Heiratsfieber

Es scheint dieser Tage, als müsse nun knapp zwei Monate vor Kronprinzessin Victorias Hochzeit die Pressemaschinerie warmlaufen.

Hier die neuesten Nachrichten:

  • Prinzessin Madeleine wird dieses Jahr nicht mehr ihren Freund Jonas heiraten. Noch schlimmer: man hat die beiden seit Dezember nicht mehr zusammen gesehen. Und die Zeitungen schreiben mit Begeisterung über die vermuteten Probleme zwischen den beiden. Madeleine ist anscheinend erstmal vier Wochen in den USA, während Jonas sich mit Victorias Zukünftigem getroffen hat.
  • Die Einladungen für die Hochzeit sind raus. Das Aftonbladet hat eine irgendwo ergattert und zeigt sie stolz. Ein spektakulärer Coup: die Einladung ist weiß, und es steht drauf, dass man eingeladen ist. Wahnsinn!
  • Nicht minder spektakulär ist die Erkenntnis, dass die Trauung um 15:30 Uhr stattfindet, was natürlich gemeldet werden muss.
  • Die Homepage der Hochzeit ist auch schon online. Hier ist mal wieder Königshaus 2.0 angesagt: man kann seine Glückwünsche hinterlassen. Dass man sie nicht auch gleich noch auf Facebook stellen oder twittern kann, ist fast schon überraschend.
  • Lars Ohly, Chef der Linken, findet, dass er als Republikaner da eigentlich nicht hin sollte – und hat abgesagt. Das Witzige daran ist irgendwie, dass so ziemlich jede Reichstagspartei die Abschaffung der Monarchie anstrebt. Die Party wollen sie aber trotzdem nicht verpassen.

Nicht dass das alles nicht in irgendeiner Form relevant wäre. Aber so aufgebauscht, wie das jetzt schon wird, würde mich es nicht wundern, wenn es bei der Hochzeit selbst eine 20.000 teilige Bildergalerie zum Thema gibt.

Ganz in weiß

Ausriss: DN

Selten lassen mich Fotos in der Zeitung kurz innehalten. Dieses jedoch schon – man kann wohl kaum anschaulicher machen, wie weiß Skandinavien derzeit ist. Dummerweise wird das in Deutschland keinen Eindruck schinden können. Man bedenke aber: so ähnlich sieht es hier jedes Jahr über zwei Monate lang aus.

Eigentlich schade…

…dass ich diesen Tipp nicht an die Zeitung geschickt habe. Heute morgen war nämlich ein großer Bericht über meinen alten Wohncontainer in der Dagens Nyheter. Dieser steht nämlich leer, und das bei massivem Wohnungsmangel für Studenten in Stockholm.

Dort ist zu lesen, dass das Gebäude einer Firma gehört und der Vertrag mit der KTH am 1. Juli 2008 ausgelaufen ist. Daher also der Leerstand, der auch damit begründet wird, dass die Küche nicht für die vielen Studenten ausgereicht habe. Das ist natürlich eine leichte Verzerrung der Wahrheit – näher an dieser wäre gewesen, dass ein Herd pro 10 Personen wohl schon ausgereicht hätte, wenn man die Leute dazu hätte bringen können, die von ihnen benutzten Töpfe abzuspülen.

Vielleicht tun die Verantwortlichen das einzig richtige und bauen den Container so um, dass er weniger Studenten fasst, aber dafür eine erträgliche Lebensqualität bietet. Wenn die Wohnungsnot einmal nachgelassen hat, kann man den ganzen Mist dann ja verschrotten.

Übrigens sind Container im Schwedischen immer Müllcontainer. Wohncontainer heißen „barack“ – irgendwie auch passender.

Wohnungsprobleme

Wie ich neulich schon angemerkt habe, ist die Wohnungssuche für Studenten in Stockholm derzeit äußerst problematisch.

Heute morgen hat Dagens Nyheter nun eine Übersicht der Wohnungssituation für Studenten in ganz Schweden publiziert. In den drei Großstädten Stockholm, Göteborg und Malmö, aber auch in kleineren Städten wie Lund ist es demnach äußerst schwer im Moment. Thomas fasst auf Fiket die Ursachen treffend zusammen.

