Kollision mit einem anderen Fahrrad ähnlich verlaufen wäre.
Es gab mehrere denkwürdige Ereignisse in den letzten Tagen, vor allem, als ich am Samstag wieder als Busfahrer arbeitete. Bei einer Doppelabbiegerspur hatte mich schon einer so gekreuzt, dass es fast geknallt hätte. In der Nacht fuhr ich dann einen Bus in die Garage. Mitten auf der Autobahn – nicht einmal am Rand, sondern zwischen zwei der mittleren Spuren – stand plötzlich ein schwarz gekleideter Mann und versuchte mit dem Daumen Autos anzuhalten. Nachdem der Computer im Bus nicht so recht wollte, rief ich die Polizei per Handy an, aber die wussten da schon bescheid. Auf dem Heimweg kam mir dann ein Polizeiauto mit Blaulicht entgegen. Im Polizeibericht des Tages fand sich jedoch nichts darüber.
Das Ganze sollte einem immer wieder eine Mahnung zur Vorsicht sein.
Sprachimporte (2)
Es ist immer wieder schön zu sehen, welche Phrasen und Wörter einem so über den Weg laufen, die aus dem Deutschen exportiert wurden. In meinem Molekülphysikkurs habe ich nun (allerdings nicht zum ersten Mal) gehört, dass man bei Orbitalen zwischen „ungerade“ und „gerade“ unterscheidet. Eine wahrhaft interessanten Export fand ich aber heute morgen in der DN. Dort hieß es in einem Artikel zu Michael Moores neuem Buch, dass Moore ja ein „gefundenes fressen“ für die demokratenfreundlichen Zeitungen sei.
