Früher war ich immer sehr beschämt, wenn ich auf Auslandsreisen sofort als Deutscher erkannt wurde. Heute muss ich aber selbst feststellen, dass ich irgendwie einen Sinn dafür habe, Deutsche zu erkennen.

Mir ist es in den letzten Wochen mehrfach passiert, dass Deutsche beim Einsteigen kaum mehr als zwei Worte gesagt haben und ich sofort wusste, woher sie kommen. Bei der Intonation, die Deutsche im Englischen haben, ist das öfters auch nicht so schwer.

Ich glaube aber irgendwie, ich sollte meine Strategie ändern. Oft sind die Reaktionen verduzt bis reserviert, zum Einen aus der doch offenkundigen Frage heraus, ob ich denn nun ein sehr germanophiler Schwede bin (angesichts des badischen Dialekts wäre das aber leicht auszuschließen), und zum Anderen aus der Peinlichkeit heraus, gleich als Deutscher erkannt worden zu sein, obwohl man sich doch so schön bemüht hat. Mein Überschwang, Deutschen in meiner Muttersprache bei Fragen zum Nahverkehr helfen zu können, bleibt so wohl auf der Strecke.

Vielleicht – und das ist ein bisschen meine Befürchtung – kommt das Verhalten der Passagiere schlichtweg daher, dass sich hartnäckig die Annahme hält, jeder könne doch mindestens so ein bisschen deutsch.