In Lund hat man nun sogar Armeezelte als vorübergehende Bleibe aufgestellt. In dem Zusammenhang frage ich mich, wieso man eigentlich meinen ehemals heißgeliebten Container leerstehen lässt. Er ist zwar hässlich, überteuert und laut, aber immerhin hat man ein Dach über dem Kopf. Besser als ein Armeezelt ist er allemal.

Hotel zu verkaufen

Interessant, wohin einen diese Aktivitäten im Internet manchmal führen.

Am Freitag erhielt ich einen Anruf meiner Freundin, die mir berichtete, jemand aus Kenia hätte auf Englisch nach meiner Telefonnummer gefragt. Kurz darauf rief derjenige an. Er war nicht aus Kenia, sondern aus Gran Canaria, und sprach perfekt deutsch, weil er auch Deutscher ist.

Aus irgendeinem Grund hat er angenommen, ich hätte irgendetwas mit der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter zu tun. Diese lese ich zwar täglich, und ihre Webseite ist für mich ebenso eine wichtige Informationsquelle. Damit enden aber auch schon irgendwelche Verbindungen.

Der Mann will ein Hotel auf Gran Canaria verkaufen, konnte aber keinen Link auf der Homepage von Dagens Nyheter finden. Zwar ist das nicht gerade mein Metier, aber ich bot ihm an, die Links zu schicken, wenn er mir eine Mail zukommen lässt.

Seither habe ich nichts mehr gehört. Die Sache ist schon ein bisschen kurios – insofern hätte ich mich durchaus dafür interessiert, was dahintersteckt. Sollte jemand das Hotel kaufen wollen, kann er sein Interesse gerne in den Kommentaren bekunden.

Kalix im 21. Jahrhundert angekommen

Wie ländlich Schweden wirklich ist, merkt man nur gelegentlich in den Medien. Gerade bin ich aber über diesen Bericht gestolpert, der reichlich kurios ist:

Kalix mit seinen 17.373 hat ein neues Einkaufszentrum bekommen mit 16 Geschäften […]. Die Chefin des Zentrums, Eva Ljungqvist, hebt jedoch die neue Rolltreppe hervor, die erste in der Kommune.

Spektakulär – Kalix hat nun also eine Rolltreppe. Das für sich genommen wäre ja nicht so beeindruckend, wenn es nicht noch weiter ginge:

„Wir werden Armbändchen als Fahrscheine austeilen, und wenn jemand entgegen unserer Erwartung noch nie Rolltreppe gefahren ist, versprechen wir, dass derjenige zuerst fahren darf und laden ihn dann zum Mittagessen im Restaurant ein“, sagt Eva Ljungqvist.

Ich hoffe, mir ist kein gravierender Übersetzungsfehler unterlaufen. Da wird das Einkaufszentrum also zum Erlebnispark, in dem man Rolltreppe fahren kann. Sozusagen für die Eingeborenen, die gestern noch in Höhlen lebten. Wenn das wirklich ernst gemeint ist, dann sind die Kalixer entweder sehr leicht zu begeistern oder einfach extrem hinterwäldlerisch.

Dinge, über die man sich eigentlich nicht beschweren sollte

Sich übers Wetter zu beschweren ist eigentlich sinnlos.

Seit ich aber mit dem Fahrrad zur Uni fahre, empfinde ich zunehmend Ernüchterung, um nicht zu sagen Ärger, über die Qualität der Wettervorhersage in diesem Lande. Die Vorhersage, die von SMHI, der schwedischen Entsprechung zum Deutschen Wetterdienst, stammt und in der Dagens Nyheter abgedruckt wird, ist nämlich höchst selten zutreffend.
Ein Beispiel von gestern: da hieß es, die ganze Woche soll es einfach nur bewölkt sein. Den Morgen über regnete es aber ordentlich, und als ich auf die Homepage von DN sah, war das dort immerhin schon aktualisiert worden. Am Nachmittag war auf einmal strahlender Sonnenschein und nachts sogar sternenklar – alles auch nicht in der Papierversion des Morgens zu lesen.

Ich dachte eigentlich, dass eine moderne Wettervorhersage zumindest auf 24 Stunden hinaus einigermaßen zuverlässig ist – ich will sie zudem ja nicht für irgendeinen Ort im Land, sondern für die Hauptstadt, so dass man nicht einmal lokale Differenzen als Erklärung herbeiziehen kann. Bei SMHI scheint man aber nicht mal zu wissen, wie das Wetter in 12 Stunden ist…

Genießer fahren…

…Fahrrad. In den letzten Tagen hat die Fahrradkette Cykelringen eine etwas merkwürdige Werbeaktion betrieben. In ganzseitigen Werbeanzeigen in der Dagens Nyheter, sicherlich nicht gerade der billigste Platz für so etwas, warben sie für ihr „Nattöppet“, „nachtoffen“. Sie hatten in den letzten Tagen immer bis Mitternacht auf, und nur in dieser Zeit gab es alle Fahrräder des Jahrgangs 2008 oder älter um mindestens 50% reduziert.

Ich hatte mein letztes neues Fahrrad bekommen, als ich 13 war. Seither fahre ich fast durchgehend mit Fahrrädern, die nur ein ziemlich dummer Fahrraddieb klauen würde. Mein bisheriges, das ich bei einem Verkauf von zurückgelassenen Rädern erworben hatte, ist vollkommen verrostet und hat vorne einen Achter, der eigentlich eher ein 32er ist, denn die Felge schlägt unvermeidlich gegen die Bremsklötze, was das Fahren etwas anstrengend macht. Zu guter Letzt war auch noch das Ventil vorne kaputt.

Also habe ich mich dafür gewinnen lassen, bei diesem Sonderangebot zuzuschlagen. Bis wir erst einmal einen Eingang des Einkaufszentrums gefunden hatten, der um diese Zeit noch auf war, dauerte es ein bisschen. Die eventuell zu erwartende Menschenmenge war auch nicht dort. Ehrlich gesagt frage ich mich, wie man unter diesen Umständen Gewinn machen kann. Viel Personal, das man auch noch für die unbequemen Arbeitszeiten zusätzlich entlohnen muss, und wenig Umsatz.

Die Wahl fiel jedenfalls auf das REX Trekking Sport 27. Gott sei Dank musste ich es nicht selbst zusammenbauen – lediglich die Gangschaltung musste noch etwas justiert werden. Dafür durfte ich mich über das sündhaft teure Bügelschloss ärgern, bei dem eine Halterung zwar beiliegt, diese aber derart dämlich gestaltet ist, dass man sie nicht so anbringen kann, ohne dass das Schloss beim Fahren stört.

So bin ich gestern die rund 11 km zur Uni hin- und zurück gefahren – und heute auch. Gepaart mit 7 km Laufen ein passables Training für den Halbmarathon am Samstag. Das wird allerdings nicht immer so bleiben, weil das Herbstwetter da ist. Zudem ist die Wettervorhersage von Dagens Nyheter derart unzuverlässig, dass man sich einen Blick darauf eigentlich gleich schenken kann.

Die Frage ist nur, was ich mit dem alten Fahrrad mache. Ein nachgekauftes Ventil passt nicht genau, weil es da eine Einkerbung gibt, aus der die Luft entweicht. Schlauchwechsel würde helfen, aber das erscheint mir als Fehlinvestition. So werde ich wohl versuchen, es im jetzigen Zustand zu verkaufen – so für 5 €. Interessenten von hier können es auch gerne geschenkt haben – ein Schloss und das Licht ist natürlich dabei.

Presseschau

Ehrlich gesagt ist es wieder ernüchternd, zu sehen, wie weit es in Schweden mit der Presseethik her ist. Direkt nach der Verurteilung konnten es die Boulevardzeitungen Aftonbladet und Expressen kaum abwarten, Bilder von Christine S. abzudrucken – mit vollständigem Namen, versteht sich.

Dass zumindest theoretisch denkbar ist, dass die Verurteilte den Doppelmord doch nicht begangen hat, scheint hier keine Rolle zu spielen. Man stelle sich vor, Christine S. komme nach einem Revisionsprozess frei. Dann würde sie, obwohl von einem ordentlichen Gericht freigesprochen, um ihr Leben fürchten zu müssen. Dieser schamlose Umgang mit den Bildern ist ein Ansporn zur Selbstjustiz.

Eine Rückkehr in ein normales Leben wird ihr auch dann versagt bleiben, wenn sie ihre Strafe abgesessen hat, denn die Bilder werden auf ewig ein Kainsmal bleiben – und damit ist der Gedanke, dass ein Verbrecher nicht nur bestraft, sondern auch in ein rechtschaffenes Leben zurückgeführt werden soll, unterminiert.

Auf dem schwedischen Blog „The Evolving Ape“ wurde auch ihr Bild plakativ mit dem Titel „So sieht die ‚Arboga-Deutsche‘ aus“ publiziert. Immerhin macht sich der Autor in dem Artikel Gedanken darüber, ob und wann es rechtens ist, die Bilder von Verdächtigen und Verbrechern zu veröffentlichen. Ich habe auch etwas in den Kommentaren mitdiskutiert.

Eigentlich sollte es eine große Presseschau werden, aber ehrlich gesagt sehe ich mich nicht dazu bemüßigt. Es gibt kaum etwas neues.

Expressen füllt in der heutigen Ausgabe geschlagene 10 Seiten mit dem Thema. Neben den angesprochenen Bildern geht es vor allem darum, dass die Verurteilte angeblich kollabiert sei und gerufen habe, dass sie unschuldig sei. Das ist aber auch nichts neues. Dreist finde ich allerdings in dem Kontext, unbewegte Bilder, auf denen Christine S. lächelt, mit Bildunterschriften zu belegen, die andeuten, sie hätte die Opfer regelrecht durch „Lachausbrüche“ im Prozess verhöhnt – um dann scheinheilig darüber zu berichten, dass es sich ja um eine psychische Krankheit handeln könnte und sie auch darauf nun untersucht würde. In den seriösen Medien war davon wenig zu lesen. In der Hannoverschen Allgemeinen habe ich sogar einen Artikel gesehen, ider die Frau zwar als rätselhaft, kühl und berechnend darstellt, aber sicher nicht als fiese Frohnatur, die sich am Unglück der Opfer ergötzt. Expressen garniert das ganze mit Tränendrüsen-Stories über die Mutter („Nun kann Emma wieder lachen“).

Ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass gerade der Boulevard in den letzten Wochen einiges daran gesetzt hat, glatte Meinungsmache gegen Christine S. als seriöse Berichterstattung zu maskieren, obwohl es ja wirklich nicht so klar war, dass sie die Mörderin ist – „Bild“ hätte es nicht besser gekonnt. Wenn Berichte mit den Sätzen anfangen wie „Die Deutsche lügt“, braucht man sich nicht zu wundern, wenn ihr selbst eine glaubwürdige Geschichte über den Mordtag nicht geglaubt worden wäre.

Heute dann noch ein weiterer kleiner Skandal. Cecilia Uggla, eine der Richterinnen, wurde heute morgen im „Expressen“ mit dem Satz zitiert:

Ich habe nie ganz geglaubt, dass sie unschuldig ist.

Sie hat daraufhin ihren Rücktritt eingereicht, was die Konkurrenz vom Aftonbladet natürlich gleich ausschlachtet. Chefrichter Per Kjellsson äußerte sich verärgert über das Ganze. Hierdurch können auch weitere rechtliche Konsequenzen drohen, denn eine befangene Richterin darf natürlich kein Urteil sprechen, und im Extremfall muss der Prozess wiederholt werden – was ohnehin wahrscheinlich ist, da die Verteidigung in Berufung gehn will. Bei den Dagens Nyheter klingt das alles auch weit weniger dramatisch. Dort heißt es mehr oder weniger nur, dass der Prozess eben mit den verbleibenden zwei Beisitzerinnen weitergeht.

Die seriösen Zeitungen haben das Thema insgesamt auch weiter nach hinten geschoben, es weit unaufgeregter behandelt und bewahren auch die Anonymität der Angeklagten – womit einmal mehr bewiesen wäre, dass man weder in Deutschland noch in Schweden Zeitungen mit großen Buchstaben kaufen sollte.

PS: Manche mögen sagen, dass es heuchlerisch ist, das Publizieren von Bildern von anderen anzuprangern, aber selbst dann einen Zeitungsständer abzubilden und entsprechende Artikel zu verlinken. In der Tat habe ich überlegt, darauf zu verzichten und die Bilder unkenntlich zu machen. Allerdings sehe ich darin keinen Zweck mehr: die Bilder sind in der Welt und der Name auch – daran wird sich nichts ändern lassen. Sollten die Zeitungen ihre Linie nochmals ändern, werde ich dem Folgen und auch die Bilder wieder unkenntlich machen.

Unsportlich?

Seit gestern schlägt ein kleiner olympischer Skandal in Schweden Wellen. Beim Ringen im griechisch-römischen Stil in der Klasse der Männer bis 84 kg kam es im Halbfinale zu einer umstrittenen Entscheidung.

Ara Abrahamian, ein schwedischer Ringer, war laut Beurteilung des Ringrichters dem Italiener Andrea Minguzzi unterlegen. Gegen diese Entscheidung protestierte der Schwede heftig, jedoch vergeblich. Daraufhin wollte er gar nicht zum Kampf um Bronze antreten, konnte aber von seinem Verband am Telefon überredet werden. Er gewann den Kampf, legte aber die Bronzemedaille sofort nach Erhalt auf die Kampfmatte und verließ den Saal. Er sagte, diese Medaille bedeute ihm nichts, weil er gekommen war, um Gold zu holen. Auf dieses Ziel hatte er seit Athen 2004, wo er eine Silbermedaille gewonnen hatte, hingearbeitet. Er erklärte nach dem Kampf um Bronze seinen Rücktritt vom Leistungssport.

Im Nachhinein hat er schwere Korruptionsvorwürfe erhoben. So seien die Schiedsrichter gekauft gewesen und die Spitze des Weltringerverbandes habe den Olympiasieger von vorneherein festgelegt.

Er wurde für heute vor das IOC zitiert. Eventuell wird ihm daraufhin die Bronzemedaille wegen unsportlichen Verhältnis aberkannt werden.

Interessant sind die Reaktionen dazu.

  • In der Dagens Nyheter wird die Forderung gestellt, Ringen aus dem olympischen Programm zu nehmen. So schreibt der Koluminist Johan Esk:

    Als Ara Abrahamian die Medaille niederlegte,[…] hoffte ich, dass das etwas Positives mit sich bringen würde. Dass er den Vorhang für griechisch-römisches Ringen bei Olympia senken würde.
    […]
    Die ganze Sportwelt ist voller schlechter Schiedsrichter.
    […]
    Die alte Disziplin, die früher üblicherweise mit Kraft, Technik und Geschwindigkeit entschieden wurde, ist ein defensiver und unbegreiflicher Sport geworden, der in den Olympischen Spielen nichts zu suchen hat.

  • Im Svenska Dagbladet schreibt Koluminist Jan Majlard, dass das Verhalten des Ringers kindisch gewesen sei und man ihm die Bronzemedaille abnehmen sollte. In seinem Pressematerial spreche der Ringer davon, dass es keine Garantien gebe und dass man frühere Fehler nicht wiederholen solle. Anscheinend habe er aber seine Lektion von Athen nicht gelernt. Auch er sagt nicht viel positives über die Sportart an sich.
  • Interessant sind auch die Reaktionen aus der Blogosphäre. So wird Abrahamian mehrfach „unschwedisches“ Verhalten bescheinigt, aber keinesfalls negativ. Durch die Bank unterstützen sie ihn. So schreibt Martin, dass der Ringer eine Medaille für sein Verhalten bekommen sollte. Er sollte Coach werden für die langweiligen Durchschnittsschweden.
  • Auch Danne, ein Blogger bei der Gratiszietung Metro, unterstützt ihn, weil er die von Abrahamian vorgebrachten Korruptionsvorwürfe anscheinend für richtig hält.
  • Ähnlich sieht es auch Avlo.
  • Anna G Rahm hält die Entscheidung auch für abgekartet.

    Der Goldmedaillengewinner war der Meinung, Abrahamian störe und zerstöre die Zeremonie. Dem stimme ich nicht zu. Wenn der Skandalkampf richtig beurteilt worden wäre, wäre die Wahrscheinlichkeit groß dass Abrahamians und Minguzzis Endplatzierungen umgedreht worden wären – Gold für den Schweden und Bronze für den Italiener.

Ich selbst weiß nicht, was ich davon halten soll. Ob die Halbfinalniederlage berechtigt war, kann ich schon alleine deswegen nicht beurteilen, weil ich es nicht gesehen habe. Sicherlich ist das Verhalten kindisch, aber Athleten stechen nicht allzu oft durch wohlüberlegtes Verhalten hervor. Bestimmte Verbände sind in der Tat auch alles andere als sauber, und so ist Korruption mit Sicherheit nicht auszuschließen.

Man wird abwarten müssen, ob die Affäre noch weitere Folgen haben wird.